Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 8 - Oktober
- Date
- 1903-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4864325-6028961-6074079--0577-4864747- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Br. Dr. Klee über: Was will der Zionismus? Br. Dr. Leszinsky über: Jargon Litteratur. Br. Sanitätsrath Dr. Wolff über: Die Medicin des ' Moses Maimonides. Br. Dr. Klee über: Die Erziehungs-Ansialt Ahlem. Br. RA. Gottschalk über: Professor Moritz Lazarus. Br. Otto Ems Referat über: Die jüdische Arbeitercolonie in Weissensee. Br. Meinhard Borchardt über: Der Hülfsverein für jüdische Studirende. Br. Expräs D. Wolff über: Grundsätze über Ausübung der Wohlthätigkeit im Anschluss an die Ausführungen der Stuttgart-Loge.? Br. Louis Wertheim über: Die Stellung des Freimaurer-Ordens zu unserem Orden. Alle , diese Vorträge, Referate und fernere Berichte über die Protokolle der Ausschusssitzungen der Grossloge wurden mit grösstem Interesse verfolgt und führten zumeist zu recht lebhaften Debatten. Gemeinsam mit unsern hiesigenSchwesterlogen veranstalten wir ferner für unsere Brüder und deren Familien t» grosse Vortragsabende: Herr Marcell Salzer: Vorlesung biblischer uni moderner Dichtungen. Br. Dr. Oppenheimer aus Halle: Beruf der Frau in Vergangenheit und Gegenwart. Br. Dr. Landsberger aus Stettin: Ibsens Gespenster. Herr Dr. Leopold Schmidt: Bethoven als Künstler und Mensch. Br. Rabbiner Dr. Weisse: Warum sollen wir unsere Geschichte und Litteratur kennen? Br. RA. Gottschalk: Björnsson. Ueber unsere Kraft. Sämmtliche Vorträge waren von einem sehr zahlreichen Auditorium besucht und gewannen das grosse Interesse der Versammelten. Nach jedem Vortrag fand noch ein geselliges Beisammensein statt, welches die Brüder mit ihren Angehörigen in froher Stimmung noch einige Stunden vereinigte Am 24. Januar begingen wir wie alljährlich unsere Winterfestlichkeit , welche wie bisher in vornehmer, der Loge würdiger Weise veranstaltet, den vollsten Beifall unserer lieben Brüder und Familien gefunden. In schlichter, aber doch ausdrucksvoller Weise wurde am ti. April das 20jährige Bestehen unserer Berthold Auerbach-Loge geleiert. In der zum Beginn veranstalteten Festloge, hielt unser würdiger Präsident eine formvollendete Festrede, in welcher er ein Gesammtbild über die Wirksamkeit unserer Loge seit ihrem Bestehen entwarf. Manches lieben Bruders, welcher seine ganze Kraft dem Dienst unserer lieben Loge gewidmet, doch leider nicht mehr hinieden weilt, wurde bei diesem Anlass wehmüthigen Herzens gedacht. Die hochwürdige Grossloge wie unsere hiesigen Schwesterlogen Hessen uns durch officielle Delegirte herzliche Glückwünsche zum Ausdruck. bringen. Ein sich anschliessendes Brudermahl, bei welchem noch manches schöne Wart gesprochen, vereinigte die zahlreich versammelten Brüder noch einige Stunden in froher, heiterer Stimmung. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, dass wir im letzten Winter 27 neue Mitglieder einführen konnten. Mit fester Zuversicht wollen wir in dem soeben begonnenen Wintersemester unsere ganze Kraft den schwierigen Aufgaben, welche unserer noch harren, widmen und hoffen auch in Zukunft auf weitere Erfolge zum Wohle unserer Loge wie des geliebten Ordens. Pommerania-Lo&e |. stargard i. P Die Bemühungen unserer Loge, das Interesse für die Ordensideen immer mehr zu wecken, sind nicht ohne Erfolg geblieben. Wir können zu unserer Freude berichten, dass «wir in der angenehmen Lage waren, 6 neue Mitglieder^ einzuführen. Unsere Sitzungen sind gut besucht und die BBr. nehmen an den Verhandlungen regen Antheil., Allerdings haben wir auch einige Mitgliedefr/zu verzeichnen, die trotz mehrfachen Appells leider recht seltene Gäste in unseren Räumen sind, doch sind das .nur wenige; bei Weitem die Mehrzahl der BBr. sind regelmässige Besucher-der Logenabende. Unsere Berathungen betrafen: .Mittel und Wege zur Propaganda, der Antrag des Br. I? 1 o t k e - Frankfurt, betreffend die Fürsorge, für die kleinen Gemeinden, den Mädchenhandel, die Förderung der Bodenkultur unter den Juden, die galizischen Zustände, den Hllfsverein der deutschen Juden und alle die Judenheit interessirenden. Vorkommnisse." Um den auswärts wohnenden Brüdern die Thcilnahme an unseren Verhandlungen zu erleichter.1., hatten wir die Einrichtung getroffen, die erste Sitzung in jedem Monat des Winterhalbjahres auf den Sonrtiag zu verlegen Den Zweck dieser Einrichtung haben wir indess dadurch nicht erreicht, da die. auswärtigen BBr. zu unserem grössten Bedauern nach wie vor den Sitzungen fern blieben. ' Br Rabbiner Dr. S i 1 b e r s t e i-n erfreute uns mit zwei lehrreichen und interessanten Vorträgen: rEsra u. Nehemia in ihrer religionsgeschichi-lichen-Bedeutung" und „Entstehung der B.bel'. Beide Vorträge waren von -den BBr., deren Familien und Gästen zahlreich beshcht. In geschlossener Loge referirte der w. Expräs. Br. Rechtsanwalt-Mey er über: „Die gegenwärtigen Strömungen im Judenihum, den Zionismus und die Bestrebungen zur Schaffung einer Organisation, welche als Vertretung der gesammten deutschen Judenheit gelten könne. Bei Gelegenheit der Einweihung unserer neue:: Logenräiyne hatten wir die Freude, 0 BBr.' der Allennnia-Loge und einen' früheren Br. unserer) Loge als- Gäste begrüssen zu können. Die Feier gestaltete-sich zu einer sehr eindrucksvollen und war das der Feslloge "folgende Festmahl und Tanzlustbarkeit dank der Arrangernents unseres Comites für Geselligkeit als wohlgelungen zu bezeichnen. Das genannte Comite walte't seines Amtes in so ausgezeichneter Art, dass seine Müheii auch an dieser Stelle gewürdigt werden müssen. Dje mehrfach stattgehabten Brudermahle, eine Chanuka-Feierfür-Kinder und alle geselügen Zusammenkünfte befriedigten jeden Theilnehrrier. Unsere Bibliothek weist bereits eine ganz stattliche Anzahl gediegener Werken sowohl wissenschaftlichen wie auch -belletristischen Inhalts auf- und wird von den Brüdern und deren Angehörigen fleissig .benützt. Wir unterstützten eine Reihe Von-Vereinen und wohlthätigen Anstalten und pflegen^ die Tendenzen des . Ordens so gut es in unserem kleinen Kreisegeschehen kann. ErfUrt-Loge in Erfurt. Wie wohl überall, wo der Logengedanke Wurzel gefasst hat, empfindet man auch bei unsin Erfurt mehr und mehr den Segen der Logenarbeit, ä Der Kasten- und Kliquengeist, welcher sich so häufig im modernen .ludenthum breit macht, hört allmählich auf. Das Gefühl der) Zusammengehörigkeit und. Gleichheit gewinnt immer mehr an Boden und eine allgemeine Niyellirung der einzelnen Klassen macht sich immer roeht bemerkbar. Auch das