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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1904-02-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Karl FriidrIch-Loge In Karlsruhe. Im Oktober v. j. erfolgte der Einzug in ursere neuen Räume, Lamm Strasse 4. Diese, durch die Opferwilligkeit der Brüder aufs reichste ausgestattet, bieten ein Heim, welches Gemüthlicbkeit und Comfort aufs schönste vereinigt und zugleich ein Anziehungspunkt Tür alle unsere Mitglieder bildet. Die feierliche Einweihung werther Weise durch ihre Schluss des schönen Festes. Kunst entzückten, bildeten den In den Monaten November und Dezember hatten wir eine Reihe interessanter Referate, An dieselben knüpfte sich jeweilig ein lebhafter Meinungsaustausch. In offener Loge hielt am 15. Dezember v.J. Br. Dr. S i m c h o wi t z-Köln in Verbindung mit unseremjeinen Vortrag über: ..Leopold Kqmpert, der 5. Stiftungsfeste fand am 18. October durch einelDichter ,der Gasse.'' Eine hohe Ehre ward uns Fest löge statt, zu welcher die w. Grossloge, sowie viele durch den Besuch des hochwürd. Grosspräsidenten zu Theil. Schwesterlogen ihre Vertreter entsandt hatten. Hierfür welchen wir in der Sitzung vom l, Dezember in unserer sprechen wir noch an dieser Stelle unseren ganz besonderen Mitte begrüssen durften und dessen anerkennende Worte Dank aus. Nach Einführung mehrerer neuer Kandidaten begrüsste Präsident Br. JonasEttlinger in einer warm empfundenen Ansprache die deligierten w. Brüder und gab zugleich einen Rückblick über die Tbätigkeit unserer Loge im verflossenen Jahre. In der sich hieran anschliessenden Festrede wusste Br. Ferd. Harum in geistreicher Weise den 18. October 1903, den Tag des Festes mit jenem denkwürdigen I Krankenschwester 18. October 1813 zu verknüpfen, an dem sich in ruhmreicher | Berufes aufs beste über das Emporblühen unserer Loge uns mit stolzer Genugthuung erfüllt haben; an dieser Stelle sei ihm, sowie allen w. Brüdern, die uns im Laufe des verflossenen Jahres mit ihrem Besuche erfreut haben, nochmals unser Dank abgestattet. '"„'■'•' Den Forderungen unseres Ordens auf socialem Gebiete suchten wir nach Möglichkeit gerecht zu werden; unsere bewährte sich in der Ausübung ihres Die zur Ausbildung einer Hebamme, Schlacht die Unabhängigkeit Deutschlands entschied und der I sowie einer Wochenbettpflegerin benöthigte materielle Beizugleich den deutschen Juden die so hefts ersehnte Freiheit jhilfe wurde von unserer Loge gerne zur Verfügung gestellt gab. Aber die Emanzipation war zum Theil ein verbängniss- J und dadurch die Gründung mehrerer Existenzen ermöglicht volles Geschenk; Indifferenz und Abfall vom Glauben folgten Des Weiteren haben wir nach Kräften Unterstützungen geihr auf dem Fasse. Da kam von jenseits des Oceans währt an wohltbätige Institutionen sowie an nothleidende Rettung. Dort hatte sich der Orden „Bne Brith" konstituirt, Familien und Hilfe suchende sonstige Petenten. Wir möchten dessen Sendboten auch den deutschen Juden neue Glaubensam Schlüsse u-seres gedrängten Berichtes der Hoffnung freudigkeit brachten.! Heute ist dieser Orden ein bedeulungs-1Raum geben, dass in unserem neuen Heim der alte voller Factor im Leben der deutschen Judenheit geworden. I hohe Geist der Wohlthätigkeit, Brüderlichkeit und Eintracht Auch unsere Loge hat sich aufs redlichste bemüht die | erhalten bleiben und immer, festere Wurzel fassen möge, | zum Segen unseres geliebten Ordens.;— Gabriel Messer Loge Tboro. Unsere Loge ist von | einem traurigen Ereigniss betroffen worden.' Am 27. Dezember v. J. fand in unseren Logenräumen idealen Zwecke auf dem Gebiete der Kunst und der Wissenschaft und zugleich der Wohlthätigkeit zu verwirklichen. Dadurch' hat sie sich des Mannes würdig gemacht, dessen I Namen sie trägt, des edlen weitblickenden Fürsten Karl Friedrich. Den Ausführungen des Redners wurde allseitiger Beifall zu Theil. Im weiteren Verlauf der Feier überbrachte I eine Beamtenratssitzung statt, in welcher unser würdiger Br. Br. Expräs. Ferd. Liebhold Heidelberg «die Grösse 'und I Vicepräs. Rechtsanwalt Paul Jacob . Während des Sprechens Glückwünsche der Grossloge, welche uns für unsere bisherige I von eine Herz Jähmuug betroffen wurde, und konnte der so- Thätigkeit reiche Anerkennung zollte und uns aufmunterte fort herbeigerufene Arzt Br. Dr. Wölpe leider, nur den Tod zu neuer unverdrossener Arbeit im Dienste unserer Sache. I feststellen. Die anwesenden und herbeigeeilten Brüder Auch die übrigen Delegierten wussten in ihren Ansprachen I hielten bei dem Verstorbenen f Wache, bis um 5 Uhr Nachtiefe, herrliche Gedanken mit schöner Form zu vereinigen, I mittags sich sämmtliche Brüder zur Ueberführung der Leiche sodass sie ihre Wirkung auf die Hörer nicht verfehlten. I nach dem Trauerhause Versammelten. Br. Präsident sprach Als letzter nahm hierauf das Wort Expräs. Br. Dr. Maxi noch unter dem Eindrucke dieses tragischen Vorfalls herz- Friedberg. Er geisselte voll S&txftstitng das R e n e -1 liehe Abschiedsworte, worauf die- Ueberführung erfolgte, gatenthum. In zündender Rede wandte er sich gegen Am 1? Januar fand Ehren des Verstorbenen ein diejenigen, die materieller Vortheile wegen ihren Glauben Trauerloge statt, zu welcher die Leidtragenden und unsere wechselten; zugleich protestierte er gegen die Inkonsequenz Damen eingeladen waren. Von den Leidtragenden waren und die Ungerechtigkeit der Regierungen, welche characterdie ctetUaa, Frau Rechtsanwalt Jacob, deren Vater, Herr lose Ueberläufer den standhaften Juden vorzöge, ohne dabei Rentier gandler, sowie Br. Exp. Adolf Jacob und Gattin zu bedenken, dass ein Mensch, der seinem Glauben die Treue erschienen. Nachdem dieselben zu ihren Plätzen geführt, nicht bewahre, unmöglich ein guter Staatsdie Feier durch ein Vorspiel auf dem Harmonium diener sein könne. Ieingeleitet, worauf der Präsident das Wort ergriff und die Mit nochmaligen herzlichen Dankesworten des würd. | Verdienste des verstorbenen Br. Vicepräs. um unseren Orden ' Präsidenten hatte hierauf die Feier ihr Ende erreicht. Eine | hervorhob, auch brachte derselbe das von der hochw. Grossin allen Theilen wohlgelungene Abendunterhaltung, bei I löge eingegangene herzliche Beileidsschreiben zur Verlesung, welcher die Damen: Frau J. Ettlinger, Fräul. Frie d- Sodann schilderte Br. Rechtsanwalt Feilchenfeld den Lebensberg, Fräul. Einstein, Fräul. Runkel, sowie Herr|lauf des Verblichenen, sprach tröstende Worte zu den Hinter« Opernsänger Arthur Hirsch aus Strassburg in dankens-'bliebenen und schloss mit der Versicherung, dass wir das I i -.„linii „»■

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