Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Article
- Beilage zu Nr. 5
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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i Dingencdie Hauspflege. Die Notwendigkeit und def-Segen der Hauspflege ist so allgemein anerkannt, dass es sich erübrigt, sie besonders zu begründen. Nur eines mochte ich noch hinzufügen, rhss die Zeit der Hauspllege nicht zu kurz bemessen werden möge. Der Berliner krauenverein gewährt 10 Tage, analog den Gepflogenheiten der Fntbindungshäuser. wo die1 Frauen nach 10 Tagen entlassen werden, ein Zeitraum, der sichere Gewahr für gefestigte Gesundheit der Wöchnerinnen bietet, T , Ks ist ein reiches, schönes Arbeitsfeld, iti welchem unsere Frauen sich betätigen werden, f reilich wird es nicht angängig sein, alte diese Hinrichtungen in jeder Stadt zu treffen, man wird: nicht gleich ins (irosse und Weite gehen können, man niuss sich auch hier beschränken, mit dem Notwendigsten und Nächstliegenden beginnen. Ich erwähne das nur der Vollständigkeit halber, nicht um unsere f lauen schulmeisterlich zu belehren. Sowohl die Leiterinnen wie die Mitglieder stehen bereits-seit vielen Jahren in sozialer Arbeit, haben sich der fürsorgenden Thätigkeit mit grossem Geschick, Thatkraft. Yerständniss und'Herzensgüte gewidmet, haben sich in jeder Beziehung bewährt, dass es sie antasten hiesse, wollte ich ibpen Vorschriften machen. Aber dfese hochwichtige Materie durfte nicht anders als cinigermaassen erschöpfend behandelt werden. Ich kann mir ferner nicht vorstellen, dass es in der Absicht des Frauenbunde s liegen kann und Wird, isolirt in der grossen Kette sozialer Bestrebungen zu stehen. Das dürfte auch gar-nicht zum Vorteil für -den Frauenbund selbst ausschlagen. Alle grossen jüdischen Organisationen arbeiten an demselben Ziele, unsere Glaubensgenossen sozial, wirtschaftlich, sittlich und geistig zu heben, und darum sollten alle diese Institutionen Fühlung mit einander suchen, um einen gegen-, seitigei» Austausch ihrer Erfahrungen und Idctui zu bewirken, sich gegenseitig stützen.und fördern.'" Das karfh und mute für Alle nützlich sein. Die % rr ■ . h besten Geister erdenken, die edelsten Herzen fühlen, tausende von Händen rühren sich, um Hülfe, Gesittung. Freiheit den Unglücklichen zu bringen, und die Gesammtlage der Judenheit drängt mit innerer Notwendigkeit dahin, die zahlreichen Kräftefür diese Riesenarbeit ■/u cor- . - centrieren, und über kurz oder lang' w ird sich eine ( entralinstanz herausbilden, in welcher, alle grösj*en jiidisthen Institutionen der civilisirten Welt Vertreten sein werden, um gemeinsam., für das wobF} Aller zii rathen Und zu thaten. . Auchnach einer anderen Richtung ist nicht zu 'befürchu-n. dass unsere Frauen sich isoliren'. werden." F)er Ruf-: ..Los vom Mann" wird 'bei: unseren Frauen keinen'Boden linden, die Tradition .und Krziehung lassen es nicht zu. Mit Recht sagte Als. S<t|on).tn. in der oben erwähnten Sitzung an* 1.12. 'Jjmi: ,,,I)ass Frauen in einem ("pmrtesitzen . und. berathen ist gut. besser ist es, wenn .Frauen - und - Männer zusammen im Comitc sitzen und berathen." Solcher besseren ('oftiitesgic,bt"'es"eine" zahllose Menge, das ist die Familie. Pip Familie-, ist die Grundlage des Staates, die -Familie ist das ideale Band der Menschheit. Hier entfalten sich die v '**,-'•* - - - . schönsten Regüpgen, hier blühen 'die herrlichsten Segnungen, dasllerrlichste. was Gott den Menschen / gewähren konnte, die Menschenknospei hat,"er in den -Schoos* der Family." gelegt. Diese - zu wahren, zu hüten, zu bilden. KU°erziehen ist und wird immer die hehrste und dankbarste Aufgabe der Frau bleiben. Je hoher die .Trau und - Mutter ausgebildet wird. Je reiner.' vi >llkonuucncr und freier sie sich emporhebt, je gesunder korper-. lieh und geistig sie sich fortentwickele jeT fester und harnionischer ihr Character sich 'gestaltetdesto mehr und gew ichtiger w ird ihre .Stimme' iin . Rathe der Familie sein, desto erhabener wird ihr* Wirkenin der Familie sein. In vollendeter Schönheit . wird das Fw igAVeibliche.rerstrahlenr , .. '»"•-"; Mann und Kinder emporheben . zu jener. Idealrtä^ der ethischen und ästhetischen Vollkommenheit. ■ Der innere Gehalt der -Familie -wird.'eine grosse Bereicherung erfahren, der -Familiensinn, jjc gründet auf Menschenglück und Menschen freude -wird edlere'-Formen annehmen. wcnn:; der Sinn der Kinder schon früh auf Menschenliebe''und Metischenbeglückung gerichtet wird. Frei ist die Bahn für den jüdischen ,l'raüeir-■'. burtd. viel verheissend sind die Aussichten, mögen j sie fielt bewahrheiten ihnen zur wahren Befriedigung, der Judenheit zur F.hrc. der Menschheit. zum Segen. .' . - £7 —