Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 8 - November
- Date
- 1904-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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in dieser feierlichen Stunde und nur wenn Sie den festen Vorsatz fassen, mit uns Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht im Sinne unserer Ordenstendenzen üben zu wollen, dann bitte, erheben Sie sich zum Zeichen Ihres Einverständnisses von Ihren Plätzen und antworten feie mir mit Ja. Ich danke Ihnen für dieses „Ja'' and ich hofte, es igt nicht bloss vom Munde, sondern auch von Herzen gekommen. Im Herzen bleibe Ihnen stets der heilige Zweck des Bundes eingedenk. Dann werden Sie das Bild Laskers, des Mannes, bei dem sich Vaterlandsliebe, Menschenthum und Judenthum zu wohlgerügter Harmonie einten und verschmolzen, mit unverwelklichen Blumen geschmückt haben « «' « Ex-Präs. Br. Rosenthal v. d. Deutschen Reichs-Lqge. der das Protokoll führte, berichtet über die Installation: Es wirkt mit Macht der edle Mann Jährhunderte auf seines Gleichen, Denn was ein guter Mensch erreichen kann Ist nicht im engen Raum des Lebens zu erreichen. Drum lebt er auch nach seinem Tode fort Und ist so wirksam als er lebte Die gute That, das schöne Wort Es strebt unsterblich wie er sterblich lebte. Dieser Worte unseres Altmeisters Göthe musste ich . gedenken, als ich die Begeisterung wahrnahm, mit welcher nach der herrlichen Rede des hochw. /Grosspräs, die aufzunehmenden 33 Petenten sich erhoben, um mit freudigem „Ja" die Frage zu beantworten, ob sie uns angehören wollten. Wie hatte es unser hochw. Gr. Präs. aber auch verstanden, «die Herzen seiner Zuhörer zu bewegen, als er das Leben Ed. Laskers schilderte. An der Hand von Notizen und Citaten, die alle Zeugniss ablegten von dem grossen Wirken des seltenen Mannes, feierte Br. Timendorfer Ed. Lasker als den edlen Menschen, der frei von allem Eigennutz und Streberthum, voll und ganz im Dienste der Menschheit gestanden habe. Nichts tür. sich begehrend. Alles nur für die Gesammtheit schaffend, stellt Ed. Lasker so recht das Urbild eines echten Ben Berus dar, der in Amerika über unsere Ziele und Zwecke unterrichtet, sich lebhaft für unseren Orden interessierte. Ich hoffe, die Rede unseres hochw. Grosspräs, in den Monatsberichten veiöffentlicht zu sehen, damit alle Br. sich daran erheben können,) aber auch, um manches falsche Unheil über Laske^ richtig zu stellen; ich sollte meinen, das-sind wir den Namen des grossen Mannes schuldig Die feierliche Einführung der 33 Candidaten in den Orden vollzog Br. Wisloch in würdiger Weise. Die Zeichenerklärung gab Br. Joachim, der es verstand, diesen Akt der Installation, der sonst viel zu nebensächlich behandelt wird und meist ohne Eindruck bleibt, so auszugestalten, dass er einen Haupttheil der Feier bildete. Br. Grosspräs, leitete die Wahl der Beamten, führte dieselben mit -herzlichen Worten in ihre Aemter ein und . überreichte sodann dem neuen Präs. den Freibrief. Ich muss gestehen, jedesmal wenn die Worte unseres Gr. Pr. an mein Ohr tönen : „Kraft -meines Amtes erkläre ich nunmehr die neue Loge für gese'zmässig installiert ■ ist es mir, als wenn ich Zeuge sei eines weltgeschichtlichen Ereignisses, und wenn es im Menschenleben wirklich Augenblicke geben soll, wo man dem Weltgeist näher ist als sonst, so ist es solch feierlicher Moment, dem ich Jedem der BBr. wünsche, dessen Begeisterung für unsere grosse Sache angefacht werden muss. Es waren 25 Logen vertreten für die 15 BBr. die Wünsche und Brüdergrüsse überbrachten. Präs. Baerwald,^ dankte allen für ihr Erscheinen, gelobte treue Pflichterfüllung und gab der Freude Ausdruck, dass der Name Eduard Lasker Loge allgemeinen Anklar,, gefunden habe. Nach Erledigung der Formalien schloss der hochw. Gr. Präs. die feierliche Sitzung, die Allen, die ihr beigewohr. haben, unvergesslich bleiben wird, um 71/2 Uhr. Zu dem Festbankett hatten sich eine grosse Anzahl vor Brüdern mit ihren Damen eingefunden und verlief dasselbe in der gemüthlichsten Weise. Ein sehr gelungenes Festspiel, gute Reden, vorzügliche Verpflegung schufen recht bald die Stimmung, die wir auf allen Logenfestlichkeiten wahrnehmen, ein Ball schloss den geselligen Theil der Feier. Nehmt Alles nur in Allem es war sehr schön! Jüdische Jugendlitteratur. Am 23. October er. hielt die für diesen Zweck eingesetzte Commission eine Sitzung ab, au welcher die Brüder Kaufmann - Stuttgart, Dr. Adler- Frankfurt a. M., Dr. Eschelbacher und Dr. E1 b o g e n - Berlin theilnahmen; seitens der Grossloge waren die Brüder J o a c 1; i und D. Wolff anwesend. Dr. Joachim begrüsst namens der Grossloge die erschienenen Brüder, und behandelt die Frage, ob es richtig sei, der Commission die Bezeichnung „zur Schaffung einer jüdischen Jugendlitteratur" beizulegen, da innerhalb der Grossloge überwiegend die Anschauung vorwalte, dass von der Schaffung einer neuen Litteratür abzusehen sei, vielmehr das Vorhandene gesammelt, in geeigneter Form herausgegeben und verbleitet werden sollte. Br. Joichim hält es für erforderlich, dass zunächst ein Vorsitzender gewählt werde, der sowohl die Verhandlungen zu leiten, als auch die Beschlüsse, die etwa gefasst werden, durchzuführen hätte. Zum Vorsitzenden wird Br. Dr. Elbogen einstimmig gewählt, der diese Wahl annimmt. In der Debatte wird zunächst bedauert,, dass mehreie Mitglieder der Commission in der beutigen Versammlung tehlen, besonders Br. Dr. Spanier, der einen durchaus abweichenden Standpunkt einnimmt, während die Anschauungen der anderen Mitglieder der Commission sich leiebt vereinigen lassen. Es wird ferner betont, dass es zweckmässig wäre, die Mitwirkung des jüdischen Lehrerverbandts und besonders seiner Jugendschriften-Commission anzustrebeu, von welcher bereits eine Liste geeigneter Jugendschriften veröffentlicht worden ist. Dem wird gegenübergestellt, da.*-1 in dieser Liste nur verhältnissmässig sehr wenige jüdische Jugendschriften aufgeführt sind, der weitaus grösste Theil der dort bezeichneten Schriften eigene sichjiicht für eine jüdische Jugendlitteratur. Dieser Einwand wird mit dem Hinweis darauf bekämpft, dass der Lehrerverband sich das weitere Ziel gesteckt habe, die Lektüre der jüdischen Jugend überhaupt, besonders der jüdischen Volksschttler zu regeln, dass t