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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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— 14 — gliedein installieit. höben wir heute bereits 48 Mitglieder ' aufzuweisen, die sxh auf folgende S'ädte verbreiten: Osterode, [ AÜenstein. Liebemüh', Saalfeld, Christburg, Guttstadt, Sensj bürg, Alt-Uc'a. Bassenheim, Neidenburg, Lautenburg, Xeumark, Dtsch. Eylan, Lessen, Johannisburg, Landsberg. Königsberg, Berlin. Weiter führte Br. -Präsident aus, dass wenr gleich am Orte nur we»ige Mitglieder ansäss'g sind, die Sitzungen dennoch von durchschnittlich 30 Brüdern besucht waren. Es war uns möglich, die Wohlthätigkeit nach verschiedenen Richturgen hin zu üben und auch bei dem Hilfswerk für Kischinew. standen wir hinter unseren Schwesterlogen'nicht zurück. Auf kulturellem Gebiet waren wir nicht unthätig. Vorträge über bedeutende Juden und jüdische Geschichte, Referate über das judenihum betreffende Themata, haben dazu beigetragen, in unseren Sitzungen Anregung und Interesse hervorzurufen. Die Geselligkeit ist hierbei nicht zu kurz gekommen, versammeln sich doch die Brüder in Alienstein jeden Dienstag und die Brüder in Osterode jeden Sonntag zu gemüthlichen Famtlienabenden. Recht bedauerlich ist es aber, dass unsere Sitzungen sjo wenig von Brüdern anderer Logen besucht werden. Gerade der Besuch alter erfahrener 'Brüder unserer Schwesterlogejn giebt den jüngeren Logen Anregungen für ihre Discussioner*. I Mit besonderer" Befriedigung aber muss an die öfteren Besuche des w. Fxpräs. Br. Bloch-Deutsche Reichsloge und f Br. Jacob-Gabriel Riesser:Loge erinnert werden, von beiden lieben Brüdernhaben wir recht viel gelernt. Bruderliebe j Dflegen, Bruderliebe üben, sei unsere vornehmste Aufgabe. Unsere Loge soll hierfür die Pflanzs'älte sein, von , uns aus soll sie unter die Menschheit getragen werden. | Erst dann werden wir wahre Brüder des Ordens sein, wenn wir unsere Mitmenschen, gleichviel welcher Confessior, I ebenso achten wie uns selbst, dadurch wird der Boden dem Antisemiiismus entzogen und der Jude wird wieder die volle Achtung gemessen, welche ihm seiner Religion nach gebührt. . Dieses Ziel mitzuerreichtfn helfen, unserer Devise getreu weiter zu" arbeiten", sei*' unser e'frigstes Bestreben. — Möge das neue Jahr, dem wir entgegengehen, uns Fr i e d e und und Eintracht brirgen. Nach den mit grossem Beifall aufgenommenen Ausführungen unseres w. Präs* statteten die wenigen Delegierte, J r. Becker-Deutsche Reichs-Loge, Br. D e kuczinski-Gabriel Riesser-Loge,- Br. Rabb. Dr. Silberstein-Elbing ihre Glückwünsche ab. Abends ~1/2 Uhr vereinigte der geschmückte Saal des Elisenhofs eine stattliche Anzahl Theilnehmer und Theilrlehmerinnen zü einem Festessen mit darauffolgendem Tanz. Das ganze Arrargement kann als ein wohlgelungenes bezeichnet werden und gebührt dem Festausschuss auch an dieser Stelle noch besonderer Dank. Eine Reihe Toaste) Tafellieder und sonstige launige Vorträge hielten die Festtheilnehmer bis zum hellen Morgen in fröhlicher Stimmung beisammen. Nun das schöne Fest verklungen, wollen wir an die Arbeit gehen und weiter unseie Kräfte den idealen Bestrebungen dess U. O. B. B. nach bestem Können widmen. Itlalmonides-Loge in Nürnberg. Trotzdem die Mairaonides Loge noch in recht jugendlichem Alter steht, entfaltet sie doch nach innen und aussen eine überaus rege Thätigkeit. Es ist erfreulich zu sehen,. dass diese Thätigkeit auch in denjenigen Kreisen, welche früher der Begründung einer Loge in Nürnberg gradezu feindlich gegenüberstanden, Würdigung und Anerkennung zu finden beginnt. Was das zu bedeuten hat, wird nur derjenige zu würdigen verstehen, der die Widerwärtigkeiten und Kämpfe, die sich anlässlich der Begründung der Maimonides-Loge abspielten, in ihrem ganzen Umfange kennt. Es ist darum doppelt zu begrüssen. dass die Maimonides-Loge trotz ihrer Jugend durch ihre lieislungen es verstanden hat, den Gegnern Respekt abzugewinnen, und es ist zu erwarten, dass, wenn die Wellen durch die Zeit sich immer mehr geglättet haben werden, die Hoffnungen, die in die M.-Loge gesetzt wurden, voll, und ganz in Erfüllung gehen werden. Von der Wirksamkeit der M.-Loge legt unter anderem Zeugniss ab die ebenso schöne wie erhebende Feier, welche am 16.. Dezember anlässlich des Chanukafestes in den Räumen des Hotel Goldener Adler veranstaltet wurde. Bereits einige Tage vorher waren 21 arme Kindern aus den Gemeinden Nürnberg und Fürth mit Kleidungsstücken vollständig ausgestattet worden. Die Verschenkung ging so vor sich, dass die Eltern der betreffenden Kinder die Gegenstände in Empfang nahmen, ohne dass die Kinder Kenntniss erhielten, dass sie von fremder Seite beschenkt wurden; dadurch wurde ihnen das beschämende Gefühl eines Almosenempfanges erspart. . Zu dem eigentlichen Kinderfeste, das am 16. Dez. Nachm. 3 Uhr begann, fanden sich diese beschenkten Kinder und die Kinder der Mitglieder der Maimonides-Loge — es waren an Zahl insgesammt etwa 150 — in den festlich erleuchteten Räumen des Hotel Goldener Adler ein und wurden daselbst von dem Damen-Comite der Loge gemeinsam bewirthet und mit kleinen Geschenken, Spielsachen u. dergl., erfreut. Der w. Präsident der Maimonides-Loge Br. Hermann Oettinger begrüsste die erschienenen Gäste, die Kinder und die Mitglieder der Loge und wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es eine der schönsten Tugenden des Menschen sei, andere zu erfreuen. Wie das Chanukalicht zu profanen Zwecken nicht verwandt werden dürfe, so soll auch werklhätige Liebe nur ihrer selbst willen, ohne jeden Eigennutz geübt werden. In begeisterter Rede schilderte Br. Dr. Feilchenfeld die eigentliche Bedeutung des Chanukafestes und entwarf ein lebhaftes Bild von den Makkabäerkämpfen. Hierauf wurden die Chanukalichter von Br. Grünbaum entzündete Eine bunte Reihe von Vorträgen und Theateraufführungen durch die Kinder, darunter das wohlgelungene lebende Bild, eine Chanukafeier in einer mittelalterlichen jüdischen Familie darstellend, boten gar mannigfache Abwechselung und hielten die Kinder noch lange in Frohsinn zusammen. Es war in. der That geradezu herzerhebend, die fröhlichen, freudestrahlenden Gesichter dieser grossen Kinderschaar zu sehen. An dieses Kinderfest reihte sich Abends das Brudermahl der Logenmitglieder und ihrer Angehörigen. Gar viele sinnige Worte und Toaste würzten das Mahl. Br. Präsident richtete an die zahlreich Erschienenen seinen herzlichen Willkommensgruss; Br. Dr. Münz erinnerte an die Geschichte

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