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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 5 - Juni
Article
Beilage zu Nr. 5
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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er: er verschont «ich nicht das .Liebste was Hiob hat, die Schar seiner blühenden Kinder: heim fröhlichen Mahle müssen sie alle sterben! Doch Hiob besteht die furchtbare Prüfung! Als die Schreckensbotschatten über ihn herein stürmten, eine nach der .indem ..Da stand Hiob auf und zerriss sein Gewand, und schor. sein Haupt, fiel nieder und warf sich hm und sprach: ..Nackt kam ich. aus meiner Mutter Schoss, und nackt kehre ich dahin zurück. Her Ewige |l;ab. der Ewige nahm, des Ewigen'Name sei gepriesen." ' / ' Wie gross und erhaben ist diese Sinnesart Hiob ist in Wahrheit ein tragischer Heid! Aber wieder naht der Ankläger dem Ewigen; noch gtebt er sich nicht besiegt, er hat noch ein letztes, entsetzlichstes Mittel ersonnen. Hiob von Gott abtrünnig zu" machen. So heisst es: „Da erwiederte der Ankläger ■ * dem Kwigcn und sprach: Haut für Haut, alres. was der Mensch hat., giebt er für sein Leben hin. Aber strecke doch nur Heine Hand aus und rühre sein Gebein und sein fleisch an. ob nicht ins Angesicht er Dir absagt!" Da sprach der Ewige zum Ankläger: ..Sieh, er sei in-Deiner Handi nur sein Leben wahre!" l'nd der Ankläger :4mg voii des Ewigfen Angesicht fort und schlug Hiob mit bösem Grind von seines Fusses Ballen; bis zu seinem Scheitel, l'nd dieser, nahm sich einen Scherben, sich damit zu schaben lind sass in der Asche." .; Sie wollen sich gegenwärtig sein, was der morgenländische Aussatz i-t: Die furchtbarste und ^ekelhafteste allerKrankheiten. die den Menschen bei lebendigen Leibe allmählich verfaulen mächt und alle -(Wieder zugleich anfrisst. ihn zum hülflosesten gequältesten und bejammernswerthc.-tcn. seiner selbst übefVlriissigen Gesch«">pf macht. Da nahen 'sich denn Hiob die Stimmen der Verführung: ..Sein Weib sprach zu ihm: 'Auch jetzt hältst Du fest an Deiner Unschuld? Sau; Gott ab und stirb!" Aber noch bleibt Hiob standhaft: t ,'AVie eine der Thonnnen redet, redest Du. Das Gute nehmen wir von Gott und das 1S"-c soJJten wir nicht annehmen :" Jedoch der Reich des Leidens ist bis zum L"eberlaufen voll; und wenn Hiob auch noch immer nie.ht an der göttlichen Weltordnung, so wie er sie bisher gekannt hat. zweifelt. - in seinem Innern regt sich doch schon die Frage : Warum jnusstc all das Unsägliche gerade mich treffen, dejr ich mich doch nicht versündigt habe gegen den Kwigenr; Da kommen denn die sogenannten Freunde um ihn zu beklagen und ihn mit billigen Tröstungen zu versehen. Zuerst erkennen sie ihn dicht, so entstellt ist er von der grässlichen Krankheit. I >ann aber zerreissen sie ihre Kleider, erheben ihre Stimme und weinen und streue:: Staub auf ihre Häupter. l'nd jetzt bricht wie ein reissender. übertretender Strom Iiiobs Klage hervor. Was er so lang verhalten in den fester Schranken der Gottcsergebung. all das brennend« Weh wallt jetzt hinaus in herzbewegender Aus i| spräche ..Untergehe der Tag, an «lern ich geboren, und die Nacht, die sprach : empfangen ist ein Knabe! Warum nicht starb ich weg vom Mutter leibe, kam aus dem Schosse und verschied .: Denn nun lag ich )md rastete, schliefe, da wäre mir Kuhe. Dort lassen Frevler ab vom Toben, und, dort ruhen krafterschöpfte; klein und gross ist dort, und frei der Sklave seines Herrn. Wäruni dem Mühevollen siebt er Licht, und Leben Her/.« betrübten : Die d*s Todes harren und er kommt nicht, mehr als nach Schätzen nach ihm graben f Die bis zum Jauchzen sich freuten, frohlockten so sie fänden ein Grab: Denn vor meinem Essen geht mein Stöhnen, und wie Wasser strömen meine Klanen. Nicht feir' ich und nicht rast' ich. und es kommt noch der Wahnsinn!" % > ' '"f-'-l .*' Mit dieser Klage Hiobs beginnt der dramatische Konflikt. Das Problem ist gestellt: Ks s a g t Ii i c h tj «W a h r h e i t j e n e r alte Glaube, d a s s in dieser -Jw e I t das Gute stets belohnt und n u r <1 ä s B ■ "> s e bestraft wird! Die Widerlegung dieses alten Glaubenssatzes. welcher noch in den Büchern Moses immer und immer wieder betont wird, die Aufstellung einer neuen Lehre, das ist der Zweck, aus welchen: das Buch Hiob geschrieben worden ist. <■ ' Die Jahrhundert langen geistigen Kämpfe, in denen im Gegensatz zur alten Vergeltungstheorie die neue Lehre sich durchrang, die werden unshier, in einer dramatischen Handlung vor Augen geführt In den einzelnen Personen des Dramas sind die entgegengesetzten Anschauungen verkörpert: Die schon genannten 3 Freunde des Hiob. die fanatischen Vertreter der alten Lehre; der später auftretende jugendlich begeisterte. EEhu.

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