Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 8 - Oktober
- Date
- 1903-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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— 92 — ihr Vorgehen lediglich einen Akt der Konvcnienz gegenüber cl«-ii kleineren [>»jr«-n darstelle, ersucht Kr. Expr. R.-A. KaMseb- Rreslati «ii<- Brüder. d««eb nicht einen Streit ums Wort zu rtiliivn. sondern im Stell«" Ausdrucks Verband .einfach Tag zn setzen und stellt den Antrag: _Dio Versammlung erklärt -~\(U mit fli'r Eiubcrufnng von Logetitagt'ri der . ostdeutschen l>»gen grundsätzlich einverstanden itml beseWicsst. e inen ständigen Anfwhuss von 5 Mitgliedern rar jew< iligcii Vorbereitung und Einberufung der Logentage zu' erwählen. I >i<- Knuten trafen die theil- nehmenden Logen pro rata." L Dieser Antra:.' wird angenommen nnd auf rlie Erage des Präsidentim. wer heute das Präsidium führen solle, er-selbs' /.Hin Leiter der weiteren Verhandlungen lie-tinynt. •Alsdann werden auf Veranlassung/les l!r. Fxpr. Dr. GriWßresian «Ii«■ schrecklichen Ereignisse in Kischinew besprochen hikI der Antrat >\< - Br. Ex"j»r. "Urbach-Breslau: .. I >ie-I »eh irirten nullen in ihren Logen energisrh thätig sein. «I.-i-— ih r tleraniielist erscheinende Aufruf des Hiltsvcrcins - , ■ 'der deutschen Juden mit allen Mitteln unterstützt werde" tiiuh t einstimmige Annahme, Zur Frage des Rituals erörtert sodann der Referent Hr. F.xpr. I rliaeh-ltie-hin die Gründe für eine nothwendige Abänderung desselben und spricht sieh dahin aus. dass er sieh ein regere* frtteress* und einegrössere Tbeilnahbie an den Einführungen rerspreehe. wenn da* ' Ritual unseren jetzigen weit fortgeschrittenen deutschen Verhältnissen mehr angepasst weide nml wenn die Einführung jil dgr Weise geschehe; dass der l'riisideiTt naeh einer kurzen freien Ansprache die Verpflichtung \iMiiehnie. dann der Vizepräsident in längerer Hede die Ziele und Zwecke des Ordens .erläutere, hieran!'der Präsident in eingehender. Wei*}c die Zeichenerklärung , gebe und zi>iii SehliTss jeder im u aufgenommene Bruder vom Mentor wegen dir Zeiehen geprüft werde: für des Wortes nicht mächtige Präsidenten solle das RifnaJ textlich festgelegt »erden. Br. Kixpr.ilff-A..'tlaezi'k-Rf»sfii ist tür ein kurzes, inhaltlich schönes Ritual mit bindender Ansprache, (ir. Expr. Jnstizrath |)r.'iveuipBer-Breslau tiir einen festen Kern mit freiem Sph'li;auni. Ilkrr Tunkt .wird hierauf geschlossen und das Referat des T,r. R.-A. Teisei-lheshiH über' «IL- Zweiteilung der L«i(ji iisatz linken belaufst Krlaugnag der R.eehte Vingcragciu r Vereine cntgegejngenommen. per R. ten nt M itritt, nachdem die Stettiner Logo aueh ohne Aeiiderunr ihrer Statuten die Eintragung in dasVereinsre-isii r im Ktagcwcge durchgesetzt hat. sonifl ans rechtlichen wie iiisln•»•iiidcre aus ethischen Gründen die Ansieht, dass mit aller Kiitseleeiieiiln it der Versuch bekämpft werden müsse, .ins UMiwnt.-nten Zw,ekm:issi-|N:ii..-iij|ideii die Satzungen in eine \\>rut umzuii di^ireii. »eiche ihn wirklichen Charakter der \J*f!K durch Aiiss. |ieidniir ih r auf die Zu^elniripkeit zum Orden und die A|»8äflpak.eii \nii der («n«ss|op(> iK-zfifHichen Bcstiniiuunp ii zn. <erschjeiern p i iriict sei und beantrag die Annahme fol^ciuler Resolntiun. p'p'ii Welche ein Widerspruch nicht laut winl: ^.Im Iteleprten des ostdeutschen Logentages sprechen ihnliestiminte Erwartnijt^ aus. dass' die Grosshige allen ferneren Vnträpn auf Zwcitheiliiu^: der lyOgcnsatznnjreii zum Zw, ekeih r Kiianpunu ih r KecIrtsfSbigkeit furtan ihre 'Zustinnniliu versjirell werde." Es wird zur Besprechung über die Cründnnfr eines al Ir ein ei neu Archils der .luden Dent sehland« iiher- -■e-anpu. worüber P.r. I h. Zivier-Breslau referirt. Derselbe, unterzieht die Anregung einer Rrfifung nach zwei Seiten hin: 1. uli sie liereelifiut. 2[ ob sie aiistührbar sei und kommt in seiner Auseinaiulei Setzung zu dem Ergebnis*, dass beide Prägen zu bejahen seien. Seine vom Präsidenten in folgende abgekürzte Form gebrachte! Resolution: . ..Der ostdeutsche Logetitag begrüsst die Anregung des Br. Dr. Zraerbezw? der Lessing-Loge. ein allgenieines Archiv der .In.Un Deutschlands zu begründen, svmpatiseh und erhofft-darcl diätige Mithilf« der frroHglogc eine nutzbringend« Fördentiir dieses ffedankens" wird, nachdem P.r. Ex|»r. l>'.-.\. Phiezek-I'osen bezweifelt, dass die (irosslogt in dieser Sache etwas thuii könne. Bf. Expr. Berge! aber der Meinnng Ausdruck gegeben, dass dies, x i«-lleieht in VerbjnduBg mit der österreichischen fi^ossloge und der KonstittiHf>ns-('Jrosrih»ge in JCew-York doch eveut. möglieh sei. angenommen. . Hierauf gelangt die Frage der Vortrags-!'yclen zur Besprechung, zu welcher der Referent. Br. Expr. Erbach- Breslau befürwortet, dass. man neben der Abhaltung von grösseren Vortragen unter Peiiutzung der muiI der (Jrossloge aufgestellten Rednerliste auch zu kleineren Vorträgen die eigenen dazu teeigHeteri" Brüder anhalten solle, deren^es wohl in jeder, sellist der kleinsten Loge, eine Anzahl gebe, und ih ren Beispiel dann im Ven.'in mit der sich ansehliessemlen 4 Diskussion unter den übrigen Brüdern manch schlummerndes Rednertaleid wecken würde. .Man solle ferner den weiblichen Angehörigen ih r 1'.rüder die Theilnahine an den grösseren Vorträgen gestatten und ihnen, Gelegenheit zu eigener Thätigkeit. z. II. bei Ferienkolonien, bei Mädchen- und Sehwesteruheimeu. gebe*, damit sie ihrerseits wiederum die Männer zur Theilnahme an den Logenarbetten anregen. Im Laufe der Diskussion wird von einigen Rednern vorgeschlagen, dass der Logentag bezw. dessen Aussehuss geeignete Redner beschaffen und eine Liste derselben aufstellen solle, es w ird dies jedoch abgelehnt und der Gegenstand verlassen. Eine längere Debatte entspinnt sich über den Punkt "> der Tagesordnung: Maassregeln zur Bekämpfung des' Mädchenhandels, zu welchem Br. Expr. Peiser-Breslao das Referat güdtt. in dessen Verlauf er das Wesen des Mädchenhandels ausführlich erläutert, eine sehr vielseitige Litteratur ' theils M iliest. theifs vertheilt und zu dem Resultat gelaugt, dass Seitens der ostdeutschen Logen. spocieH der Lessinjr-Loge. (liirehgreii'eiide Maassregeln nicht ergriffeu werden kÖBnen, dass vielmehr nennenswerte Erfolge nur durch internationale Vere.inbantngen und dtrrch aatorifative Persönlichkeiten' zu erzielen sein werden. Br. Expf. P.ergel hält es trotzallcdem tür unsere Ptlicht. au dem internationalen Werk mitzuw irken. Br. Expr. R.-A. ■' Plaez-ek-Posen spricht sich gegen eine Thitigkeit der <«rt*ssloge in dieser Sache aaslnnd meint, mau solle lieber in den (irossstädten den thatsäc ilich M.rhamlcnen. Zuwachs der Prystitntion durch jüdische Mädchen zu verhindern suchen. Br. Dr. Staub-Breslaii giebt letzteren Umstand wohl für Galhäen zu. J ist aber der Ansieht, dass in Deutschland die jüdische Bc-