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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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13 — sich alle wahrhaftedlen Israeliten zu den Logen drangen, ohne dass die Werbetrommel gerührt und Mitglieder gepresst werden, die nachfkurzer Zeit schon den Sitzungen fern bleiben, weil ihnen die Zusammensetzung in geistiger und gesellschaftlicher^Hinsicht nicht passt. In den Adressbflcheru linden sich Logen mit grosser Mitgliederzahl aufgeführt, hat man aber Gelegenheit, die Sitzungen zu besuchen, dann macht es einen .traurigen Eindruck, die Räume fast leer zu finden! Wir können das von uns nicht sagen, dürfen vielmehr bekennen, dass alle Brüder, die ortsahwesend und nicht krank sind, regelmässig den Sitzungen beiwohnen und wenn anderweitige Veranstaltungen Gesellschaften oder sonstige Festlichkeiten auf unsere Sitzungsabende anberaumt werden sollen, dann erklären die Brüder: „Das geht nicht, am Montag haben wir Logensitzung". / . Die oft zur Discussion gestellte Aufgabe, wie der Logenbesuch gehoben werden soll, ist bei uns längst gelöst! Wir schreiben diese Thatsache unserem Verhaljen bei Aufnahmen neuer Mitglieder zu, empfehlen bei Gründung neuer Logen in gleichem Sinne vorzugehen, selbst auf die Gefahr hin, dass ein Menschenalter verstreicht, bevor sich die guten Folgenzeigen. . Wi$ glauben, eine ganz erhebliche Anzahl unserer Brüder denkt gehau so, hat aber nicht den Muth, danach zu handeln und sich frei daiüber zu äussern. Was nun das Arbeitsfeld unserer Loge anbetrifft, so üben wir die Wohlthätigkeit innerhalb unseres Gesichtskreises in weitestem Maasse. Wenn unsere eigenen Mittel nicht reichen, helfen uns andere hiesige Vereine und Freunde, so dass wir vielen gemeinnützigen Instituten regelmässige Beiträge zählen und ausserdem beträchtliche Summen für Wohlthätigkeit ausgeben. Im Allgemeinen handhaben wir die Wohlthätigkeit derart, dass Unterstützung des Wanderbettels ausgeschlossen, Bettelbriefe nicht berücksichtigt werden, dagegen haben wir bei besonderen Gelegenheiten, wie z. B. für Kischinew, stets bereite Mittel und brachten dafür sofort 100 Mark, dann 335,5)0 Mark und später nochmals 503,10 Mark, zusammen 088,60 Mark auf. * i - ■ ' ' t Den Hauptwert legen wir aber darauf, in unserer eigenen Gemeinde und deren Umgebung die Not zu lindern, den Armen und Hilfsbedürftigen ausgiebig zu helfen. Diese Verhältnisse sind wir genau zu prüfen in der Lage und können derart eingreifen, dass würdigen und hilfsbedürftigen Nothleidenden anch thatsächlich geholfen wird, ohne dass sie auswärtige Hilfe in Anspruch zu nehmen brauchen: Würde allenthalben im gleichen Sinne gearbeitet, so dürfte der Wanderbette) sehr eingeschränkt, wenn nicht gar beseitigt werden. Einem russischen Knaben hatten wir eine Lehrstelle bei einem Buchbinder beschafft, ein armes galizisches Mädchen bei einer hiesigen Familie untergebracht — vergebens, denn beide haben die Stellen nicht angetreten. Einem anderen auf der Wanderschaft hierher verschlagnen jungen Menschen aus Russland-haben wir — nachdem die, sorgfältig eingezogenen Erkundigungen, günstige Kesulute ergaben — einem hiesigen Zahnarzte zur technischen Ausbildung überwiesen und die- Kosten für 2 Jahre mit 1200 Mark — übernommen — hoffentlich zum Segen des Jünglings und zu unserer FreudeJ ,' Wiederholt schickten wir. unbemiCtelte kranke Kinder auf unsere Kosten in die Kinderheilstätte( Bad Nauheim — mit zufriedenstellendem Erfolge. ""}'■'■'• Die Geselligkeit pflogen, wir in der gewohnten Weise; die Brüder bleiben in der Regel nach den Sitzungen bei einem Glase Wein geniüthlich beisammen, ab und zu kommen auch unsere Damen.; Abgesehen von * vereinzelten Verträgen berufener auswärtiger Redner, sind VortragsabeM; mit Damen wiedeih<dt veranstaltet worden, an welchen unsere Brüder Peyser und Dr. Cohn über populäre Themata sprachen. Besondere Veranstaltungen wie Stiftungsfest, Chanukkafeier etc. wurden durch Festmahl, an welchem sämmtliche Brüder mit ihren Angehörigen theilhahmen, gefeiert. ■ * " * l - fh .\..' - In ausführliche Schilderungen derartiger Festlichkeiten einzugehen dürfte sich wohl erübrigen, denn sie nehmen t'itst fiberall einen grösseren oder kleineren Raum ein und hal>en den gleichen Verlauf. Auswärtige Gäste, die uns mehrfach beehrten, sprachen sich stets sehr günstig über unsere Veranstaltungen aus. Mehrere unserer Brüder' besuchen auf ihren Reisen oft Schwesterlogen, berichten dann 'über die gewonnenen Ein drücke und auch wir freuen uns. des Öfteren, auswärtige Brüder hier begrüssen zu können." Bei der Iustallation der Maimonides-Loge und dem Stiftungsfeste der Sinai-Loge waren wir durch Deputate. vertreten. * ' . * ™ . V ■ .j: . »** In nächster Sitzung führeji wir, ein neu aufgenommenes Mitglied ein. Wif sprechen zum Schlüsse die Hoffnung aus, dass wir in richtiger Würdigung der grossen Bedeutung unseres Logeuwesens, in einsichtsvollem Verständnis* desselben den Aufgaben der Zukunft auch in unserer kleinen Julius Bien-L°ge gewachsen bleiben und mit den uns gegebenen Hilfsmitteln in fröhlicher Zuversicht den kommenden Tagen entgegeublicken; mögen wir und alle Sehwesteriogen in treuer Arbeit, in gewissenhafter Pflichterfüllung und in sittlichem Streben nach allem Guten und Edlen getreu unserem Motto wirken in Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht. Ostpreussisohe Loge In Osterode O.-Pr. Am 29. No* vember feierten wir unser I. Stiftungsfest, dasselbe wurde durch eine Festloge eingeleitet, in - der vier neue Mitgliede eingeführt wurden. Br, Präsident Jacobsohn gab einen Rückblick über die Thätigkeit des ersten Jahres, wobei er betonte, dass die Bemühungen unserer Loge, das Interesse für die Ordensideen im Osten immer mehr zu wecken, nicht ohne Erfolg geblieben 'sind. Mit 34 Mit-

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