Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028963-6074083--0630-4864798
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

- ti österreichischen Human itäts-Vereine, sowie über den Verhandlungstag dei österreichen Humauitäts-Vereine in Bielitz Der Monat gcUosti neuerdings mit der feierlichen Einführung von weiteren 10 Candidaten. In den eisten Sitzungen im Dezember „beschäftigten wir uns mit dem Xothstand unserer Glanbensbrüder iu Galizien und hörten ein Referat über die Schrift der Damen Bertha Pappenheim und Dr. Sara Rabinowisch „Zur Lage der jüdischen Bevölkerung in Galizien '. Es knüpft sich hieran eine sehr lebhafte Debatte in deren Verlauf Br. Gross-Secretär W o 1 f f Anlass uahin, hervorzuheben, welch warmes Interesse die hochw. Grossloge für diese Frage bethätigt. Br. Gross-Secretär Wolff legte dar, dass die allseitige hingebungsvolle Mitarbeit für unsere russischen Glaubensgenossen bereits bemerkenswerthe Ei folge zu verzeichuen hatte, die uns anspornen sollen, unsere Kräfte im Interesse der rassischen Hilfsaktion weiter anzuspannen. Es folgten darauf die Berichte unserer Pfleger über die . Verhältnisse der Hinterbliebenen unserer verstorbenen Brüder. Die Pflegeschaftsberichte bewiikten einen Beschluss der Loge, den Connex mit den Angehörigen der verstorbenen Brüder in verstärktem Masse zu erhalten und zu pflegen. Im Dezember, fand ein ausschliesslich der Geselligkeit gewidmetesgrosses Fest der Montefiore-Loge statt, Ball mit voraufgehendent Concert, an dem hervorragende Küntler und Künstlerinnen der Berliner Hofoper und anderer ersten Bühnen mitwirkten. Auch sonst hat unser Comite den geselligen Theil unserer Logenthätigkeit nicht ausser Acht gelassen. Mehrfach schloss sich den einzelnen Vorträgen ein Brudermahl ist Bti Veranstaltungen haben sich in Hamburg, Mannheim, bedien auch in Oesterreich, als segensreich bewährt und werden i deu Logen in Berlin geplant. Wir hatten den als Autoritär dem Gebiete besonders verdienten Herrn Professor Leo Uner ans Wien zu einem Vortrag in der Montefiore-Loge letzten Tage gebeten. Der ungemein fesselnde Vortrag 1 am '20. ds. Mts. nach Schluss einer kurzen Geschäfts zung der Montefiore-Loge vor Damen und Herren der drei liner Logen statt und hat die Anwesenden für die Idee deren Verwirklichung nunmehr ein Comite der iiiner Logen in die Hand nimmt. Wir konnten da> 1903 kaum besser beschließen und in das neue hinübei iten, als indem wir noch zuguterletzt diese ideale Aufgab- Angriff nahmen. Möge dieselbe segenbringend werden. Maximilan Stein. Diese SOJ} Vo au: K an fan sit Bfjr be reistert, B. Jajlir gl« in t sowie eine gesellige Zusammenkunft. mit Damen an. I " Im Laufe des Monats Dezember hielt unser Br. [Ferdinand Blumenthal einen lehrreichen, populäiniedicinisclien Vortrag über das Thema: ,,Wie schützen wir uns vor Krankheiten", mit Vorführung von Lichtbildern. Noeh im gleichen Monat hatten wir den Vorzug einen Vortrag des Br.Dr. Nimirower ausJassy zu hören, der unserer Einladung folgend iu unserer Loge über die Juden in „Rumänien" sprach und hierbei nicht allein eine authentische Schilderung der Lage unserer rumänischen ^Glaubensgenossen bot, "sondern auch besonders eine erhebende Schilderung der ausserordentlich segensreichen Thätigkeit unseres Ordens in Rumänien. Wir erfuhren, dass die rumänischen Bnei Briss- Logen die einzige Organisation der dortigen Juden überhaupt bilden und dass unser Orden in Rumänien, im Vergleich mit anderen jüdischen Hilfsvereinigungen den Hauptstützpunkt aller philantrophischen und humanitären Bestrebungen für die Juden in Rumänien abgiebt, Angesichts dieser uns mitgeteilten hervorragenden Leistungen unseres lieben Ordens im Osten waren die geschätzten Ausführungen des berufenen Redners umsomehr dazu angethan, unser Ordensbewusstsein zu erhöhen. * ' . Die letzte Sitzung im'Jahre 1903 hatten wir für die Behandlung der Frage der „Toynbeehallen". reserviert. Derartige, nach ihrem ursprüglichen Begründer benannte ,.Hallen'' sind als Stätten der Bildung und der Geselligkeit für alle jene Kreise gedacht, denen sonst die Gelegenheit hierzu ermangelt. Jahns Bien-Loge in Eschwege. Ein längerer Zeitraum verstrichen, seitdem wir über unsere Thätigkeit einen icht erstattet haben. Nicht Nachlässigkeit oder Gleichgiltigkeit gegen unsere gülte Institution ist es, sondern der Grund liegt darin, dass wir hei vorragende oder wissenswerte Mitteilungen nicht zu machen hatten. Seit Gründung unserer Loge haben wir im Sinne und Gtjiste der Logengesetze fort und fort gearbeitet, Tiaben uns bestrebt, alles Gute — insbesondere in unserem engeren Kreise — zu fördern, haben auch die Vorgänge im Logenwt sen mit grossem Interesse verfolgt, sind aber wenig an die Öffentlichkeit getreten. Wir stehen heute noch auf dem gleichen Standpunkte, dei wir von Anfang an eingenommen, dass nicht die grosse M tgliederzahl der Logen es thut, sondern dass die Hauptsache dariu liegt, gleichgesinute, auf gleicher gesellschaftlicher uni'geistiger Stufe stehende, für die Logensache begeisterte M inner zu vereinigen, die dafür auch dann noch wirken und sich bethätigeu, wenn der erste Rausch der Begeisterung geschwunden ist. Wir können die Propaganda, wie sie in den letzten Jahren betrieben wurde, durchaus nicht heilsam für unseren geliebten Orden halten, denn es ist ja nicht schwer, fiberall grosse Logen mit grossartigen Installationsfestlichkeiten hervorzurufen — wohl aber ist es schwer, dafür zu borgen, dass di; Brüder ein fortlaufendes Interesse an der Sache behalten und immer mehr und mehr gewinnen, damit die Sitzungsatende alle Brüder versammeln, damit sie sich mit Lust and Liebe an den Arbeiten betheiligen, damit innerhalb der Logen gepflegt werde die Kräftigung der Charactere, der sittliche - Si in, welcher alles Gemeine und Böse meidet und verabscheut, ater für alles Hohe und Edle in Begeisterung erglüht, damit sich die Brüder nicht nur begnügen, ihre Beiträge zu zahlen uid Logenbrüder zu heissen — sondern auch thatsächlich zu sein, damit sie immer tiefer in das wahre Logenleben eindringen, das volle Verständniss dafür ge'winnen und mit Freuden aus vollem Herzenstrieb dafür thätig sind. Wenn die Logen sämmtlich diese Höhe erklimmen, dann wird man auch nach aussenhin ihr Wirken und Wesen kennen lernen — das ist die beste Propaganda and daian werden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.