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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 3 - März
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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— 41 — ■ In Angelegeuheit der" Errichtung eines allgemeinen Archivs der Juden Deutschlands hat der Deutsch-Israelitische Gemeindebund mit uns genieinsam folgenden Aufruf an die grösseren Gemeinden gerichtet: „Einem verehrlichen Vorstand beehrt sich der ergebenst unterzeichnete Ausschuss folgendes vorzutragen: Auf Veranlassung des Fürstlich Plessscheu Archivar« Herrn Dr. E. Zivier, hat die Grossloge für Deutschland U. O. B. B. dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde die Anlegung eines grossen gemeinsamen Archivs für die Juden Deutschlands empfohlen. Hier sollen die judischen Gemeinden, Verbände, Gesellschaften, auch Private solche wichtigeren Urkunden und Actenstücke, die sie für ihre laufenden Geschäfte nicht mehr gebrauchen, im Original oder, sofern sie sich ihrer nicht entäussern wollen, in Abschrift niederlegen. Es handelt sich dabei um Gemeinde- und Gesellschaftsbu Igets, um Anstellungen und Dienstinstruktionen, Acten über Erbauung und Einrichtung von Synagogen und Schulen, ^Friedhofs-.und Synagogenordnungen. Erwerbung von Grundstücken. Verkehr mit den staatlichen Behörden, sowie auch um historische und biographische Merkwürdigkeiten jeder Art auch aus älterer Zeit u. 8. w. Nur wenn alle diese Acten sicher aufbewahrt und wohlgeordnet, stets der Einsicht der Interessenten otfen liegen, darf man hoffen, sowohl eine durch Präzedenzfälle gewährleistete Konstanz der Veiwaltungspraxis zu schaffen, als auch dem Historiker, Culturhistoriker, Statistiker, Staatsrechtslehrer und Politiker ein genügende.« Material zur Beurtheilung der Zustände der Juden Deutschlands zu bieten. In erster Linie aber sollen die jüdischen Gemeinden selber in dem Gesammtarchiv die immer offene Quelle der Belehrung für ihre ganze Verwaltungsthätigkeit finden. Der Ausschuss des Deutsch-Israelitischen Genieindebuudes war einstimmig der Ansicht, Hass einerseits ein solches Gesammtarchiv für die Gemeindeverwaltung wie für die Geschichte der deutschen Juden von giösster Bedeutung sein würde, <lass andererseits seine Herstellung and Erhaltung in hervorragendem Maasse unter die Aufgaben und Ziele einer Centrälverwaltung und Centralsammelstelle der jüdischen Gemeinden Deutschlands falle. Er hat also die Bildung eines solchen Archiv in Gemeinschaft mit der hpchwürdigen Grosslffge U. O. B. B. ins Auge gefasst. Wir erlauben uns nunmehr, an Einen verehrlichen Vorstand die ergebene Frage zu richten: ob er uns durch Ueberlassung des bez. Actenmaterials bei der Gründung eines Gesammtarchivs der Juden Deutschlands zu unterstützen gedenke? Es versteht sich, das die Auswahl der Acten, die dem Archiv, sei es im Original, sei es in Abschrift, sei es in regestenartigem Aaszuge, zu überweisen wären, lediglich dem verehrlichen Vorstande selbst überlassen bleibt. Ebensowenig, wie von einer staatsrechtlichen oder juridischen, kann hier von einer moralischen Verpflichtung die Rede sein. Nur das Empfinden für den allgemeinen Nutzen und den der Einzelgemeinde selbst, kann hier den Ausschlag geben. Kuiem freundlichen Bescheide sehen wir in möglichste Beschleunigung entgegen. Der Ausschuss des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes Prof. Dr. M. Philippson (ieschäftsführender Vorsitzender. :'<.. .- ■' '; : |j T .! Die Gros^loge in Deutschland VIII : ü. O. B. B. T.i m e n d o r f e r Präsident. Die G e r m a n i a - L o g e in Halle hat in unmittelbarer Nähe des Soolbades Wittekind eine Villa mit ca. 3000 am. grossem Garten eiworben, und ist dadurch in der Lage, nicht nur während der Ferien, sondern schon vom 1. Mai ab Kinder im Alter von 5—16 Jahren, welche einer Soolbadekui bedürfen, oder mediciriische Autoritäten in Halle in Anspruch nehmen, eine sorgsame und sachgemässe, sowie streng rituelle Verpflegung zu gewähren Zu jeder weiteren Auskunft ist der Präsident der Germania-Loge, Br. Moritz Fackenheim, gern bereit. Aus dem Gedächtnissbuche der Grossloge. Seit unseren letzten Angaben haben wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starb: Schwesternverein Dresden. Der unter den Anspielender Fraternitas-Loge gegründete Schwesternverein besteht zwei Jahre. Wir waren genöthigt, von vornherein unserm Programm enge Grenzen zu ziehen, weil wir einmal gegen Missgunst und Verkennung unserer Prinzipien anzukämpfen und andererseits unsere Kräfte zu prüfen hatten. Das eiste Jahr war denn für uns ein Probejahr. Wir freuen uns, es aussprechen zu können, dass wir festen Fuss gefasst haben nnd durch die Ergebnisse des ersten Jahres ermuthigt worden sind, auf der uns gezeichneten Bahn fortzuschreiten. — Wir veranstalteten Heimabende für kaufmännisch angestellte jüd. Mädchen. Der Zweck, den Mädchen einen Anschluss zu ermöglichen, den alleinstehenden einen Halt, einen Zufluchtsort zu gewähren, wo sie gesellig verkehren, in etwaiger Nothlage Rath nnd Hülfe finden können, ist erreicht worden. Wir haben mit Genugthuung bemeikt, wie die anfangs zaghaften, vielleicht auch etwas miss- 11. Am 29. Februar 1 '»04 Br. Joseph Levy II, Mitglied der Unitas-Loge in Strassburg i. E. seit dem 3. März 1900. — Geb. den 21. Februar 180-i in Habsheim. 12. Am 8. März 1904 Br. Simon UhlmaD, Mitbegründer. der Stuttgart-Loge in Stuttgari — 17. Dezember 189J — Geboren den 12. April 1836 in Freudentlfal. ,

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