Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1904-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 — fragen an die Volksschuilehre^. des Bezirks versandt, aui welche 193 Antworten eingingen. Es wurde daraus festgestellt, dass in 40 Orten 207 Kinder ohne genügenden Religionsunterricht heranwachsen, ja, dass sogar in einigen Orten jüdische Kinder an dem christlichen Bibel-Unterricht theilnehmen. Die Moselloge hat nun, theils mit Unterstützung des „Deutsch-israelitischen Gemeindebundes," sowie des „Verbandes der rheinisch-weslpbälischen Synagogen - gemeinden" erreicht, dass in einigen Gemeinden der Religionsunterricht durch seminaristisch gebildete Lehrer ertheilt wird. Zur gründlichen Abstellung des grossen Nothstandes bedarf es indessen der Hilfe weiterer Kreise. Zu diesem Zweck hat die Moselloge ihr Material der hochwürdigen Grossloge zur Verfügung gestellt, damit diese erwäge, was weiter in der Angelegenheit gethan werden könne. Es wurden in geschlossener Loge folgende Vorträge gehalten: Von Br. Schlesinger von der Frankfurt-Loge über: Das Leitmotiv unseres Ordens: „Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht. Von Br. Präs. Wisloch von der Frankfurt-Loge: Anregungen für die Arbeiten und Geschäfte der Loge. Von Br. Rechtsanwalt Schmoller von hier über die Frage: Hat das bürgerliche Gesetzbuch Einfluss auf die Familie und das Familienr^cht geübt? VonyBr. Dr. Bass freund von hier: Erste Vorläufer des Ordens. Von Br. Rechtsanwatt Schmoller von hier über die Frage: Woher kommt es, dass Juden so selten zu Schöffen und Geschworenen berufen werden und welche Mittel giebt es, der Zurücksetzung zu steuern? In offener Loge in Gegenwart von Damen sprachen: Br. Dr. Blau von der Frankfurt-Loge: Aus schlimmen Tagen. — Eine Frankfurter judenordnung aus dem Jahre 1616 Br. Siegmund Mayer von hier: Ueber die Messias- Idee und ihre Schicksale im Laufe der Jahrhunderte. Br. Dr. Laqueur aus Ems: Ueber Klima, Kultur und Krankheit. . Nach den Sitzungen blieben die Brüder regelmässig noch gemüthlich zusammen. Den öffentlichen Vorträgen schlössen sich gesellige Veranstaltungen an, so dass auch diese Seite des Logenlebens nach Wunsch zur Geltung kam Wenn wir nun zwar im ersten Jahre unserer Thätigkeit noch nicht an die Lösung grosser Aufgaben herantreten konnten, so haben wir doch unsere Pflichten verstehen lernen und uns deren Erfüllung nach besten Kräften gewidmet. < Die Loge hat das Vertrauen, dass die Begeisterung für die edeln Ziele des Ordens bei ihren Mitgliedern immer mehr zunehme, und unsere Vereinigung mit der Zeit den an sie gestellten Forderungen entsprechen wird. Saarloge In St. Johann. Wenn das erste Jahr unserer Logenthätigkeit auch nicht alle eigenen Hoffnungen und die der Freunde und Brüder,, welche sich besonders um die Gründung unserer lieben Saarloge bemüht und verdient gemacht, erfüllt haben wird,: so können wir doch auf unsere von manchem Erfolg belohnte Arbeit zurückblicken. Was zunächst die Zahl unserer Mitglieder anbelangt, so dürfen wir das Anwachsen ders^ben von 67 auf 8t als eiu erfreuliches Zeichen für die werbende Kraft des, Ordens-Gedankens speziell in> Gebiete der Saarloge betrachten, die es Ferner für sich bereits/ in Anspruch nehmen darf, namentlich durch eine entsprechende^ taktvolle und von besonderer. Lokalkenntniss unterstützte Thätigkeit unseres Br. Hermann Köster die Gründung der Jul. Plotke Loge zu Kaiserslautern verursacht und gefördert zu haben; unsere Absichten für das kommende Jahr nach der Richtung der Propaganda hin sind bereits festgelegt und hoffen wir demnächst tiber noch grössere Erfolge berichten zu können. Di« Loge hielt im verflossenen Jahr 32 Sitzungen ab, die durchschnittlich von M Brüdern besucht waren, ein Prozentsatz, der in Anbetracht des Umstandes, dass von den 67 Mitgliedern 25 ausserhalb beheimathet sind; am besten für das Interesse unserer Mitglieder, spricht, welche dieses ^auch dadurch bethätigten, dass sie, wenn irgend möglich, auf geschäftlichen oder sonstigen Reisen Sitzungen fremder Logen besuchten, darüber uns entsprechende Berichte erstatteten, an der Hand deren wir mancherlei Erfahrungen sammeln konnten. Bei den Gründungsfeiern in Nürnberg und Worms sowie den Stiftungsfesten in Frankfurt, Mannheim, Worms und Trier und dem westdeutschen Logentag in Köln waren wir durch besondere Delegirte vertreten. Bei der Bedeutung, welche die Stadt St. Johann, der Sitz unserer Loge, als Mittelpunkt des industriereichen Saarbezitks für den geschäftlichen Verkehr hat, war es natürlich, dass wir häufiger durch Besuche hier vorübergehend weilender Brüder anderer Logen erfreut wurden, welche uns mancherlei Anregungen brachten. Leider musste der grösste Thefl der Sitzungen durch das Fehlen eines Normalstatut der notwendigen Berathung der Satzungen gewidmet sein, so dass das Gebiet der Vorträge aus Mangel an Zeit nicht voll unseren Wünschen entsprechend gepflegt werden konnte; indessen wird die bevorstehende Beendigung der Statutenberathung auch hierin von selbst eine Aenderung bringen. Ausser den *Br. Dr. Laqueur und Schlesinger von der Fft. Loge;, die über Kultur-Klima und Krankheit bezw. über W. B. und E. und dann in offener Loge über den biblischen Speisezettel und .das Blutmärchen sprachen, seien noch erwähnt die unsrer Br. Schaer über die Anfänge des Christenthums, Präs. Cahen üben unsere Ordensdevise und Br. August über einen kleinen Eindruck von Zionisten- Kougress erwähnt. Um auf unser* Br. auch im Haus und Familie anregend einwirken zu. köo len. Gründung einer eigenen Bibliothek haben wir bald die angeregt, zu deren Einrichtung wir uns nunmehr entschlösse n haben, nachdem hierfür in Jahresfrist ein Fonds von Mk. ßOO aus freiwilligen Beiträgen sich angesammelt hat. .". Was nun unsere Thätigkeit auf dem Gebiet der Wohlthätigkeit betrifft, so sind für Unterstützungszwecke aus Logenmitteln eine sehr namhafte Süiiime verausgabt worden,' abgesehen davon, dass wir durch unsere Bemühungen der Grossloge Mk. 2800 für Kischinew zur Verfügung stellen konnten. Ferner sind wir Mitglieder, einer Anzahl von Vereinen und Gesellschaften geworden, deren Zweck und Ziele mit denen unseres Ordens indentisch sind und zwar nicht nur zahlende sondern auch,-wo es möglich ist, thätig mitwirkende w. z. B. bei Unterbringung von Zöglingen in Ferienkolonien oder Lehrlingsstellen. Schliesslich sei noch der Thätigkeit unseres Geselligkeits- Ausschusses lobend gedacht, der sowohl in der Auswahl seines ■ .