Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1904-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 30 — Andenken des allzufrüh heimgegangenen Biuders stets in Ehren halten werden. Zum Schluss hielt Br. Dr. Rosenberg die Gedächtnissrede und pries insbesondere die Verdienste, welche der verstorbene Br. Vicepräs. als Comiteemitglied der Grossroge für Ausbildung von Krankenpflegerinnen sich erworben hat. Mit einem Gesang der Galtin des Br Dekuczinski schloss die würdige und stimmungsvolle Feier Bergische Loge lo Elberfeld - Barmen. Mit frischen Kräften begann die Bergische Loge Mitte September 1903 das zweite Jahr und war bis jetzt eifrig bertrebt, im Sinne des Ordens zu arbeiten und durch Vermittlung von Referaten und Vorträgen <üe| Sitzungen belebend und belehrend zu gestalten. Von auswärtigen Rednern sprachen Br. Dr R o s e n t h a 1--Com über ,,Biblische Stoffe im Drama des 19. Jahrhunderts'-, Br. Bergel: Berlin in einer sehr stark besuchten, offenen Loge über ,,Dle soziale Lage der russischen Jaden; mit besonderer Berücksichtigung der Kischinewer Verhältnisse'. Am 19. Januar liatten wir die Freude, Br. Dr. Saatfeld- Mainz über ,,Das Innere Leben der Juden im Mittelalter" in ebenso fesselnder wie instruktiver ^Weise reden zu hören. Von einheimischen Kräften sprachen bei Gelegenheit eines Festes Br. Dr. Ollendorf über „die Bedeutung des Chanukkafestes'- und an ejmem anderen Abende der proL Sekretär Br. Dr. Apfel über „Die Errichtung eines Pensions- und Gesellschaftshauses jfür weibliche Angestellte im Wupperthale" eine Angelegenheit, welche die Loge in einer Reihe von Sitzungen beschäftigte und zu lebhaftem Meinungsaustausche Anlass gab. Von bemerkeniswerthen Referaten seien erwähnt: Der w. Präsident ,,Ueber den österreichen Hülfsverein für Galizien". Br. Dr. O 11 e n d o r f „Ueber den Verein zur Förderung jüdischer Kunstdenkmäler" „Ueber den jüdischen Minnesänger Süsskind vonTrimberg" Br-Dr. W a 1 s c h „Ueber den in Breslau stattgefundenen ostdeutschen Logentag" Br. Grünewald über die Schrift Saalfelds: ,.Bilder aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde in. Mainz." Br. Dr. Auerbach über das Werk von Dr. Porges ,,Bibelkunde und Babelfunde." Br. D r. A p £ e 1 über das Werk „Jüdische Statistik", über das Buch Liebe's: „Das Judenthum in der deutschen Vergangenheit", über „Die jüdischen Arbeiter in London", über das Werk .Jüdische Künstler". Das Werk Liebe's, das in jüdischen wissenschaftlichen Kreisen, ein sehr unliebsames Aufsehen erregte, in der jüdischen Presse zu. zahlreichen Entgegnungen und Wiederlegungen geführt haf, bezeichnete Referent als ein gefährliches, wissenschaftliches Pamphlet, als ein durchaus voreingenommenes parteiisches, einseitiges und daher ungerechtes Werk und wies die krassen Mängel desselben nach.' Der Autor be- -urteilt das mittelalterliche Judentum — Judenheit wäre der richtige Ausdruck ■— nur nach der rein wirtschaftlichen Seite und nach gewissen, durch die misslichen Verhältnisse ihm aufgezwungenen äusserlichen Merkmale, ohne das Geistes-, Gemüts- und Kultusleben und vor Allem, ohne die historischen jüdischen Quellen irgendwie zu berücksichtigen. Als Koiporationsmitglied trat die Bergische Loge dem Verein zur Förderung jüd. Kunstdenkmäler, dem Verein „Jüdische Arbeiterkolonie und Asyl zu Weissensee", der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judenthums" bei. Grössere Beträge wurden für Kischinew und für den Fond zur Errichtung eines Gesellschaftshauses für jüdische weibliche Angestellte im Wupperthale gespendet und eine Reihe kleinerer Gaben für andere wohlthätige Zwecke verausgabt. In nächster Zeit wird Br. Dr. Ernst Tuch einen orientierenden Vortrag über die Bodenkulturfrage haten. Mosel-Loge in Trier. Am .28 Sept. r.'Oi fand die feierliche Installation der Moselloge durch den hochwürdigen Grosspräs. Titnendorfer statt. 65 Brüder wurden in den Orden eingeführt, die Anzahl der Brüder vergrösserte sich aber schon in den nächsten Monaten bis auf 80 Brüder. Das Logenleben wurde bald ein sehr reges, aber die Zahl der Brüder, die sich an den alle 14 Tage stattfindenden Sitzungen beteiligten, belief sich durchschnittlich doch nur auf 27 - 30. Sicher wäre der Besuch ein regerer gewesen, wenn nicht ein ungünstig ausserhalb der Stadt gelegenes Lokal viele Brüder abgehalten hätte. Diesem Uebelstand ist seit einiger Zeit durch die Wahl eines neuen Lokals im Centrum der Stadt abgeholfen, so dass ein besserer Besuch der Logenabende zu erwarten ist. An den Festlichkeiten der Schwesterlogen nahm die Moselloge durch Entsendung von Delegierten nach Möglichkeit theil. '-. * r> V t * ■ :' Von den Ausschüssen hat sich zunächst der Wohlthätigkeits-Ausschuss einer Reihe von Aufgaben gewidmet, von welchen folgende von allgemeinem Interesse hervorgehoben seien. — Beschaffung von warmer Milch, Schuhen und warmer-Winterkleidung für arme Kinder der Volksschule. — Anbahnung der Centralisation der hiesigen Wohlthätigkeitsvereine. — Auch die Frage der Ausbildung und Niederlassung der Krankenschwestern wurde eingehend erörtert und mit den Schwesterlogen in Coblenz und Sjt. Johann Verhandlungen darüber gepflogen. Von einer Beschlussfassung betreffs gemeinsamer Anstellung von Schwestern, die im Bezirk der drei Logen im Bedarfsfalle thätig sein sollten, musste aus materiellen Gründen vorläufig Abstand genommen werden. Für die unglücklichen Glaubensgenossen in Kischinew wurde eine Sammlung veranstaltet, welche einen verhältnissmässig hohen Betrag ergab. Der Ausschuss für geistige und kulturelle Interessen " hat seine Thätigkeit vornehmlich auf folgende Aufgaben erstreckt: Knaben dem Handwerk zuzuführen. Den Religionsunterricht auf dem Lande zu regeln. —* Speciell dieser letzten so wichtigen Frage widmete der Ausschuss und die Loge ihr Augenmerk, weil sich in vielen Orten unseres Bezirks der grosse Uebelstand geltend macht, dass entweder ein mangelhafter oder gar kein jüdischer Religionsunterricht ert heilt wurde. Die BBr. Albert Lbeb und A. Nussbaum haben sich um Beschaffung des Materials in dieser wichtigen Frage besonders verdient gemacht. Es wurden durch sie 278 An-