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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1904-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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_ RS — ' der laufenden Xummer 1, 2, 3 ... . noch die SerieBBummern I, II, III.....Diejenigen Bücher, welche dieselbe S-rini nummer haben, bleiben im allgemeinen stets beisammen. Mit dem Ausleihen der einzelnen. Bücheisel ieu ist der Rabbiner oder der Lehrer oder auch der Vorsteher des be treffenden Ortes, die uns ihre Bereitwilligkeit hierzu auf Grund unser vorhergehenden Anfrage aussprachen, betraut. " Die Leihfrist der Bücher beträgt im Allgemeinen M Tage. Die Bücher selbst müssen natürlich in dauerhafte Ein bände gebunden seiiL. — In einem jeden Band ist'eine Benutzungsordnung der Wanderbibliothek eingeklebt — Die Versendung erfolgt in festen Wefdenkörben nach den Bahnstationen als Expressgut, nach Orten, die keine Bahn haben, durch die Post. Es dürfte sich jedoch empfehlen, statt der Weidenkörbe leichte Holzkisten zu verwenden, um eine möglichst grosse Schonung der Exemplare zu erreichen. Sämmtliche Hängeschlösser an den Körben haben den gleichen Schlüssel. Ein solcher ist immer in. den Händen der Serienempfänger und ein zweiter hier in der Loge. Zum Zweck der Kontrolle hat jeder Empfänger und Weiterverleiher einer Serie ein auf die betreffende Gemeinde ausgestelltes Controllbuch zu führen, in das Nummer und Titel des Buches, die Daten der Entnahme und Rückgabe und der Name des Entleihers (im allgemeinen durch dessen Unterschrift) eingetragen werden. Die, Centrale Strassburg. wohin sämmtliche Serien an einem vorher bezeichneten Termin zurückkehren, führt über den Verbleib und die Benutzung der einzelnen Serien eine weitere Kontrolle. Dis erwähute. auf die betrett-nde Gemeinde ausgestellte Kontrollbuch, das immer mit der Serie wieder hier eintrifft, zeigt uns, wie oft und von wem jedes einzelne Buch gelesen wurde. — . ~ Zwei Kataloge sind angelegt, deren einer eine nach lautenden Büchernummern geordnete l ebersicht übe?' den Bestand gibt, während der andere, ein alphabetisch geordneter Zettelkatalog, genauere Angaben über jeden Band enthält. Eine statistische Aufstellung zur Bearbeitung des bisher gewonner.cn Materials auf eigens dazu angelegten Tafeln wird soeben angefertigt, deren Ergebnisse seiner Zeit in diesen Blättern veiöffentlicht werden. — Die verfügbaren Bücher sind theils speziell jüdischen, theils —- in geringerer Zahl — auch allgemeinen Inhalts. So sind vertreten einige populärwissenschaftliche! bezw belehrende Werke über jüdische Geschichte, Literatur- und Kulturgeschichte,- Monographien über bedeutende Männer u. a. m. Als Hauptbestandteil erachten wir für unsere Zwecke dievjüdische Belletristik, deren sämmtliche Werke. — soweit sie erhältlich waren. — wir besitzen. Vollständig vorhanden ist auch die „Jüdische Universalbibliothek (Verlag von Brandeis Prag). - Wenn wir jetzt nach anderthalbjähriger Erfahrung Schlüsse ziehen dürfen, so kommen wir zu dem,.Resultat, dass gute belletristische Bücher und Jugendschriften (auf letztere ist besonders Werth zu legen!) am meisten Anklang finden Schon hat die israelitische Oberbehürde eines süddeutschen Staates den Plan gefasst, nach dem Muster unserer Wanderbibliothek für ihre Landgemeinden eine gleiche Einrichtung zu treffen. Auch einige Schwesterlogen verfolgen, wie bereits erwähnt, denselben Gedanken. So können wir horten, dass diese mit verhältnissmä- | gelingen Mitteln geschaffene Institution sich immer weit I verbreiten und unter unseren Glauben«genossen reichen Seg u stiften wird. Wohlfahrtsbestrebungen der Logen. Die Ferien-Colonle für jüdische Kinder zu Berlin rstaüet Bericht über die Thätigkeit und Erfolge im Jahre Iii I woraus hervorgeht, dass in diesem Jahre 354 jüdisch n Kindern die Wohlthat eines vierwöchentlichen Sommeraufenthaltes gewähr! werden konnte. Ausserdem fanden 60 Mädchen und 3t) Knaben in dem Ferienheim zu Bad Eimen eine je vierwöchentliche Aufnahme, mit einem ganz vorzüglichen Erfolg. Die Ferien-Colonie besitzt zur Erwerbung eines Grundstückes an der Ostsee Mk. 10 000 welcher Betrag mangels eines passenden Grundstückes noch nicht verwendet werden konnte^ Indessen in Misdroy wurden vergangenen Sommer geeignete Räume gemiethet, und daselbst im ganzen 61 Mädchen 'untergebracht, das Comite hoff; in diesem Jahre noch ein geeignetes Grundstück zur Errichtung eines Hospizes an der Ostsee erwerben, und im nächsten Jahre voll belegen zu können. Dass dem Comite von einem Logenmitgliedte der Betrag von Mk. 100 000 zur Verfügung gestellt wurde zur Errichtung eines Reconvaleszentenheims für jüdische Kinder in Eimen, soll schliesslich noch hervorgehoben werden, 'denn diese Thatsache dürfte alle unsere Brüder hocherfreuen. , Die Zion-Loge in Hannover hat vor 4 Jahren bereits ein „Comite zur Fürsorge Kur- und Pflege be* d ü r f t i g er K i n de r" gebildet, das seitdem ausserordentlich segensreich gewirkt hat. In dem pro 1!»03 erstatteten vierten Jahresbericht wird besonders betont, dass dank der Opferwilligkeit vieler Gönner eine erhebliche Anzahl von Kindern während der Sommerferien zum Kuraufenthalt fortgesandi, und ausserdem der Fonds zur Errichtung eines Seehospizes um Mk. 1 000 gestärkt werden konnte. Im Jahre liixW wurden die Kinder im Soolbade Salzhemmendorf unter Beaufsichtigung des Herrn Dr. Mayer daselbst untergebracht/ woselbst unter Leitung einer bewährten Dame eine eigene Haushaltung mit ritueller Verpflegung errichtet wordjer, Nach der dem Bericht beigegebenen Gewichtstabelle habe - sämmtliche Kinder an Körpergewicht ansehnlich zug - nommen, einzelne darunter bis 4 Kg.; die Durchschnif - zunähme betrug 1,7 Kg. Es ist erfreulich zu sehen, auf welch fruchtbaren Boden die von der Zion-Loge gegebene Anregung gefallen ist. das Spendenverzeichnis ergibt, dass von 137 Personen, in Hannover und Linden wohnha , 2 18S Mk. Jahresbeiträge gespendet wurden, ausserdem gingen an Geschenken etc. im Jähre 1903 noch 2106,08 Mk. ein.; Die Ausgaben, incl. der bereits e - wähnten 1000 Mk., die dem Conto „Seehospjz" überwiesen wurden, betragen Mk. 4646,15 und Mk. 1190,16 sind für das Jahr 1904 als Bestand verblieben. Unter den Ausgaben sind auch Beträge enthalten, die für Einkleidung der Ferienkolonisten verwendet worden sind, woraus hervorgeht, wie

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