Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1904-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 27 — Jahr zurückblicken. Unsere Wanderbibliothek gedeiht in erfreulicher Weise und erweekt auch anderenorts Interesse und Nachahmung. Durch sie veranlasst hat auch in aller letzter Zeit der Grossh. Badische Oberrath der Israeliten beschlossen, die Gründung einer Wanderbibliothek in Angriff zu nehmen. Vielleicht interessiert es andere Logen, einiges Nähere über die sehr einfache Organisation zu hören: Die Bücher sind in möglichst gleichmässig eingetheilte Serien ein get heilt, die an die Ausleihpersonen (Rabbiner, Lehrer auch Vorsteher), welche sich in den einzelnen Gemeinden in dankenswerter Weise zur Uebernahme dieses Amtes bereit erklärt haben, versandt und von diesen jedes Vierteljahr an uns zurückgeschickt, wo sie revidiert und neuversandt werden Für jede der Gemeinden, .An die zur Zeit die Versendung erfolgt (ca. 14 Gemeinden) besteht ein eigenes Ausleihbuch das von dem Ausleihbeamten zur Einzeichnung der einzelnen Entleiher benutzt und mit den Büchern ebenfalls jedes Vierteljahr an uns zurückgeschickt und revidiert - wird. In unserem Besitze ist ein Bach, ia dem jede Serie ein Folio hat, auf dem ihr Bestand und ihr derzeitiger Entleiliungsort verzeichnet ist. Bei der Auswahl der Bücher nahmen wir darauf Rücksicht:, dass in erster Linie die Jugend die Bibliothek in Anspruch nehmen werde, was auch der Fal war. In jedem Blich ist eine ganz kurze Benutzungsordnung von der ein Exemplar unten abgedruckt ist, eingeklebt, welche nur die wesentlichsten Grundsätze enthält. In der Hauptsache haben wir es den Ausleihpersonen überlassen, in welcher Weise sie bei der Abgabe an die einzelnen Entleiher verfahren, da wir nicht durch allzu grosse Reglementierung die Freudigkeit dieser Herren zur Mithilfe beeinträchtigen wollten bis jetzt .hat sich auch nicht das Bedürfnis* zu weiteren Vorschriften ergeben. Der von uns ins Leben gerufene Frauenbund hat sehr Erspriessliches geleistet, indem seine Mitglieder durch persönliche Besuche der hilfsbedürftigen Familien deren Verhältnisse näher kennen zu lernen und durch zahlreiche Vermittlung Gelegenheit zu Arbeit und Ausbildung, durch Besorgung von Wochenpfiegerinnen, durch Unterbringung der Kinder während der Arbeitszeit der Eltern u. s. w. helfend einzugreifen in der Lage waren. Der Frauenbund hat ferner die Kitheilung von Fortbildungsunterricht an Mädchen der ärmeren Familien, durch den sie befähigt werden sollen, eine lohnendere Berufstätigkeit zu finden, in die Hand genommen Endlich haben wir den Händen des Frauenbunds die Be aufsiehtigung eines Werks übertragen, das hier zum ersten Male durch uns vor einigen Wochen ins Leben gerufen wurde Aus von uns in unserer Mitte gesammelten Geldern wird den Kindern der hiesigen israel. Volksschule täglich zweimal warme Milch gereicht Wir hatten uns bei dieser Einrichtung die wie die Wanderbibliothek und der Frauenbund' der Initiative unseres werthen Präsidenten J osephLevy entsprungen ist, des dankenswertheu Entgegenkommens der hiesigen Stadtverwaltung zu erfreuen. Mit der hiesigen israel. Gewerbeschule, die, seit den ersteh Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts bestehend, zahlreiche tüchtige Handwerker herangebildet und unter ihren früheren Schülern viele klangvolle Namen aufzuweisen hat, stehen wir fortdauernd in naher Verbindung. Die Schule hat die thatkräftige ideelle und materielle Förderung, die sie durch uns jederzeit erfahren-hat, dadurch anerkannt, dass sie zwei unserer Brüder, Br. Vicepräs. Director Loewe. und Br. K. Adler in ihren Verwaltungrath berufen hat; es ist dies, zugleich ein neuer Beweis des immer stärkeren Zusammengehens der alteinheimischen und eingewanderten Elemente zu gemeinsamer Arbeit, eines Ziels, das unsere Loge, wie schon in ihrem Namen zum Ausdruck kommt, von Anfang an sich zur Aufgabe setzte. Gründung \eines Jünglingsvereins wird fortdauernd geplant, ist aber der besonderen localen Schwierigkeiten wegen noch nicht zur Ausführung gediehen. Wanderbibliothek der Unitas-Loge. U. O. B. B, Strassburg. B e n u t z a n gs'ord n u n.g. 1) Die Entleihung ist unentgeltlich; 2) Die Entleiher haben ihren Namen in ein Ausleihbuch einzutragen. Bei Rückgabe erfolgt ein entsprechender Vermerk. 3) Die Ausleihfrist beträgt 14 Tage. Verlängerung kann gewährt werden,- wenn das Buch, nicht von anderer Seite verlangt wird. 4) Wer ein Buch beschädigt oder trotz Mahnung nicht zurückgiebt, wird unbeschadet seiner Ersatzpflicht von der weiteren Benutzung ausgeschlossen. Um Schonung der Bücher wird im Interesse der anderen Entleiher dringend ersucht. 5) Die Entleihung an Dritte ist streng verboten. märkische Loge in Dortmund. Als am 25. April v. J. in unserer 223 ten Logen-Versammlung , der w. Expräs. Br. Sanitätsrath Dr. Blankenstein im Auftrage der hochw. Grossloge die Installirung der neuen Beamtin) vornahm, da hob er in einer Ansprache an die letzteren hervor, dass das vor 7 Jahren bei Gründung der Loge flammende Feuer der Begeisterung für unserf. gute und edle Sache allmählich zu erlöschen scheine und sprach den Wunsch aus, dass es den neuen Beamten gelingen möge, durch treueste Pflichterfüllung und volle Hingabe das Interesse an den idealen Aufgaben unseres geliebten Ordens unter den Brüdern wieder reger zu gestalten. Dieser Wunsch ist wenigstens theilweise in Erfüllung gegangen. Wenn auch noch länge nicht alle Brüder regelmässig unsere Versammlungen besuchen, so hat sich doch die Frequenz, wie ich festgestellt habe, um 20% gehoben, ein Beweis, dass das Interesse an der Logen-Arbeit wieder im Wachsen begriffen ist. Ein greifbarer Grund dieses Fortschritts ist nicht vorlanden, auch im Logenleben giebt.es Imponderabilien und Stimmungen, die man nicht bezeichnen .kann; die aber — ohne dass der Einzelne sich desselben bewusst ist — von erheblichem Einfluss auf das Gedeihen und den Fortschritt unserer Arbeiten werden können. Es soll im Vorhinein zugegeben werden, dass diese Arbeiten bei Weitem nicht den Höhepunkt unserer Leistungsähigkeit erreicht haben, andererseits ist aber auch nicht zu eugnen, dass wir in der laufenden Saison wenigstens eine kleine Spanne auf dem Wege zu den Zielen zurückgelegt haben, deren Erreichung unser Orden auf seine Fahne geschrieben hat. -