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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Article
Beilage zu Nr. 2
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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innerhalb Ides Judenthums, die sich in Europa nur auf gewisse -Aci BBertichkcitcn im Gottesdienste beschränkte li.it in Amerika weiter um sich gegriffen. s<i( weit, dass sie den Bestand des Judentliums fast zu gefährden schien. Je ungestümer sie vorwärts. «Irfint;. je mehr sieh den Juden Amerikas .'der Zusammenhang mit der autocht honen ■Bevölkerung in ungezwungener Weise eröffnete, je mehr aas Vaterland ihnen, 14.1b und schenkte, desto eifijiger Rillten .sie auch das Bemühen, alle Schranken niedjrzUrcissetf zwiselicn ihnen und den arulererj Sömcn iles Landes. I )a i-t denn Wohl au: irrige n. aber um der Motive willen achtensw .-rthen Gründen -manche-- geschehen, was nicht hätte geschehen sollen, was diejenigen, die;mi liLiiMifl ili" Väter treu hielten, beunruhigen inu.-ste. jVor'itw.i 10 Jahren hatte' diese Entwicklung! ihren Höhepunkt erreicht und es traten wie Stürm'<Vgcl ein/eine Erscheinungen auf, che i " s** aill alle wahrli.tft treuen Juden beunruhigend wirken mfsstenl. Da w aren es \<>r allem-einige -junge. Piedigerl die.sich im Eifer- und gewiss in w. >hlnieifieniler! Absicht zu Aettsserungen und Muten liatten mnreissen lassen, die eleu Bestand der f;i.ii^Rni»getiUMi>schaft zu gefährden schienen. 1 »er eintdachje daran, dass nun endlich einmal die ScljraMkenl fallen miissten. die Juden uml 'hrister trennten, und er sah die Vin'zige Hoffnung, Wenn < ie Juden -ich zur Anerkennung Christi entschli >sen \i ürden. Ein anderer glaubte in den Mischet tri die Zukunft der Verbrüderung de* Mensch leit zu erblicken. Hin dritter sah gar / hristü: im Traume, wie er ihm verkündete, es sei die 1 Zeit gekommen, wo alle Schranken fallen unkf Jijden und Christen sich als eine Einlieft darstelllen. miissten. die den ettwigen. Gott unter den Menschen verbreiten solle. Das w aren beunruhigende Erscheinungen, meine verehrten Brüderl: denn noch war die Zeit nicht gekommen, in w elcher die Ideale der Propheten sichf erfüllen, dass jhe ganze Menschheit nur den' einen Gott, .inerkennen und. nur eine Religion sein r'lle. jlie Relig->n der Ereiheit. der Gerechtigkeit und dir Liebe. Noch weit waren wir entfernt \. n dieser Zeit und. wenn mit einem anderen IV. >ph|ten der Wächter sich auf'die Warte stellte und nagte: ..Wiesteht es um die Nacht: -. s<>- nnis-tc ihm immer die gleiche Antwort werden : ..Der [Morgen wird kommen, aber auch wieder eine Nacht. Wachet und betet!" ti •■ ' Line solche Himmelsstimme hatte auch unser L.tcr vernommen, und er, der junge Rechtsichrer. dessen Namen bisher nur in engeren Kreisen -gemannt wurde, er trat in einer der bedeutungsvollsten Versammlungen des amerikanischen Judenthums, auf dem Konvent des Verbandes der jüdischen Gemeinden Amerikas in New Orleans, am (I. Dezember 1X04 mit einer Rede auf. die zunächst peinliche L'cberraschung und ungeheure Sensation, datin aber auch /die «tiefste Erregung hervorrief, und die der Anfang war einer Wendung in den religiösen Verhältnissen: innerhalb des amerikanischen Judenthums. Das ist seine.erste That. aber eine geschichtliche That und. wenn er nichtsvollbracht hatte als diese eine, würde sein Name unsterblich fortleben in der Geschichte des Judenthums. ' , \ Er sagte dort : ..Line höchst merkwürdige Erscheinungen der intellektuellen Lntw ickVlung. des neunzehnten Jahrhunderts ist die Neigung. Alles bei Seite zu schieben, was alt ist. um Platz zu machen, für etwas, das möllern ist. l ud da lässt sich nun sagen, dass, obsehon die Entdeckungen und die, Erfindungen des jetzigen Zeitalters alle früheren in den Schatten stellen, es nichtsdestoweniger 'wahr ist. dass werthl«>se Neuerungen gegenwärtig, /ahlreicher sind als je vorher. Selbst ,die Juden, welche sich stets durch ihr konservatives Verhalten ausgezeichnet haben, sind nicht der vorherrschen den Tendenz aus dem Wege gegangen. Zu allen Zeiten sind die Juden dafür bekannt gewesen, dass sie die Gesetze und die Lehren ihres alten Glaubens ii(i ihrer Reinheit' bewahrt haben. Ihre Philosophie, die säch auf ihre Religion gründet hat mit Erfolg allen Angriffen widerstanden", welche im Laufe der Jahrhunderte von jedem feindlichen philosophischen System, von Unglauben oder Skeptizismus darauf gemacht worden sind. Aber in Amerika, und besonders in den Vcr. Staaten, hat sjjjh eine grosse Anzahl mehr oder weniger erleuchteter Juden dem rücksichtslosen und berauschenden Verlangen nach Neuheiten ergeben und die rauhe Hand an Alles gelegt, was überhaupt Gelegenheit zum Angriff bot. Was immer alt ist. wird von ihnen als banal betrachtet. Die Bewegung, an welcher diese Juden sich be-, theiligen. wirkt lediglich zcrstörcmlY Sie baut nicht auf. sondern reisst nieder. Damit soll nun beileibe nicht'gesagt sein, dass die Errungenschaften dieses Jahrhunderts zu unterschätzen sind] Die < ivilisation ist in einer einzigen Generation mehr gefördert worden , als vordem in - Jahr Iii —

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