Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Article
- Beilage zu Nr. 2
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Leben, welches sich manifestirt durch das grosse Werk des jüdisch-theologischen Seminars in Xew- York und der Jcwish Encyclop'aedia, bei deren Herausgabe eineOpferwilligkeit der amerikanischen Juden zu Tage getreten ist. deren — es muss einmal hier gesagt werden. - die europäischen Juden ..nicht Jetzt und wohl auch noch lange nicht fähig sein werden. Dann aber auch durch das offene Bekenntniss so vieler Rabbiner und .Prediger, die nun erklärten und -einsahen, dass es auf diesem Wege des Kadikalismus nicht weiter gehe, dass ernstlich Einhalt geschehen njüsse und dasnun •die Zeit gekommeil. sei. selbst endlich einmal Positives yfy schaffen und' aufzubauen im Geiste der Zeit. Denn eine1 Reaktion innerhalb des JudetithUms hat I.evi mit seinem Freimuth-gewiss nicht befutW'Orten wollen. Ks war ja überhaupt und es bleibt auch heute noch Fraglich, ob die Ideen seines Vortrag* durchführbar seien, ob ein bibli.-sches! Judenthum ohne die talmudsichen Traditionen existenzfähig sei. Aber über alles das riss das Feuer und der Mut seine» Bekenntnisses /hinweg Die Anzeichen mehrten sich vonvTäg ZU Tag und zeigten I.evi. dass er auf dem rechten Wege war. Einer der berühmtesten geistigen Führer de* amerikanischen ' Judehthums erklärte "unmittelbar nach dieser Rede.-dass er. der früher cm begeisterter Agitator für das Aufgeben des traditionellen Sabbats war. -nun die .Vera des Radikalismus hinter sich habe. . .." - - €. ' \ _ ..Der Radikalismus i-t zur Tollheit entartet. Ehre den grossen Pionieren und Nestoren der Reform! Ihr Niederrissen geschah mit dem Hinblick auf den Plan zu einem neuen Gebäude T >.i- Bauen unserer Radikalen jedoch ist Zerstörung.'' Dieser Mann ist jetzt an die Spitze des Kabbincr-cminars in i'incinnati gestellt worden, welches die freie Richtung innerhalb des ludelithums vertritt, und er wird auch dort Gelegenheit haben, seinen wahrhaft religiösen und freisinnigen Anschauungen Geltung zu verschaffen. Das 'min. meine verehrten Brüder, war die erste grosse That Levi s auf dem Gebiete des religiösen Lebens im Judenthum. Es fand auch keine Versammlung und keine Veranstaltung in Amerika mehr statt, auf welcher Levi nicht berufen wurde, das führende Wort zu - ergreifen. Vom *5. December ls!H an galt er als ein Führer des amerikanischen Judehthums. Ist es nicht, meine. verehrten Rrüder. als sahen wir in diesem Lebensgang etwas von jenen unsichtbaren Mächten,,welche den Geschichtsforscher wohl anziehen, welche aber das Auge' des Gläubigen überall erblickt, iro es sich um die Geschicke des Judcnthums handelt : immer und überall, wo das Verhängnis am schwersten, wo die Xoth am grössten, da tritt zur rechten Zeit der rettende Mann auf. So oft!\Jose>- seine Hand erhebt, so oft siegt .Israel. So oft einer sich erhebt, der muthig eintritt für unser gutes Recht, so oft kehrt Israel zurück vi'ii abschüssigen Bahnen und begiebt sich wieder auf den Pfad, der der allein richtige" ist', um seine Mission vollauf zu erfüllen. Cnd wie das Bild Mo-es auf der einen Seite, so erscheint' uns auf der anderen Seite das Bild eines Weibes in Israel, die alber alle Männer '- und Helden üfitfctraf. der Heldin und Prophetin, die die Haftarah des nächsten Wochenabschnittes verkündet, das Bild der Deborah. Wie kam ein Weib dazu, so aufzutreten: Es mussten Unruhen eingetreten sein, ehe sie aufstand. Deborah, d;is Weib mit dem Flanimcnmuthc, wie unsere Alten sagen, um Israel zu richten Und zu retten. End war es nicht dieselbe Situation, in der nicht ein Weib, aber ein Jüngling aufstand, um das amerikanische Judenthum von abschüssigen Wegen zurückzuführen und es auf den heiligen Pfad zurückzubringen'- '. . Die Thätigkeit Levi's beschrankte sich aber 'nicht auf das religiöse Gebiet. Die leitenden Kreise unseres geliebten Ordens sahen ein. dass hier ein Mann erstehe, der berufen sei, die Lücke auszufüllen, welche durch das Ausscheiden unseres früheren Ordenspräsidenten Julius Bien entstanden war. dass hier ein Mann berufender/ an dessen Stelle zu treten, der mit jugendlicrnVn Feuer, ein treuer Anhänger des Judcnthums, den < »rden in Amerika wieder aufrichten, manch. Schäden und Lücken ausfüllen könnte. Ihre Erwartungen haben sie nicht getäuscht, sie hatten den rechten Manne zu rechter Zeit an die rechte Stelle berufen Denn was Levi für den Orden geleistet hat. das gehört der Geschichte an. Zunächst allerdings dem engeren Kreise unseres Ordens. Er sah es ein, dass das Gebiet seiner Thätigkeit, das Rayon seines Schaffens weiter ausgedehnt werden müsse, dass die Thätigkeit des Ordens sich nicht in dem bisherigen Gleise bewegen - 18 —