Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1904-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 18 . . Distrikts zu bearbeiten, solche durch eine Comite vorzu bereiten, um als Jubiläumsgabe zu dienen. Dagegen erhoben «ich Bedenken, dass es noch verfrüht sei, jetzt schon eine objektive Darstellung zu geben, wo eine grosse Anzahl mit wirkender Brüder noch am Leben seien. Geschichte schreiben l.eisst doch nicht nur die Thatsachen chronologisch auf zuzählen, es kommt doch wesentlich darauf an. den Ursachen nachzugehen, und die Wirkungen in richtigen Einklang, zu bringen. Es wurde bezweifelt, ob es jetzt schon möglich sei den Verlauf "mit seinen Voraussetzungen und Folgen richtig abzuwägen und die treibenden Kräfte sowie die dabei tliätigeu Personen objektiv klar und sicher zu tixiren. Iniessen man hielt die Einwände nicht für so gewichtig, und der Versuch muss. gemacht werden. Die zweite Angelegenkeit -trifft die Organisation und hat eine gute, auch glückliche L-isung gefunden. Die diesjährige Tagung stand unter dem Zeichen des Kampfes um die . Besetzung im Gen. Com Da ladurch, dass die Gross-Loge alle zwei Jahre zusammentritt hat man angenommen, dass der Schwerpunkt der Leitung und Verwaltung im Gen. Com. ruhe. Die Annahme ist in ig denn er liegt im- Ausschuss, der fast wöchentlich Sitzung hält, während das Gen.-Com. in der ganzen Zeit nur 3 ma ' einberufen wurde. Indessen mau wollte eine Aenderung, dass 'lie Vertretung im Gen.-Com. nur 2 Jahre dauern sollte andererseits sollte ein! Drittel jährlich ausgelost weiden Eine solche Beschränknjg in der Auswahl zum Gen.-Com ist mit Recht (abgelehnt! ■ worden. Die Wahl muss nach der ' Fähigkeit, Würdigkeit |und Erfahrung im Ordeu.Jeben ge Theten, die Persönlichkeit muss die allein entscheidende sein Aber aus dieser Debatte gewann das Gen. - Com. eine er ' weiterte und ideale Aufgabe. Jedes Mitglied des Gen.-Com wird von jetzt ab einend Kreis von Logen unterstellt erhalten mit dem es in dauernder Fühlung bleiben soll. Die Mitglieder der Gen.-Com. sind in ihrem Kreise sozusagen Stellvertreter des Gr.-Pras.;: sie sollen Mittelpersoueu und Binde glieder zwischen der Lo£e und dem Gen.-Com. sein, die Loge oft besuchen, sich von (fem Stande der Arbeiten und allem Weiteren auf dem Laufenden erhalten, die Arbeiten derselben durch eigenes Hinzuthuu fördern, auf die prompte Abwicklung der Geschäfte und Einsendung der erforderen Berichte bedacht sein. Alle Wünsche, Klagen, Beschwerden sind an den Deputirten zu richten, der sie beim Gen.-Com zu-vertreten hat. Es soll dadurch erb inniger Connex zwischen dem Gen Com. und den Logen hergestellt werden, ohne dass den Logen der direkte Weg zur Gtoss-Loge versperrt zu sein braucht. Auch für die Mitglieder des Gen.-Com. wird es werthvoll sein, Kenntniss von de» Logenarbeiten zu nehmen. Erfahrungen zu sammeln, sich Objektivität im Urtheil anzueignen; sie werden dadurch angespornt, mehr Interesse an' dem Verhalten der Loge zu nehmen, es wird sich eiu gegenseitiges Wrtiauensverhältniss herausbilden, was wiederum zur F^tigung des Bundes und Kräftigung der Ordensidee bei trafen wink In der Gross-Logen-Sitzung sollen aber alle Mitglieder des G.en.-Coin. Bericht über die ihrer Obhut anwi trauten Logen abgeben. Somit wird es möglich sein, ein getreues und vollständiges Bild von unserem Distrikt, was in ihm vorgeht, wie in ihm gearbeitet und was geleistet wi (1. zu gewinnen. Es wird jetzt vornehmlich auf die Ab-, gremung der Bezirke und auf die richtige Wald der Personen ankommen. Dieser Beschluss ist allseitig mit Befriedigung aufgenommen worden, und hoffen wir von demselben den besten Erfolg. Wie dem auch sei, ob die einen zufrieden, die Andern weniger zufrieden, noch Andere mit den Berathungen und Beschlüssen der Gross - Loge gar nicht zufrieden waren, wir haben uns wieder einmal gesehen und gesprochen, alte Beziehungen sind erneut, neue geknüpft worden, alle Beschwerden und Klagen sind durch Aussprache gemildert, sogar gänzlich beseitigt worden. Wir haben neue Mitglieder kennen und schätzen gelernt, haben unsere , Erfahrungen ausgetauscht, von einander gelernt; auf sozialem!, und organi satorischem Gebiete sind wir ein gut Stück vorwärts gekommen, durch die ganzen Berathungen ging ejn Ernst und fester Wille, die zuversichtliche Hoffnung auf weitere Aus breituug des Ordens wurde durch Ertheilung von zwei Frtibriesn erheblich gestärkt.. Das Vertrauen zu den Beamten ist ungemiudert und wohlverdient, es hat jeder sein Bestes gegeben, seine ganze Kraft für das Gedeihen und Wachsthum des Ordens eingesetzt. Das sind Faktoren von weit grösserer Bedeutung als noch so gute Debatten und müssen immer wieder gehegt und gepflegt werden. Möge dieser gute Geist und das nur einträchtige Walten bei uns für alle Zeiten fortdauern. Dr. Maretzki. Anträge und Beschlüsse der diesjährigen Grosslogen-Sitzung. ISeitens desGeneral-Comites wurden folgende Aenderungen der Gesetze beantragt, die durch den früheren Beschluss der Grossloge erforderlich wurden, wonach die Sitzungen der Grossloge auch in zweijährigen Zwischenräumen stattfinden können. ai Im § 4 Abt. I der Grosslogesätze. Der 2. Satz lautet: ..Sogleich nach Anberaumung der Grosslogensitzung sind die Logen zur Wahl ihrer Repräsentanten aufzufordern. Die Wahl gilt für die Dauer des Grosslogentermins; " I sie erfolgt etc. . . ~fc) § 5 Abt. I erhält folgende Fassung: „Die ordentlichen Sitzungen der Grossloge finden mindestens alle zwei Jahre statt, die Festsetzung derselben erfolgt durch da< J. General-Comite. Zur Sitzung der Grossloge sind alle Expräsidenten soweit angängig unter Mittheilung der Tagesordnung, spätestens 14 Tage vorher einzuladen, j Die Grossloge ist beschlussfähig bei Anwesenheit von 15 Repräsentanten". _c)[ § lö Abt. I der 2. Satz lautet: „Dasselbe besorgt sämmtliche, nicht anderen Comites oder den Beamten [ überwiesenen Geschäfte der Grossloge, und legt in jeder ordentlichen Sitzung der Grossloge einen Bericht über seine Geschäftsführung zur Bestätigung vor. d), Im § 17 Abt. I sind die Worte „das künftige Finanzjahr" zu ersetzen durch den „Grosslogentermin". t Diese Anträge sind angenommen worden. Ferner hat das General - C omite folgende Anträge' zu den .seinigen gemacht, wodurch die Frage der Dringlichkeit ausgeschieden war: a) I Die Grossloge wolle gelegentlich der bevorstehenden Neuregelung der Wahlen zum General - Comite auch eine Abgrenzung der Bezirke vornehmen, und es jedem Mitgliede des General-Comites zur Pflicht machen, mit