Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1904-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Während der Distrikt Ende 1901 4774 Mitglieder zählte, zählte er Ende 1902 5214 Mitglieder und Ende 1903 5634 Mitglieder An der Spitze stehen wie bisher die Lessingloge mit 398 und die Frankfurtloge mit 359 Mitgliedern. Und es ist ein erfreuliches Zeichen, dass selbst diese grossen Logen auch im Jahre 1903 in ihrer Mitgliederzahl um 14 resp. IG Mitglieder gestiegen sind. Den grössten Zuwachs hatte im Jahre 1903 die Montefiore- Loge mit 37 Mitgliedern und die Berthold, Auerbach-Loge mit 23 Mitgliedern. Die erstere Loge hat die Zahl 200 überschritten, ihre Mitgliederzahl betrug Ende 1903, 215 und die Berthold Auerbach-Loge nähert sich der Mitgliederzahl von 300, zu der ihr Ende 1903 nur noch 'J Mitglieder gefehlt haben. Die München-Loge hat sowohl im Jahre 1902 als im Jahre 1903 um je ein Mitglied abgenommen. Eine ganze Reihe von Logen sind in ihrem Bestände, gleichgeblieben, noch andere sind bedauerlicherweise in ihrem Mitgliederbestande zurückgegangen. Er treulich war die festzustellende Thatsache, dass die Installationen der neuen Logen von Delegirten der anderen Loge-, zahlreich besucht waren und es kann nach dieser Richtung nur auf die früheren Ausführungen über den Werth solcher Besuche hingewiesen werden. Aber ich kann nicht unterlassen, zu berichten, dass ich namentlich auf meiner letzten Logenreise vielfach Klagen gehört habe über die Qualität der Delegirten in Bezug auf ihre Fähigkeit; in rednerischer Beziehung ihre Loge zu vertreten und zwar nicht nur bei Installationen, sondern auch bei anderen Gelegenheiten. Es wurde darauf hingewiesen, dass selbst der nachhaltigste Eindruck, den Installationen, Einweihungsfeste, Trauerlogen etc. durch die Reden der Festredner hervorbringen, in erheblicher Weise abgeschwächt wird, wenn eine ganze Reihe der nachfolgenden Redner in farbloser Weise Glückwünsche . resp. Condolenzen ihrer Logen aussprechen. Man hat mich gebeten, die Logen zu ermahnen, es nicht mehr so zu machen, wie es viele angeblich thun, dass sie gerade denjenigen Bruder, der an irgend einem Orte zufällig aus geschäftlichen oder anderen Gründen sich aufhält, bitten, die Loge zu vertreten. Man kann ja ein sehr verdienstvoller und lieber Bruder sein, ohne gerade die Fähigkeit zu haben, angemessen zu repräsentiren. Und es wird hauptsächlich Aufgabe der Beamten einer Loge* sein, durch ihr opferfreudiges Beispiel bei solchen Gelegenheiten ihre eigenen Logen vor solchen Vorwürfen zu schützen. Ganz etwas anderes ist es, wenn ich die Brüder, die aus irgend einer Veranlassung an irgend einem Orte sich aufhalten, wo Logen exisliren, ersuche, wenn irgend möglich, den Sitzungen der Loge beizuwohnen. Jede einzelne Loge freut sich über den Besuch auswärtiger Brüder und jedes einzelne Mitglied ist sicher im Stande, Eindrücke und Anregungen, die er in einzelnen Logen empfangen hat, der eigenen Loge zu übermitteln. Die herzlichsten Beziehungen zwischen den einzelnen Logen aufrecht zu erhalten, muss überhaupt Aufgabe jeder einzelnen Loge sein. Freilich habe ich auch nach dieser Richtung hin von meiner Logen* reise Wünsche nach Hause gebracht. Es wurde gebeten, diese herzlichen Beziehungen nicht zu einer leeren Form herab zu drücken, da sie dann auch bei den Empfängern nur als eine leeje Form empfunden wird. Der Sekretär einer süddeutschen Loge hat mich gebeten, die Sekretäre der einzelnen Logen dadurch zu entlasten, dass ichi den Wunsch öffentlich übermittele, Einladungen der einzelnen Logen an:. die anderen Logen zu deren Festlichkeiten, namentlich den Stiftungsfesten, nur dann ergehen zu, lassen, wenn anzunehmen ist, dass solchen Einladungen aijch wirklich stattgegeben wird. Das die benachbarten Logen einander zu jedem wichtigeren Ereigniss einladen, ist selbstverständlich. Dass 10 oder 20 jährige Stiftungsfeste oder Einweihung neuer Logenräume Ereignisse sind, welche die Betheiligung des ganzen Distrikts verdienen, dürfte ebenfalls selbstverständlich sein. Dass aber jede einzelne Loge zu jedem Stiftungsfest alljährlich sämmtliche Logen einladet, wobei doch nicht darauf gerechnet werden kann, dass aus entfernteren Gegenden die Logen Delegirie entsenden, scheint vielfach als, überflüssig empfunden zu werden. Vielleicht dürfte sieh auch hierbei die Einladung durch die Monatsberichte empfehlen. Wie hoch die Logen selbst, den Besuch von Delegirten schätzen, ergiebt sich daraus, dass es .allerseits als empfehlenswert bezeichnet wird, die Beamten- Installationen durch fremde Ex-Präsidenten vollziehen zu lassen, wie das auch meistenteils geschehen ist; es ergiebt sich ferner daraus, dass mehr als früher die Grossloge um Besuche durch Delegirte gebeten wird. Und so -sind im Jahre 1902 von Delegirten der Grossloge 43 Besuche bei den Tochterlogen ausgeführt und im Jahre 1903 sogar 48 Besuche. Freilich ist die Erfüllung aller dieser Wünsche mit Kosten verbunden. Die Propaganda hat im Jahre 1902 über 2000 Mark gekostet und im Jahre 1903 über 1500 Mark, die Besuche der Logen etwa 1300.Mark resp. 1100 Mark und die Installationen etwa 1300 Mark resp. 900 Mark. Für Vqrträge in einzelnen. Logen sind im Jahre 1'. tOJ 1175,00 Mark und im Jahre 1903 1226,65 Mark geleistet worden. Wenn trotzdem die Kassenverhältnisse der Grossloge . ■- « Ende 1903 ein günstiges Bild zeigen, — der Grosslogen- Fonds besitzt ein Aktivum von über 9000 Mark, während Ende 1902 ,ein Defizit von etwa 500 Mark vorhanden war t— so liegt das hauptsächlich ah dem Ausfall der Grosslogen-Sitzung im Jahre 1903. Und. ei wird Sache der Vollversammlung sein, zu erwägen, ob durch den Ausfall der Versammlung 1903 irgendwelche Nachtheile für den Orden sich «rgeben haben. Im Schosse des geschäftsführenden Ausschusses und wohl auch des General-Comites ist. das verneint worden. Im Jahre 1902 haben 20 Aüsschuss-Sitzungen stattgefunden und 3 Sitzungen des Generalcomites. im Jahre 1903 21 Aüsschuss-Sitzungen und 2 Sitzungen des General-Comites. Vom 6. Mai 1902 bis 30. April 1903 sind 0471 Briefe bei der Grossloge eingegangen und 12533 abgesandt worden, Man kann hieraus ersehen, dass der Geschäftskreis der Grossloge sich immer mehr erweitert, was nicht nur mit der numerischen Vergrösserung des Distrikts zusammenhängt. Hat sich somit der Beschluss, nicht grade alljährlich eine Sitzung der Grossloge abhalten zu müssen, bewährt, so ist es andererseits doch wohl zweifelhaft, ob der Beschluss, bereits am 7. Februar die Sitzung anzuberaumen, sehr glücklich war. Vielleicht hätten die Vorbereitungen für diese