Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-11-01 · Nr. 8 - November · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 8 - November
Date
1904-11-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4864325-6028963-6074096--0756-4864915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 95 — der Verband ein jüdischer sei, seine T e n d e n z demnach eine judische ist, selbst wenn in der Liste nicht alle aufgeführten Schriften jüdischen Inhalts sind. Ueberdies Werde schon in der ersterschienenen Liste bemerkt, dass noch ein weiteres Verzeichniss, schon in Vorbereitung, demnächst erscheinen werde, und es sei zu erwarten, dass in diesem zweiten Verzeichnis* hauptsächlich solche Schriften veröffentlicht werden würden, welche den jüdischen Schülern oberer Lehrklassen als geeignete Lektüre zu dienen vermöchte. Ueber die äussere Ausgestaltung der herauszugebenden Jugendschriften findet ein Ideenaustausch statt. Unter Vorlegung einiger christlicher Jugendschriften wird darauf hingewiesen, dass ejne namhafte Verbreitung jüdischer Jugendschriften nur dann erzielt werden dürfte, wenn auch auf die äussere Ausstattung Werth gelegt werde, diese müsse ansprechend sein, Bilder enthalten, wodurch das kindliche Gemüth angeregt und gefesselt werde. Schliesslich gehen die Ansichten dahin, dass die herauszugebenden Werke sowohl in einfacher als auch eleganter Ausstattung herzustellen seien, sodass dieselben sowohl für Kinder weniger bemittelter als auch reicher Eltern zur Anschaffung geeignet erscheinen. Des Weiteren wird die Thatsache erörtert, dass vorerst kaum die Mittel vorhanden sein dürften, um eine namhafte neue jüdische Jugendlitteratur zu schaffen. Es sollte deshalo mehr Rücksicht darauf ge nommen werden, Autjoren zu unterstützen, und Verlegern etwa dadurch eine Garantie .zu bieten, dass es der Orden übernimmt, für einen Absatz geeigneter Werke durch Em pfehlung bei den Logen und Mitgliedern 'des Ordens zu wirken Auf die Liste des Lehrerverbandes zurückkommend, wird darauf hingewiesen, dass die in der Liste aufgeführten wenigen jüdischen Schriften für Idas, was die Grossloge anstrebt, kaum geeignet erscheinen; wir ständen somit am Anfange unserer Thätigkeit, und es sei das . Zusammenwirken aller geeigneten Kräfte erforderlich, Wenn, etwas Tüchtiges erreicht werden soll. Wir sollten nicht allein auf die Herbeischaffung einer jüdischen Jugendlitteratur, sondern auch aut eine Volks litteratur bedacht sein, und es müsste damit augelangen werden, aus dem Bestehenden das Geeignete zu sammelu und herauszugeben. Dieses sollte zunächst beschlossen werden Zur Sichtung der vorhandenen Litteratur müss'ten bezahlt« Kräfte gewonnen werden, da ein Einzelner, und auch ein einzelner Verband für diese Arbeit kaum ausreicht. Für Schaffung einer Jugendlitteratur wird die Aussetzung von Preisen als das geeignetste Mittel empfohlen. All diese Fragen werden eingehend und ausführlich erörtert, und da die Ansicht vorwaltet, dass mit Rücksicht auf die fehlenden Mitglieder der Commission von einer Beschlussfassung abzusehen sei| so verständigen sich die Anwesenden über folgende Punkte, die der (irossloge als Material unterbreitet werden sollen: , 1. Die Arbeiten des Lehrerverbandes werden dankbar anerkannt, und sollen nicht durchkreuzt werden. Derselbe soll' indessen angegangen werden, der Grossloge diejenigen Werke zu bezeichnen, die von ihm als zur Subventionirung durch die Grossloge für geeignet und als einer besseren Ausstattung würdig befunden werden. 2. Die Commission empfiehlt ein Preisausschreiben durch die Grossloge zur Beschaffung: a) einer Anthologie von Gedichten über Juden und Judenthum unter Zugrundelegung von Ludw. Aug. Frankl's „Libanon" und Fortführung der Auswahl bis auf die Autoren der Gegenwart; - - b) einer ähnlichen Sammlung lehrreicher und interessanter Prosastücke. 3. Folgende Resolutionen werden angenommen: &l Die Commission' ersucht die Grossloge, den , / Tochter-Logen.die Anschaffung solcher Bücher, die von dieser. "Commission. geprüft und als geeignet für die Jüdische Jugend befunden werden, sowohl für die Logenbibliotheken als auch für die; Familien der Brüder dringend zu empfehlen. b) Die Grossloge fordert von den Logen Berichte über Bücher ein, deren'Anschaffung auch anderen Logen empfohlen werden kann, worüber in den Monatsberichten referiert werden möchte. 4. Von der Erledigung principieller Fragen wird deshalb abgesehen, weil nur weuige Mitglieder der Commission anwesend sind. Deshalb sollen auch die beschlossenen Anregungen den, fehlenden Mitgliedern mit dem Ersuchen mitgetheilt werden, sich zu denselben baldigst zu äussern. Seitdem hat die Grossloge'an-die Mitglieder der Jugendlitteratur- Commission folgendes Rundschreiben gerichtet, und nach den bis jetzt vorliegenden Antworten ist zu erhoffen, dass in der nächsten Sitzung dieses Cofci|te die Angelegenheit wesentlich gefördert werden - durfte.; Das Schreiben der Grossloge lautet: ' „Zum allseitigen Bedauern war bei der Tagung unseres Comites für die jüdische Jugendlitteratur am 23. October nur eine knappe Majorität der Mitglieder anwesend, und es ist hierauf zurückzuführen, wenn trotz der eingehenden Beratungen von der Fassung bestimmter. Beschlüsse abgesehen worden, und sich die auwesendeu Brüder auf Anregungen beschränkten^ welche vorstehend angeführt sind. Es geschah das mit Rücksicht auf die fehlenden Mitglieder des Comites, die zum Theil einen anderen.Standpunkt einnehmen, man wünschte die fehlenden Brüder--nicht 'zu majortsirefl(. Es liegt sowohl in der Absicht des zum Vdrsitzeuden erwählten Br. Dr. El bogen, als auch in der-uusrigen, das Comite für die jüdische Jugendlitteratur nunmehr zu einer zweiten Sitzung und z^var in den Wiuterschulferieir au berufen, und wir bitten Sie zu Folge gegebener Anregung sieh geh1, erklären zu wollen» ob Ihnen die Zeit zwischen Weihnachten', und Neujahr convenirt, Sie um diese Zeit zu einer Sitzung nacli hier zu kommen bereit .*;nd. Zugleich aber wollen S"iesich freundlichst zu den in der Conferenz gegebenen Anregungen baldigst äussern '. Zuschrift. Verehrte Redaction!. '. Im Anschluss an einen Fall, der. mir in den letzten Tagen vorlag, bitte ich Sie ergebenst, folgenden Zeilen Aufnahme gewähren zu wollen. Ich möchte die Aufmerksamkeit der Brüder aut' ei leu Modus, Wohlthätigkeit zu üben, der jetzt öfter auftritt, hinlenken und zugleich davor warnen,, weil er ein unrichtiges

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.