Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Article
- Beilage zu Nr. 1
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Schritten halte, die wir von ihm haben und wissen. So etwalitett sich nicht erdichten,-solche <ieschichte mit allem was daran hängt und davon abhängt, kurz, ein solches Volk lässt sich nicht erlügen, seine noch unvollendete Kührung ist das grösstc l'oem der Zeiten nnd geht wahrscheinlich; noch bis zur Kntw ickelung des letzten, noch unberührten Knotens ^ller Erdnationen hinaus." (riebt es ein herrlicheres Zeugniss für uns als diesen Aussonjeti ."Heilders? l'nd ein anderes M.il riuft er den jungen Theologen <cu:,.;\Vo ist ein so' herrlich Volk, /u dem die Götter sich ' ' . t . i nahten wie der Herr zu diesem Volk, wo ist ein "so herrlich Volk, das so gerechte Sitten, und Gebote hatte, wie diese Gottesgebote waren?" Es wäre geradezu unnatürlich, wenn ein sn f 1 . - ' —- [ erleuchteter Gejst räch) auch <lcr traurigen Lage. in w elcher sieh dieluden zu jener Zeit befanden. ~ f ' *V ' 1 J seine Autmerksarukeit geschenkt hatte.'wie weni» eT sich auch sonst mit praktischen und politischen Kragen beschäftigte. Die Verfolgung^ der Juden und ihre gedrückte Lage 'nahmen bestandig seftj Interesse in Anspruch und es erscheint notbwendig zur Charakteristik des Mannes einige Stellen aus -einen Werken in verschiedenen Lebensperioden, die darauf Bezug haben, hier anzuführen. An einer .Stelle spricht er -ich gegen religiöse Verfolgungen "aus. und.gerade diese ist für uns heute besonders le-en-\\erth: „\'«>n Kindheit auf ist mir nichts abscheulicher gewesen 'als Verfolgungen und persönliche Beschimpfung eiives Menschen über seine Relegiöh. Wen geriet diese als ihn selbst und fiott aji? Ja. wer w eiss nicht, was an dem Worte Religion. - 'bald einnere l 'eberzcugung und fiefuhl betrifft, für tiefe Skrupel und Schwierigkeiten hatten? I >em i-t dieses, einem anderen das aufs innigste aH9st<>s*rg. zu die-cm Ausdrucke kann er sieh nicht gewöhnen, jcoit jenerfrüh jrcl'.is-ten \ orstellimgsart auf keine Weise sondern.; an ihr hangen -eine moralischen Begriffe, 'an ihr vielleicht seine vornehmste Triebfeder, ja sein Ideal der Moralit.it selbst. Dieser findet Zweifel wo keiner sie findet; die schwarze phantastische I liege\\ erfolgt Um. ohne das cht anderer als er sie stehet. W ie grausam - ist's also, w ie unvernünftig, wie nutzlos und unmenschlich, wenn sich ein Mensch, ein Gericht, eine Synagoge «las \jerdarnmurtgsdnddäs \'erfolgungsurtheil über nie .9 j ( ■' - I J ' Religion eines anderen, wäre es auch ein Indier oiler Xcger, anmasst? Dank der Menschheit sei allen denen, dieso unerträgliche Lasten und fesseln, die jede unziemende Beschimpfung, jede krankende Verfolgung, die Menschen von göttlichen oder menschlichen Rechts wegen ungescheut. ja ptlichtmässig und frohlockend anthaten. in ihr wahres Licht stellten! Die Rache solcher Verfolgungen ist nie ausgeblieben. Ks wäre a b e r e n d 1 i c.h Z"e i t. d a s s w i r aus besseren Gründen als a u s ' bIo s s e r V urcht V o e R a che z. um G e f (I h 1 de r W a h r h ei t u n d M e n s c h I i c h k e i t g e - lang t e ft." * Das sind goldene Worte, die heute mehr als je gelesen und beherzigt werden sollten. Ich muss aber noch einige andere gerade.nach dieser Richtung hm von Herder citiren: „Alle Gesetze", bemerkte er, .'.die den Juden arger als Vieh achten, ihm nicht über den Weg trauen und ihn damit täglich, ja stündlich ehrlos schelten: sie zeugen von der fortwährenden Barbarei des Staates, der aus barbarischen Zeiten solche Gesetze duldet. .... Daher ist es der Kuropäcr Pflicht, die Schulden ihrer Vorfahren zu vergüten und die durch sie ehrlos wurden, der F.hre wiederum fähig und werth zu machen". ' ' " " :- ' . [ ■■. '' •* Wie eine Mahnung an die (regctiwart erklingt heute Herders Wort: ..Lasset die Christen ihr Gewerbe so gut verstehen als die Juden das Ihrige, lasset christliche Familien. Zünfte und Gesellschaften einander so beistehen, als es die Juden einander zu thun gewohnt sind, wer wird den Preis vor den'Andern erjagen. Juden oder i bristen?*• -. . ' Ein anderes Mal lobt er den Wohlthätigkeitssinn der Juden und sagt: ..Wenn nun im Kehle der Menschheit jedem vorzüglichen Charactcrzug sein Lob gebührt, warum nicht diesem? Von der leidenschaftlichen, gesetzlichen Grossmuth edler Israeliten findet man hie und da Züge, die ebenso überraschen als befremden, aueli hat sie Lessing \\o er nur konnte, herausgesetzt: in Lebensbeschreibungen findet mal oft dergleichen Züge, denn, nicht alle Juden sind Shyloks." "Ja. Herder findet sogar, dass der Jude ein schärferer Ehrenrichter ist als der Christ, i denn ,-■. i diesen drücken gewöhnlich die Würde seiner Vorgesetzten und der Höherstehenden wie Blei und lasen zu Boden, dass er kaum aufrecht stehen, geschweige denn sehen kann, indem von Kindheit auf seine Begriffe von Stand 'und Ehre verschoben und' (ITC. gemacht werden. Nicht so der Jude.