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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Article
Beilage zu Nr. 2
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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huhdcrten. Aber Reform im<l Reform ist ein! l/ntcrschted. Von den frühesten Zeiten haben unter gelehrten und frommen Juden Meinungsverschiedenheiten bestanden In Bezug auf religiöse Angelegenheiten. Die religiöse Literatur : der Juden hat dadurch natürlich .ihre Bereicherung , erfahren. Die Mcinungs-Yerschicdenheiten lassen' sich in drei Klassen zergliedern: T. Verschiedene Ansichten über die wahre Auslegung von Thcilen des I'entateuchs: Über die bindende Kraft traditioneller Lehre.- Und l'raxis. die nicht ausdrücklich in der Schrift selbst hervorgehoben sind: .'5. über die Acuderungcn in Liturgien un<| Ceremoöion, welche durch die Veränderten Vor* haltnis.se, die auf lieh Fortschritt der Civilisation zurückzuführen sind, verursacht' wurden. . Alle diese Meinungs-Verschiedenheiten entstanden über Sachen, welche nicht die Integrität des l'entateuchs berühren. Kommt jedoch jetzt eine Neu- . * ^ening aufs-Tapet, welche .die Authenticität und bindende Kraft des Peilt.iteuchs in l'Age stellt, so wird das Judenthum selbst ■angegriffen. Ks ist nichts in der Geschichte des Judcnthu'ms enthalten, welches der Annahme Vorschub leisten könnte-« dass es das Recht der individuellenj ./ Meinung und die Gewissensfreiheit bestreitet. Betrachten wir nur die sogenannte jüdische Reform-Bewegung in Amerika", so is.t die erste Frscheinüng. welche uns da in die Augen springt, der Mangel an einem System. Sie ist spasmodjseh und durch weg. verneinend gewesen. Sie hat niemals einen grossen Führer gehabt und besitzt < f* . ** . auch jetzt keinen. Niemand ist als Reformer mit einer bestimmten Idee oder einem bestimmten Programm erstanden, um welche sich ernste; Schüler oder Anhänger schaaren Hessen. Im Gegentheil ist die Bewegung chaotisch, sensationell und unlogisch gewesen. Die Verwilderung, welche aus der Thatsachc' erwachsen ist, dass von jeder Kanzel, welche jüdisch zu sein vwrgiebt, ein verschiedenes „Judenthunt'1 gelehrt wird, beweist am besten, wie noth- ^* wendig ein Gradmesser für die verschiedenen religiösen VTcreinigühgen ist. und dies muss das wahre .. ludcnthunv sein, w elches für alle Juden, der gemeinsame Grund und Boden ist. '- | Die Juden" dürfen die Demoralisation, w elche in vielen Synagogen besteht, nicht länger andauern lassen-. Wenn sie ihre alte Religion bewahren und für ihre Kinder erhalten wollen., dann müssen sie darauf dringen, dass'ihre geistigen •Führer jene Religion defmiren. ihr fest anhangeif ' und sie auch dfh 'Gemeinden lehren. Viele derjenigen, welche jetzt als jüdische Rabbis figuriicn. werden dann zweifellos linden, dass sie von diese* .oder jener Stellung, welche sie eingenornmei* ' haben, ablassen müssen, oder'dass sin .sich;Vom Juilenthum zu trennen haben. Immer und immer , wieder haben die Prediger unter dcn'Judun falsche -- Lehren verbreitet. Fs ist an 'der Zeit' das*, ein'- - thal '•ein Führe* ersteht, welcher in'' d!is ( ha"i>> Ordnung bringt. Das Volk ist reif dafür.. F.s ist dazu -gekommen, manchen Rabbis zu mis*-'. trauen nnd die Lehren, welche von'.der Kanzel.' verkündet'.;werden, mit 'Gleichgiltigk-e.it ,/n betrachten. Möge «he Zeit nicht, mehr fem sein.. . da Wandel hierin geschaffen wird. Die 'Zukunft des Judenthums hängt daVön ab." ~ ■'_ j Leo Levi'l Rede nahm eine volle Stunde, in. Anspruch und wurde wiederholt'durch, lebhaften Applaus unterbrochen: n.vclidem er geendet, w urde beschlossen, «lern Redner, <Ln 'Dank. 'der Konvention abzustatten und die -Rede dem. Protokoll einzuverleiben. * '-.'-.' Nun, meine verehrten Brüder.. Sie Jlnben'audiesen w;enigen Worten schon den l'ul.v*ch1ag .der ' Fmplindung Herausgehört, welche den Mählrbeseelte. der den Muth hatte, solches ii\> epier Vcr- . Sammlung auszusprechen, von der etannehmen musste. dass auch nicht ei» einziger' die - An-: schauung theile. die .'er aussprach, lud .siehe da. die Stimme der Wahrheit hatte gesiegt^ man'hatte erkannt, dass hier, wie ein Wunder, «ein Prophet' auferstanden %el, w ie in dem alten Israel, der die* Wege zum Wohnsitz des alten Gottes \vtcder:" herstellen will und die eingerissenen Zäftne \viedcr * ■ ' - '•**-*-»>* aulrichten will, wie es im lVophetenal>schnitt des Versölimingstages^s«» schön heisst.-. '• :.' i. . Voll diesem löge an. war nicht nur'der Rftj und auch der Name Leo N. I.evi's;begriindc4"! sondern man kann es wohl sagen, öfiftC eifie Gegenanschauung fürchten zu müssen.;.Von diesem Tage an datiert eine heilsame Wandlung iit. dem religiösen Leben des amerikanischen' Judenthums, eine heilsame Wandlung, die in tausend deichen sich kundgiebt, die icjl hier nicht im einzelnen in dieser Stunde zu schildern vermag.' -.'Aber das,/ i - "j. . -. * Jt, erhöhte und gestärkte religiöse Lelurb z-ejgt sich auf allen Gebieten, durch das IiUerresse an dem geistigen * — 17 —

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