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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1903-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 12/; < manchen anderen Pläten wird es wohl auch so sein. Aber ebenso einig waren sich auch alle darin, dass es ein unleidlicher Zustand sei, noch immer die gesamte Kraukenpflege mit allem Zubehör nühtjttdischen Kräften allein zn über lassen und dass es von ausserordentlichem moralischen "Werte sein würde, ihn zu ändern; so wurde denn, ungeachtet der nach einem Kostenanschlage mit Sicherheit zu erwartenden hibten Zubusse von jährlich Mk. 1300 -1400, fast mit Stimmeueinhelligkeit dennoch die Uebernahme der Schwester beschlossen. Wir geben diesen Kostenanschlag hier wieder, weil ei sich bis jetzt als richtig erwiesen hat und weil er auch anderen Logen als Maasstab dienen darf. Ausgaben. a) feste: Gehalt Mk Chanukkahgeschenk „ Versicherung „ Kleidung „ 300 — 40.— 250.- 200.— Mk. 790. b) veränderliche: Wohnung und Verpflegung in vorgeschrieben. Range Mk. 9D0.— Reinigung d. Wäsche u. Bäder „ 200. kleine Ausgaben 50.— 1150.— Mk.1910. Einnahmeii. 25 Pflegewochen zu Mk. 25. «25.- also Mehrausgaben: Mk. 1315. Hinzu tritt noch die nachträglich vorgesehene Versicherung' der Schwester für Krankheitsfälle mit etwa Mk. 25.—. n Die Einstellung von nur 25 Pflegewochen im Jahre wird bei dem jährlichen Urlaube von vier Wochen, der jeder Schwester zusteht, nicht mehr zu knapp bemessen scheinen, wenn mau bedenkt, dass eine Schwester gewöhnlich nur jude dritte 'Nacht wachen soll; auch bietet sich nicht ständig Beschäftigung für sie, besonders im Hochsommer. Zutreffend hat denn auch unsere Schwester in den ersten drei Monaten Juli—September 42 Tage und 46 Nächte gepflegt, eine Leistung, die wir, solange wir keiue zweite Schwester zur Ablösung haben, kaum gesteigert sehen möchten. Dagegen wird manche Loge vielleicht etwas höhere Pflegesätze nehmen dürfen, als wir es hier konnten, denn, während erhoben wird beim V. f. j. K. beim V f. j. in Berlin, in Köln, für den Tag Mk. 5.— Mk. 4 — für die Nacht „ 5.— „ 4.— für Tag und Nacht „ 5.— ,. 4.— für die Woche „ 30.— „ 28.— K. berechnen wir nur: Mk 2 50 „ 4- .,' 25.— Zur Leitung des Pflegedienstes und aller einschlägigen Geschäfte setzte die Loge ein aus fünf Brüdern und drei Damen bestehendes „Kuratorium für 'Jüdische Krankenpflegerinnen i,n Dortmund" ein, das bei der Behörde angemeldet ward und dessen erste Sorge der Ermöglichung vo-n unentgeltlichen Pflegen bei Unbemittelten in Verbindung mit einer begrenzteb Diaeonie galt, denn auch darin durften wir nicht hinter den anderen zurückbleiben. " Da sich aber eine noch' stärkere Belastung der schwachen Schultern unserer Loge, tezw. eine Minderung der vorgesehenen Mindesteinnahmen, von^-selbst verbot, so ward beschlossen, m i t H i 1 i-e u.n s e r e r Glaubensgenossen'^ Stadt und Uralireis 'einen besonderen fundus,1 den >Sch westerhfondszu gründen, aus dessen eljn.er Hälfte die Loge ihre unentgeltlichen Pflegen und Unterstützungen ersetzt.bekommen, und dessen zweiter Teil zur S ich er s t eil u n g der Zukunft unserer S e h wes* t e r n ■ i m Alter und in Fällen vorzeitiger Ar beitsunfähigkeit mit-1 verwendet werden soll t e. Schon im Januar ds. J. lief unser Rundschreiben. aus. t '. ".' ",V ' Bei der kühlen Zurückhaltung - der Aussenstehenden, die in der Loge, trotz mancher gemeinnützigen Leistung, beharrlich nicht mehr als eine unberechtigte gesellschaftliche Absonderung sehen wollten, war-vielfach ein Misslingen befürchtet worden; aber stalt dessen hatte unser Aufruf einen Erfolg, der selbst dieMiuderängsIlichen überraschte. Um "es kurz zu sagen: der Gedanke,-dass auch wir Juden uns fortau an der allgemeinen Krankenpflege und Diaeonie ohne Unterschied des Bekenntnisses beteiligen Und" so manch*-¥<»-" Seite empfangene Wohltat endlich heimzuzahlen beginnen wollen, erwies sich so zündend, oder doch so volkstümlich, dass mit einem Schlage alle Gegensätze vergasen waren und man der Märk. Loge ^z u m e rs t e n M a 1 e willig Gefolgchaft leistete. .'; •'• •:' < In Dortmund allein wurden in kürzester Fi ist etwa 150 Jahresbeiträge gezeichnet, in Hörde 45 und in Hamm 6r>.- Mit namhaften Summen beteiligten, sich die Männer-Chewra und ebenso die Frauen-Öaewia in Bochum und - mit kleineren die Gemeinden, Chewras und Frauen vereine, häufig jede besonders, in Castrop, Dülmen, Hagen, Lipps ladt, Lüde ns c.h e i d, M ü n st e r, Witten U. 8. W. . •' ' Damit waren uns gleich auf längere Jahre die Mittel egebeii, um die Schöpfung des U.-0. B. B. zu einer richtigen Wohlfahi tseinrichtung, zu einer kleinen aber dauernd Quelle stillen Wohltuns auszugestalten: unentgeltlichen Pflegen nicht zu «kargen und unsere kaun dem unbemittelten Kranken auev die Sorge um Augehörigen, die häutig noch schwerer) als das körperls eiden lastet, von der Seele nehmen. In unserer fleissigen^ Provinz,. w(/sich alle Arme liihren und wo für die ArbeAtsbehiuderten anderweitig gut geborgt ist, soll es verhältnismässig.;wenig Notleidende ge'>en: aber der verschämten Armen scheinen desto mehr zu sein, jeute, auch unseivs Bekenntnisses, die sonst ihren PlaU in der Gesellschaft behaupten, aber aus der Hand in den Mund

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