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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 3 - März
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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bald zu beginnen. Ich habe bei meinem letzten Besuche die Erfahrung gemacht, dass die Wünsche, zu unserem •J*'ährigen Stiftungsfest, welches wir im Jahre 1907 zu feiern haben werden, etwas Grosses, allerseits Befriedigendes zu scharten, noch immer nicht verstummt sind, und ich glaube, ein Werk wie das geplante, als Festgabe zum -25jährigen Stiftungsfest dürfte den Wünschen Aller entsprechen. Aber mit dieser inneren Befriedigung allein ist es rieht gemacht, schon jetzt ermahne ich die Logen, dem später an sie zu stellenden Ersuchen, uns aus ihrer^eigenen Loge'das erforderliche Material zur Verfügung au stellen, nachzukommen. Das Bedauern, dass Anfragen "an die Logen seitens der Grossloge zum Theil gar keine Erledigung, zum grossen Theil nur unvollständige Erledigung linden, weicht 3 in allen meinen bisheijigen Berichten zum Ausdruck gekommen ist, muss ich auch für die letzte Berichts-Periode wiederholen. ■Fa. es ist wiederholt vorgekommen, dass einzelne Logen sich zu Richtern aufgeworfen haben, ob solche Fragen zweckmässig oder unzweckmässig sind, zu der letzteren Anschauung gekommen sind und deshalb keine Antwort ertheilt haben_ Möchten doch die Logen bedenken, wie die Arbeitsfreudigkeit in der Grossloge dadurch gemindert wird und wie nicht im geringsten Statistik geübt werden kann, wenn .auch nur einige Logen ihre Mitwirkung versagen. ~Es wird sie gewiss unerfreulich überraschen, wenn sie hören, dass kaum die Hälfte der Logen ihre Jahresberichte einsenden. Gross, überraschend gross ^sind die Verluste, die der Orden durch den Tod erlitten hat. Nicht nur in Deutschland^ sondern in der ganaen Welt, wo Juden wohnen, hat der Tod unseres Ordenspräsidenten Leo N. L e v i auf das Tiefschmerzlichste berührt, der Tod desjenigen Mannes, dem wir in der Grösslogen-Sitzung im Jahre lQOO zu Seiner Wahl unser vollstes Vertrauen ausgesprochen und unsere respectvollsten Glückwünsche entgegengebracht haben, denwir dann durch den Bericht unseres Delegaten zur-Convention verehren und später durch seine Thätigkeit lieben gelernt haben, den Tod des Mannes, dessen Herz so überaus warm für die Leiden seiner Stammes- und Glaubensbrüder schlug und der alle seine Kräfte zum Versuch der Hebung dieser Leiden einsetzte. Trotz'seiner kurzen Amtsperiode schulden wir dem heimgegangenen Ordenspräsidenten höchste Dank- ' barkeit, die ndch durch den wehmütigen Gedanken verstärkt wird, was er alles noch hätte leisten können, wenn er nicht im besten Mannesalter — er ist nur 47 Jahre alt geworden — durch den Tod abberufen worden wäre. In wie hohem Grade Br. L,e o N. L e v i auch innerhalb des Deutschen Distrikts geschätzt worden ist. ergeben die Beileidsbezeugungen der einzelnen Logen. Fast alle Logen haben der Grossloge ihr Beileid bezeugt und sämmtliche Logen ohne Ausnahme haben Trauerlogen veranstaltet. Die Grossloge selbst hat der Constitutionsgrossloge und den Angehörigen des Br. L e v i das herzlichste Beileid übermittelt und die Vollversammlung der Grossloge wird eventuell darüber zu entschliessen haben, in welcher Weise das Andenken an den verehrten und lieben Verstorbenen im Deutschen Distrikt gesichert werden soll. Mit verdoppelter Innigkeit richten^ich unsere Blicke auf den Vorgänger unseres Ordenspräsidente'n, Bruder B i e n, den edlen Greis mit dem jugendlichen Herzen und die besten Wünsche für seinen Lebensabend drängen sich heute auf unsere Lippen, damit es diesem Bruder vergönnt sein möge, auch noch lange Zeit der treueste Berather unseres zukünftigen Ordens- : i-:denten zu sein, wie er es dem Verstorbenen gewesen ist. Aber auch unser Distrikt selbst hat überaus zahlreiche und schmerzliche Verluste er'itten. Im Jahre "1902 sind 61 Brüder und im Jahre 1908, M ürüder verstorben. I >ie Fraternitas-Loge hat den Tod der Expräsidenten SamuM Frankel, Julius Guttentag, Adolf Welse , und Adolf Schleich, die Montefiore-Loge den Tod des P'xpräsidenten E u g e V Rosenstiel, die Deutsche - Reichs - Loge den Tod der Expräsidenten * Gotthilf Simon, HugoSachs und Emil Neustadt. die L nitas-Loge den Tod des Ex-Pr. Julius L e v y, die Rheinland - Loge den Tod des Ex-Pr H e r m a rinn Merjrentheim, die August Lamev-Loge den Tod des Ex Pr. LeoRegenb u r g e r, die München-Loge den Tod des Ex-Pr. Dr. Merzbacher,' die Humanitas-Loge den Tod des Ex-Pr. Alexander Stein, die Frankfurt-Loge den Tod der E\-Pr. Aron Mayer und ,1 ulius l'lotke, die khenus-Loge den Tod des Ex-Pr. Bernh. Albert Mayer zu beklagen. Wahrlich, wir brauchen nur die Namen der Verstorbenen zu hören, um unsern Schmerz wieder aufleben zu lassen.: Pietätvoll wollen wir auch an dieser Stelle der Verdienste der Verstorbenen gedenken und geloben, ihnen ein treues Andenken auch über den Tod hinaus zu bewahren. Das Andenken an J u 1 i u s P 1 o, t k e, es ist im Deutschen Distrikt gewährleitet durch die am 24. Januar er. stattgehabte Installation der Loge in Kaiserslautern, welche sich zu Ehren des Verstorbenen den Namen Julius Plotke-Loge beigelegt hat. Ausser dieser Loge, welche mit 52 Mitgliedern installirt ist, sind in der Berichtsperiode noch installirt die Bergische-Loge in Barmen-Elberfeld am 25. Mai 190"- mit t>3 Mitgliedern, wovon t! schon früher anderen Logen angehörten, die Mosel-Lbge in Trier am 28. September 1902 mit 6a Mitgliedern, die Osfpreussische Loge in Osterode am 30. November 1902 mit 34 Mitgliedern, wovon 19 dem Orden bereits früher angehörten, die Maimonides-Loge in Nürnberg am 25. Januar 190? mit 63 Mitgliedern, die Herder-Loge in Heilbronn am 15. März 1903 mit 51 Mitgliedern und die Michael Sachs-Loge in Königshütte am 14. Juni 1903 m'v. 30 Mitgliedern, wovon 12 schon früher dem Orden angehörten. Zu unserer grossen Genugthuung wird die Versammlung über Ertheilung der Freibriefe für Lübeck und Landsberg §.W. zu beschliessen haben. Wenn trotz der zahlreichen Todesfälle die Zahl unserer Mitglieder doch stetig zunimmt, so ist dies ein erfreuliches Zeichen dafür, dass nicht nur die Propaganda nach aussen, sondern auch die nach innen auf den richtigen Bahnen sich befindet und ich kann nur immer wieder den Wunsch wiederholen, dass diese Propaganda nicht erlahmen möge.

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