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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 6 - August
Date
1904-08-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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72 - Nun ist seine Stimme verhallt, verhallt für immer, leer ist sein Platz im Kreise der Brüder, und eine schmerzliche Lücke bleibt unausfüllbar. Er gab dem Orden Vieles, Dauerndes. Neben all den hervorragenden Eigenschaften des Charakters, des Geistes und des Herzens hat Jacob Liebmann Thranen der Freude getrocknet, Thranen des Schmerze ge>tillt. Seiner seituen musikalischen Veranlagung verdanken wir zwei tief empfundene Kompositionen (die Hymne un>: das Einführungslted. die dritte, die er voriges Jahr vollendete, war ihm nicht mehr vergönnt zu hören. Ehrenpflicht is es fir uns, Jacob Liebmauns Schwanengesaug ..Die Saronsrosen" in würdiger Weise der deutschen Judenheit erklinge) zu lassen, vielleicht hat der Sänger doch uicht rasonst gesungen: , Kämpf für deine heil'ge Sache Wie in früh'rer Zeiten Lauf!- ' Israel, mein Volk, erwache, Theures Israel, wach auf!-- ~ Diesen Mahnruf hat der Heimgegangene behelligt bis zum letzten Athemzug und in die Trauer, in den un erraesslkhen Schwerz der Loge und des Ordens mischt sich das Gefühl des Dankes, dem wir heute und immerdar Ausdruck verleiben^ Ihm nachstreben sei Pflicht der Brüder, zu denken zu handeln wie er unsere Aufgabe. Nicht umsonst erklärt, er den Sionspmch unseres Ordens anders als auf die hergebrächte Art; er weihte den Bund und die Arbeit der Brüde; der Wahrheit, der Bescheidenheit und der Ehrlichkeit, so wie er selbst das Leben und seine Pflichten eifasste. Et war ein Priester der Wahrheit, dessen Thun Bescheidenheit, dessen Denken und Handeln Ehrlichkeit 'zierte. So wollte er seine Brüder jenen Pfaden entgegenführen, auf denen der Lohn winkt für alle Arbeit, für alle Müh'n: ein gereinigtes Millich verklärte.- Menschenthüm! - ■ , l ud fehlt auch Jacob Liebmaun beim Ehrentauz am Erntefest, für uns ist er nicht gestorben. Sein Name und seine Thateu leben fort und fort im Herzen der Brüder und wo die Söhne des Bundes in gemeinsamer oder getrennter Arbeit wirken und schaffen, da wird als der Besten einer der Name genannt werden: Jacob Liebmann. Zum Jahreswechsel. Wenn der gegenwärtige Bericht in die Hände unserer Brüder gelangt, trennen uns nur noch wenige Tage vom bevorstehenden Jahreswechsel, und wje immer ist es uns auch jetzt eine angenehme Pflicht, den lieben Brüdern bei diesem wichtigen Zeitabschnitt unsere besten Wünsche zu entbieten. — Mit lebhafter Befriedigung können wir auf den Verlauf des vergangenen Jahres zurückblicken; in diesem Zeitabschnitt war es uns beschieden, manches gute Werk anzuregen, in Angriff zu nehmen und durchzuführen. Unser Kreis hat sich ansehnlich erweitert, unser Eintluss ist gewachsen, wo es sich um gemeinsame Aufgaben für die Gesammtheit handelt, wird unser Bund als ein berechtigter Faktor allseits angesehen. — Aber um wieviel grösser wären unsere Erfolge, wenn sich alle unsere Mitglieder an den Arbeiten des Ordens betheiligt, alle unsere Bestrebungen durch regen Besuch der Sitzungen gefördert hätten. Nur im Zusammenschluss aller unserer Kräfte, in der gemeinsamen Arbeit all der Unsrigen hegt unsere Stärke und die Gewähr für weitere Ertolge aus unserm Wirken und Schaffen. — , Deshalb ergeht anlässlich des Jahreswechsels der Ruf an alle unsere Brüder, fortan den Aufgaben des Ordens das volle Interesse zuzuwenden, und sich nicht mit Zahlung der Beiträge zu begnügen. — Möge diese Mahnung lauten Wiederhall finden in den Herzen der Brüder, dann wird sich die kommende Zeit für uns alle als eine glückliche erweisen. Dann wird reger Eifer in unseren Reihen walten, es wird uns nicht der nothwendige Nachwuchs ermangeln, und wir werden getrost der Zukunft entgegen sehen können in dem Bewusstsein, dass das, was wir begonnen, unseren Kindern, Kindeskindern, wie der ganzen Menschheit zum Segen gereichen wird. Möge sich die Zukunft des Ordens so gestalten, und möge die kommende Zeit auch den lieben Brüdern nur Glück und Freuden bringen in Haus und- Familie, in Beruf und in allen Unternehmungen. Die Grossloge für Deutschland VIII. Tim en do'r.f er, D. Wolff, Präsident. Sekretär. Womit sich der Orden in Deutschland gegenwärtig beschäftigt. Es wird zweckmässig sein, gegenüber den häufigen Ftagen nach dem Wirken uud Leisteu des Ordens, einmal darzuthuu. womit «.ich derselbe gegenwärtig in Deutschland beschäftigt. Dabei wird sich herausstellen, dass es grosse umfassende Gebiete sind, denen der Orden seine Kiäfte und seine Thätigkeit widmet. Freilich nicht durch grosse Zahlenreihen' soll der Beweis hierfür erbracht werden, es wird genügen, hier die Thatsachen anzuführen und aneinander zureihen, um sowohl die Brüder als auch die Ausseustehendeii zu belehren, wie der Orden bestrebt ist, der Allgemeinheil zu dienen, die soziale Lage der Glaubensgenossen zu heben und zu bessern. . Da muss zunächst auf das Hilfswerk für Galizie;. hingewiesen werden. Auf dringendes Anraten und Vorgehen des Deutschen Distrikts ist dieses Werk ins Leben gerufen worden, und wird dasselbe seitdem fortlaufend mit ansehnlichen Mitteln aus Deutschland gefördert. Es kann davon abgesehen

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