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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1904-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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s — 67 - 36. Am 14. Mai 1904 Br. Joseph Spanier, Mitglied der Heniy Jones-Loge in Hamburg seit dem 2. 4. 90. - Geb. den 2. 1. 55 in Lübeck. 37. Am 8 Juni 1904 Er. Aron Daniel, Mitglied der Pömmerania-Loge in Stargard i. P. seit dem 8 4. 00. — Geb. am 25. 3. 37 zu Rublitz. 38. Am 14 Juni 1904 Br Herrmann Hirsch, Mt'glied der Deutschen Reichs-Loge in Berlin seit dem 7. 5. 87. — Geb. am 19. 11. 31. zu Reetz. 39. Am 3 März 1904 J3r. Hermann Trennd I in Breslau, Mitbegründer der Mamreh-Loge in Beuthen O. S. seit dem 28. Februar 1884. — Geboren am 22. März 1859 zu Gleiwitz. Die jüdische Toynbee-Halle der Berliner Bnei-Bri ss-Logen. Br. Dr. Julius Citron (Bertb. Auerbach-Loge). Mottoj „Tages Arbeit, Abends G:istc! Saure Woclien, frohe Feste!" Sei «lßin künftig "Zauberwort •l j;f(Goetbe). . Die Berliner Bnei-ßrisslogen haben ein grosses Werk in Angritt' genommen. Die Gründung einer jüdischen Toynbee-Halle in Berlin ist nahezu durchgeführt. 1 Im Oktober d. J. werden sich in der Kaiserstr. 10 die gastlichen Pforten unseres Heims weit öffnen. Die Aermsten werden zu uns kommen, und zugleich erwarten wir die Reichsten. Nicht aber die Aermsten an Geld und Gut allein wollen wir heranziehen; denn es giebt eine Armuth, die nicht minder gross und nicht minder verbreitet ist: die Armuth des ßemüthes und des Geistes. An Die wenden wir Uns, die nneimüdlich arbeiten, ohne am Abend Rast zu machen, um des Lebecls Freude zu gemessen, des Lebens Schönheit in sich aufzunehmen. An die jungen Männer treten wir heran, die in rauchigen Lokalen schlechtes Bier trinken und sich an geschmacklosen Dingen erfreuen. Wir geben ihnen gute und schöne Kunst. Den jungen Mädchen zeigen .wir neue Wissensgebiete, wir schärfen ijtren Verstand und stählen ihren Charakter, dass sie den Verführungen der Grossstadt besser widerstehen kynnen damit die Schmach der jüdischen Prostitution sich mindere. Und die Reichsten erwarten wir. Sie, die Von der Fülle ihres Wissens überströmen. Sie, deren Thatendurst kein Feld der Bethätigung findet, und die unter der Last der Unthätigkeit verkümmern. Ein weites Arbeitsgebiet eröffnen wir ihnen. * Und ihre Brüder und Schwestern sind es, für die sie arbeiten werden. Aus ihres Wissens Fülle werden sie spenden, mit dem Wohllaut ihrer Kehle werden sie Sorgen verscheuchen, mit freundlichem Lächeln werden sie eine Erfrischung reichen. Und die Reichsten werden noch reicher werden. Sie werden Freude an ihrem Reichthum empfinden, denn das Gluckspenden allein macht glücklich. Friede wird in der Toyabee-Halle sein. Der Streit von draussen wird in diese Räume nicht hineindringen. Allein, was uns' aneinander bindet, darf betont werden, das einigende Band, das uns seit Jahrtausenden umschlingt. Den Judenstolz wollen wir erwecken; darum werden wir die Kunde unserer glorreichen Geschichte verbreiten und die Schätze unseres Schriftthums jedem Mann, aus dem Volke zugänglich machen. Unwissenheit und Aberglauben' ^wollen wir bekämpfen, Krankheiten und Gebrechen' verhüten, darum werden wir Naturwissenschaften und Hygiene pflegen. Das Rechtsgefühl wollen wir stärken, und treflliche Juristen werden uns arbeitsfreudig unterstützen. Zusammenschließen, eng zusammeflschliessen wollen wir uns als Juden, damit wir uns wieder lieben lernen, aber abschliessen wollen wir uns von der Gesammtheit nicht, denn wir sind nur ein Thefl von ihr, <und wir' würden verdorren '» ' und veikümmem, wenn wir den Zusammenhang mit dem Geistesleben der gesammten Menschheit auch nur für kürzeste Z*it unterbieten würden. •' Der Gedanke der jüdischen Toynbee-Halle hat sich schnell bei uns eingebürgert Einmütig haben - die Berliner Logen einen beträchtlichen Credit zur Verfügung gestellt, damit das Werk begonnen werden könne.; -JJnd viele Brüder haben, als \d|er Ruf an sie erging, uns jährliche oder einmalige Beiträge •geleistet. Viele Brüder, aber nicht ali e. Geschenke wurden uns zu theil, für die wir hier danken wollen : Thee, ein Regulator und ein Bild. Ein'" Piano, wird uns von einem Bruder geliehen werden. . -" Aber noch fehlen allzu viele BrHderl' Und das darf nicht sein. Nicht um des Geldes willen, dessen wir dringend benötltigen. wenn die Durchführung, den Erwartungen entsprechen soll, , sondern um unserer Brüder selbst willen. Ein Werk Aller soll es seip. Ein 'jeder Bruder soll" die Toynbee-Halle als sein Werk ansehen Stolz soll er darauf sein. Darum ergeht heute noch einmal an. alle Brüder die dringende Bitte, an dem grossen Werke mitzuarbeiten," das einen Ruhmestitel der Berliner Logen und des gesammten Ordens Buei-Briss bildeu soll. *) ■ ~ .. . .; \: Die Einrichtung der Wanderbibliothek der Unitas-Loge,,Strassburg i. E. von-Br. Dr. S. Grombacher. V" ' •".' v . ' ' V Im vorigen Jahresbericht der Uuitas-Loge an die hw. Grpssloge wurde der segensreichen Einrichtung der Wanderbibliothek von Seiten der Uuitas - Loge Erwähnung gethan. — Da seitdem schon verschiedene Schwesterlogen genauere Aufschlüsse hierüber erbeten haben, so halte ich es an der Zeit, einen detaillirten Bericht über diese Einrichtung zu veröffentlichen. — - Die Bibliothek besteht heute aus ca. 500 Bändelten. Jede Gemeinde erhält zugleich 20/bis- 30 Bücher, die aus verschiedeneu Gebieten zu einer Serie zusammengestellt und den Lesebezirken etwa ein Vierteljahr unentgeltlich unds kostenlos überlassen werden. r*~ Die Bücher haben neben i i.' . *) Geldsendungen für die Toynbeo-I lalle' --inJ ausschliesslich an 'JCxpräs. Br. Max M e y e r, Berlin ..N \V., Karlstr. 33, zu richten. Alle Zuschriften betreffend ' du- Toynbee-1falle sind .in Br. Dr. med. J. Citron, Lessingstr. 10; .zu adre*siren.

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