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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-10-01 · Nr. 8 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 8 - Oktober
Date
1903-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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\ ölkcrunjr durchaus nicht hevorragend an (Uesen Schäden heilieilijrt sei. Eine Anregung des IVnsidcn ten. die Polizei durch eine Suh\cntion /u einer vermehrten Thütiukcit in dieser .Saejie anzuspornen, wird, naeliijein sie von \<Tschiedencn Seilen bekämpft worden, v.oa ihm zurückgezogen. Damit ist auch dieser Tunkt friedigt. Leber die Präge: Maassre^eln zur Bckftrapfuäg des Wanilerliettels. insbesondere durch Gründung von Arbeitsstätten und A rl»ei t s nae Ii w eisen, erstattet Kr. Dr. L^enheim*-Liegnitz ein sehr nmfangreieheK. mit grosser Sorgfalt ansgearheitMcs Keferal und fordert nach gründlicher Erörterung aller Verhältnisse die Ansfrebuiig folgender Ziele: Zentrajisrrung der Almosenstätten, Schaffung von Grenzhureaux. von Asylen. S|»eisehnllen. Arbeitsnachweisen. Arbeits- -tiitteii. Arlieiterlieimen und Kolonien nach dem Muster Von Weis.»en*ee. HcseitigUllg den llausliettels. Ein rieh tun;? von 111ilustrien. Kolonisation im Inland und Ausland phd Hebung der i^ildring. Auf de n Einwand des |!r. Expr. K.-A. Ka1isch41reslnu. <la-~ die Logütl gar nicht im Stande seht würden, dies* Arbeit zu leisten, erwidert Referent, das«, dieselben nur die Propaganda übernehmen, die eigentliche Thiitigkeit aber dem .Deutseb- Israelitiselien (•cmcimlchuud und dem llilfsvereiu jler deutschen .luden überlassen sollten In seinem Referat fiber die Eestsetzuhg von Leitsätzen für zu gewahrende Unterstützungen gieht 1 Sr. Expr. Lrbach-Hreslau der Meinung Ausdruck, dass ev im A!lgemepen nicht Sache der Lopsei. Almosen zu gehen, dl Ii. dauernde Xflith für kurze Zeit zu lindern, sondern Wohlthaten zu erweisen. iL h. eingetn W:ne*i l'nglück dauernd lierabzumildch'u oder gänzlich zu beseitigen. Die. Logen -ollen also nur dann eintreten, wenn es sieh um produktive Kcihilfe bändele, wenn i- /.. I>. gettc* einem rnbemittcltcii zu einer Existenz zu 4erhellen oder ihn in seinem Gewerbe zu erhalten. Stipendien tür Studierende. Künstler und Handwerker zu geben, gauz besonders alier sei es Pflicht der Logen, für eventuelle »Nothtälle unter den eigenen Brüdern stets .Mittel bereit zu halten. Der von dem Kcferenten aufgestellte Leitsatz: ..Die Logen sollen mich diesen Kegeln handeln, ihre' (leider nicht verzetteln, sondern dieselben nur für fruchtbringende Zwecke ausgeben* wird ohne Widerspruch zur Kenntniss genommen. Den Antrag der Hnmanitas-Loge .tut Abänderung des sv -1 im Artikel!> der CJrosslogeagcsetze begründet Br. Dr. Schlesinger-« ihinitz. indem er ausführt! dass. wenn auch in der Kegel jeder Kandidat sieh bei der iiiichstgclcgpneu Loge melde, doch des öfteren Kandidateii aus ganz bestimmten Gründen den Wunsch haben, einer entfernteren Loge beizutreten und dass speziell in < »berseklesien 4 Logen so dicht bei einander liegen, dass es oft schwer festzustellen sei! welches die nächste sei: ilcslialhwäre es praktischer, wenn die Logen freie Hand hätten und nicht durch den fraglichen Paragraphen gebunden wären. Dieser Antrag wird von Br. Brinitze|f-Görlitz Namens der Victoria-Loge unterstützt, von den Br. Br. Expr, K.-A. Keieh-Kattow itz. Expr. I rbach-l'reslau. Präs. Krflnkel-Lieguitz tiii«l Expr. K.-A. Klnczck-Kosen aber bekämpft. Nach geschehener Aussprache wird die Diskussion geschlossen und ein mit Rücksicht auf die grosse Hitze von Br. Kxpr,. Zadig-Betrthen gestellter Antrag auf Seblnss der Tagung angenommen. Der Präsident dankt allen Theilnchm» i n tüf ihre wackere Mitarbeit und wlißessf die Tagung, die. wenn<ie auch , keine im Augenblick grösseren Erfolge gezeitigt, doch immerhin einen wertlivollen Austausch der AIcnuuiiriii hetbelgetährf hat. ■ S. W. .M-ey'cr. - IVot. Sekretär der Lessing-Loge. Entgegnung auf den Artikel des Br. Dr. F e 1 d rn a nn im .SepteAiber-Bericht, von Expr. Br. F 1 ö r s h e im - Dortmund. Wir wollen und wir können nach 3 Monaten noch nicht von Erfahrungen sprechen, sondern nur von Wahrnehmungen, aber die vorliegenden Anzeichen' sind so bestimmte., und sichere, dass wir die einschlägigen Ausführungen des Br. Dr. Feldmann in der September-Nummer doch nicht unwidersprochen lassen dürfen. Auch das wollen wir vorweg zugeben;, dass die Verhältnisse vielleicht nicht in allen Bezirken so liegen wie im unsrigen; es ändert jedoch nichts an derjSache. Zweierlei kannte man hiec bisher sogut. wie garnicht: 1, jüdische Bergleute oder Hüttenarbeiter, 2. jüdische Schwestern, und ein Beispiet so recht nach* ihrem Herzen lieferte unser Westfalen den Wanderrednern des Antisemitismus für ihre bekannte Behauptung, dass dem Juden vor richtiger Arbeit eine wahre Scheu im Blute liege, wofür er dem leichteren und schnelleren Gelderwerb mit Weib und Kind dermassen nachjage, dass er -auch ''für seine* häuslichen Verrichtungen fremde Dienstboten becütze und sogar seine kranken von christlichen Schwestern gesundpflegen lasse; von einer Ausübung der Caritas bei anderen gar nicht zu reden. Von unseren Mitbürgern im Lande bekamen' ^wir das wohl weniger zu hören; g„eg 1 a'ü b t haben sie es a b e r a u c h! Da bereitete die am 1. Juli in allen städtischen Zeitungen erlassene Bekanntmachung -eines „Kuratoriums für Krankenpflegerinnen", dass es sich von jetzt ab in Reih und Glied an der Pflege Kranker ohne Unterschied des Bekenntnisses noch des Standes, und unentgeltlich für Unbemittelte, beteiligen werde, der Oeffentlichkeit eine Ueberraschung, — da machte das * Auftreten einer tüchtigen jüdischen Schwester, die auch in christlichen Kreisen mit der gleichen Liebe, mit vielleicht noch grösserer Hingabe als die für unerreichbar gehaltenen katholischen Barmherzigen Schwestern pflegte, die jede Bezahlung Wie jedes Geschenk zurückwies und nicht einmal die ihr in den Koffer gelegt«« kleinen Andenken behielt, die vielmehr, ermächtigt war, aus unserer Kasse, wo nöthig, ohne weiteres bis zu zehn Mark u. dgl. zu verausgaben und ev. weitere Credite bei uns nachzusuchen —. Da machte alles, das nach vorliegenden Bekundungen von behördlichen'Stellen," von ähnlichen christlichen Anstalten und aus Privatkreisen einen Eindruck, den man eben nur als „Kid dusch haschenv' bezeichnen kann. . -' Und das haben wir doch wohl gewollt, und nicht erst in „dritter", sondern in allererster Linie! Wenn Br. Dr. Feldmana-sägt, die einzelne jüdische Schwester draussen werde doch immer nur die Rolle einer (bezahlten) Privatpflegerin spielen^ ihr Verdienst werde dem Judentum nicht angerechnet und das Ansehen des Ordens durch sie nicht gehoben, s p ■ i s t er zweifelsohne imlrrthuml

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