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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Article
Beilage zu Nr. 2
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Kr war es. der im Verein mit Simon WoW die ganze Aktion in einer s<> hochpolitischen Weise durchgeführt hat, dass man w ahrhaft staunen muss. Es war ein merkwürdiges Wort',' das Simon Wolf an seinem Sarge gesprochen hat Kr sagtet .AVenn man ihn im Vorigen Sommer an der Seite des Präsidenten Rooscvelt sah. sn konnte man nur schwer entscheiden, welche v<>i) beiden die stärkere Kraft sei." Das ist ein grosses Wort, ein Wort, das vielleicht wie l.xjbcruebung ..klingt welchesman aber erst versteht, wenn man die I hätigkeit I.evi's kennt und überschaut und wenn man die schwierige Stellung, die er einzunehmen gezwungen w ir. beachtet. Dass er war es. der die Regierungder Vereinigten Staaten für das gute .Recht der Juden einzutreten veranlasste, unterliegt für uns keinem Zweifel mehr. Sie alle ,wissen, dasser und Simon Wolfes waren, welche den Staatssekretär Hay dahin gebracht haben, eine Audienz beim Präsidenten zu erwirken. In dieser "Audienz wurde, festgestellt, dass eine Petition des Benei Brith-C >r<lens an den Zaren abgesandt werden sollte, w elche durch den Vertreter der Vereinigten Staaten am Zarenhofe überreicht werden sollte. Die Anfrage wurde nach Petersburg gerichtet, die Petition wurde abgesandt. Sie ist das eigene A\ erk I.evi's. sie ist mit seinem 1 lerzblut geschrieben, und die Betrachtung seines Lebens wäre unvollständig, wenn wir sie hier nicht im Wortlaut folgen liessen. D"ic Petition lautet also: ..Die zu Kischincw während des Osterfestes 1!HW verübten grausamen . ■* Ausschreitungen haben in der ganzen Welt Entsetzen und Empörung erregt. Bis Kuefe Majestät besondere- und personliche Weisungen dazu ertheilten. versäumten es die' LokalbehördenT die < )rdnung aufrecht zu erhalten und den Aufruhr zu unterdrücken.- Die Opfer, waren Juden, und der Angriff war der Ausfluss von Passen- und religiösen Vorurteilen. Die .Aufrührer verletzten die' Gesetze Russlands. Die Lokalbehörden erfüllten "ihre Pflicht nicht. Die Juden wurden die Opfer einer unverantwortlichen Gesetzwidrigkeit. Unter gewöhnlichen Umständen <vürdc das entsetzliche Unglück obnc.unnöthtgc Furcht vor ejner Wiederkehr beklagt Vörden sein Aber so liegen die Dinge nicht in dem vorliegenden I alle. Ihren Bittstellern wird mitgetheilt. «lass Millionen Juden t— russische l'nterthanen — im südlichen Russland wohnen, welche in beständiger Angst vor neuen Ausbrüchen leben. Sic sind sich bew usst : dass Unwissenheit, Aberglaube und Bigotterie, wie sie sich bei den Aufruhrern zeigten, stets zu ihrer Verfolgung bereit sind, dass man sich nicht daranI verlassen kann, dass die Lokalbeamten für ihren Frieden und ihre Sicherheit strenge Sorge tragen " wenn sie nicht ausdrücklich dazu ermahnt werden, dass eine öffentliche Stimmung der Feindseligkeit gegen sie besteht und eine beständige Drohung gegen sie bildet. Selbst wenn man zugeben will. _ ■ ' . £ dass diese Besorgnisse bis zu einem gewissen (irade übertrieben sind, so ist es doch zweifellos wahr, dass sie vorhanden sind, dass sie nicht grundlos sind und dass sie Wirkungen von grosser Wichtigkeit haben. Die Auswanderung 'der russischen Juden nach dem Westen, welche seit mehr als "20 Jahren im Gange ist, wird durch diese Besorgniss noch gefordert- und die Be .wegung hat einen solchen Umfang gewonnen. > dass sie die Vertreibung der Juden aus Spanien bereits in den Schatten stellt und sich dem Austrüge aus 'Aegypten an die Seite stellen lässt- Das Elend, welches die hilllosen Juden zu erdulden haben, welche sich gezwungen fühlen, ihrem Geburtslände den Rücken zu kehren, die heiligsten Bande zu losen und fort in fremde Lande z'i wandern, ist unermesslich. Ks entzieht sich auch jeder Schätzung, welches Klcnd diejenigen zu er tragen haben, w elche, weder gewillt, noch. im Stande sind, ihr Geburtsland zu verlasset,' welche sich von Freunden und Verwandten trennen müssen.; Die Schrecken, die sie crdbldcn müssen, sind ohne Ende. Rcligionsverlolgung ist sündhafter und vernunftwidriger als selbst der Krieg. Krieg ist zuweilen unvermeidlich, ehrenhaft und gerecht; religiöse Verfolgung lässt sich niemals verteidigen: Der Sündhaftigkeit und Thorhcit. welche, den Anstoss zu unnöthigen Kriegen geben, wurden die grössten Schranken gesetzt, als Kurer Majest.it Initiative zu der Begründung eines internationalen Friedentribunals führte. Mit einem solchen Beispiel vor Augen nährt die zivilisirte Welt die Hoffnung: dass auf (/rund derselben Initiative' in den ersteir Tagen des zwanzigsten Jahrhunderts Religionsfreiheit dauernd etabliert werden wird, dass durch einen huldvollen und überzeugenden Meinungsausdruck Eure Majest..: nicht nur für die Regierung Ihrer l'nterthanen. sondern auch als leitendes Beispiel aller z'ivilisirtcn . ■ Menschen proklamircn werde, dass niemand :u seiner Person, an seinem Eigenthum, an Freiheit Ehre und [«cbcri wegen seines religiösen Glaubens leiden soll, dass der geringste l'nterthan odei - &> -

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