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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1903-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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leben und, wenn längere Krankheit erst den Erwerb geschmälert, die Ausgaben liiugegen vergrössert hat, herzlich dankbar für die Pflege sind, die ihnen kein neues Opfer auferlegt. An soPehen Pflegen haben wir jetzt schon etwa 40 Tage und ebenso viel Nächte geleistet, zu ungefähr gleichen Teilen in jüdischen und in christlichen Familien. Und wie auch das Gute selten allein kommt, daif die Loge hoffen^ in dieser ersten Mitwirkung der jüdischen Aussenkreise einen VerbimlungsstegNtösJffjnen hergestellt zu sehen, der zu einem sich fortsetzenden Verkehre und zu einer weiteren Annäherung führen kann. Haben uns doch Männer, die wir gern zu den unsrigen zählten, freimütig erklärt, dass sie vor diesem Unternehmen der Logen „Respect" hatten! — — Als nach dem Dienstantiitte der Schwester, am 1. Juli' sich nicht gleich Arbeit für sie fand? musste uus daran gelegen sein, sie in ihrer freien Zeit am hiesigen Städtischen (evangelischen) Krankenhause beschäftigt zu sehen, dem man allerdings seit einem gewissen Vorgange wenig Neigung für unsere Glaubensgenossen nachsagte. Allein auch da erwiesen sich die Befürchtungen unbegründet, denn schon bald brachte uns der leitende Arzt, der unsere Sache zur seinigen gemacht hatte, den will fährigen Beschluss des Verwaltungsrathes selbst ins Haus, und nicht lange darauf traf auch die verbindlich^gehaltene amtliche Bestätigung der Städtischen Behörde ein. Seidem ist unsere Schwester in den Dienst eingereiht und bringt ihre freien Tage von morgens 7—1 Uhr mittags im Krankenhause zu. Und nach kurzer Zeit schon wurde sie vom Krankenhaus« an eine auswärtige evangelische Familie mit der Versicherung empfohlen, dass man ihr eine bessere Pflegerin nicht schicken könnte — freilich auch,mit der vorsichtigen Einschränkung: wenn der Patient nicht an ihrer jüdischen Confession Anstoss nehme! Eine jüdische Schwester ist hierzulande eben noch eise völlig neue Erscheinung. Die Berechtigung, seinen Schwestern Ausweise zum Genüsse der üblichen Fahrpreisermässigungen zu erteilen, ist dem Kuratoiium von der Kgl Eisenbahndirek'ion ebenfalls willig übertragen worden. — Gleich nach unserer Bekanntmachung aber hatte schon Frau, Oberregierungsrat B. im Auftrage des Vaterländischen Frauenvereins bei uns vorgesprochen, um "uns ihre Genugtuung über unseren Eintritt in den Dienst der Charitas Auszudrücken, sich auch über unsere Einrichtungen zu unter* fcmL_uns_ jede gewünschte Unterstützung anzubieten. B^WtnG'ang eines ^orstandsbeschlusses wurden uns Vier Dame mit einem liebenswürdigen Briefe dann noch ^Hilfsfrauen des Vaterland. Frauenvereins zur Verfügung gesollt. Es sind das Fraüen aus einfachen Bürgerkreisen, die von der einstweilen auch noch ohne Gefährtin arbeitenden Schwester des V. F. hinreichend angelernt sind, um jene in leichteren Fällen vertreten zu können und mit Mk. 1.50 den Tag und Mk. -2..~>0 die Nacht gelohnt werden. Wir haben darauf diese Hilfsfrauen auch für uns verpflichtet, aber dank dem Eifer unserer Schwester sie noch nicht heranzuziehen brauchen. Unsere Schwester — um auch von ihr selbst za sprechen — hat bis jetzt überall ein liebevolles Gedenken zurückgelassen. Sie scheint sich bewusst zu sein, dass sie hier gleichsam die Pionierin für unsere Schwesternsache ist, denn sie pflegt nicht nur mit der an bewährter Stelle erlernten gewissenhaften Sachkenntnis, sondern auch mit dem Herzen. Auch in der Gesellschaft ist sie schnell heimisch geworden, und wie sie in sehr guter Familie untergebracht ist, so stehen ihr auch unsere besten Kreise offen; sie trägt auf unseren Wunsch nur Schwesterntracht. — Erwähnen wir schliesslich noch, dass uus von mehreren freigebigen Brüdern auch schon einige grössere Zuwendungen gemacht worden sind, die, namentlich wenn sie Nachahmung finden, den Jahreszuschuss der Loge zugunsten anderer guten Zwecke erheblich verringern werden, so bleibt uns nur zu wünschen, dass wir, wenn wir vielleicht in 10 Jahren s. G. w. wieder einmal berichten, uns ebenso zufrieden möchten aussprechen können, wenn auch minder länglich als heute, wo es uns mehr darum zu tun war, ein anschauliches Bild von der neuen Einrichtung zu geben und die in den Monalsblättein kürzlich aufgetretenen Bedenken auf ihr berechtigtes Maass zurückzuführen. . Für nötige oder zweckmässige Verbesserungen im jüdischen Schwesternwesen halten wir gleichwohl die Augen offen. Dortmund, 15. November 1903. Die deutschen Bnei Briss-Logen im Jahre 1902. Von Dr. Schopp in Essen-Ruhr. Angeregt durch die interessanten Veröffentlichungen (Monatsberichte 1900 No. 8) des w. Expr. Br. Dr. Landsberg von der w. Allemania-Loge, habe ich viel Gefallen gefunden, mich mit Ligenstatistik zu beschäftigen. Bekanntlich findet bei den meisten Bbr. nichts so wenig Beachtung wie der Bericht des Grosssecretärs, der zwar bei flüchtigem Durchsehen der langen Zahlenreihen nichts anziehendes hat, aber desto mehr lehrreiches und interessantes bietet, je. mehr man sich in ihn versenkt. Um das werthvolle Material den Bbr. der Glückauf-Loge nicht verloren gehen zu lassen, habe ich seit 1901 alljährlich über den Jahresbesicht refeiirt. In diesem Jahre nach der dankenswerthen Drucklegung der Grosslogenverhandlangen, war es mir möglich, die Jahresberichte vom Jahre 1885 an — mit Ausnahme von 1891 — in den Kreis meiner Betrachtungen zu ziehen. ' Ohne lange Einleitung gehe ich in medias res. Auch in diesem Jahre, wie seit 1896, hat die Lessing- Loge den grössten Mitgliederbestand mit 384 Mitgliedern, an zweiter Stelle rangiert die Frankfurt-Loge mit 343 Mitgliedern. Ihnen folgen als dritte und vierte die Deutsche Reichs-Loge und die Beithold Auerbach-Loge mit 295 bezw.

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