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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-10-01 · Nr. 8 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 8 - Oktober
Date
1903-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Vertrauen von allen Seiten genoss. Dabei war er von wunderbarer Bescheidenheit und Einfachheit, nicht kunstvoll ■ gemacht, nicht absichtlich zur Schau getragen, sondern schlicht und natürlich, wie sie wahrhaft grossen Menschen eigen ist. . — Nun deckt ihn der kühle Rasen, und whv stehen an der frischen Gruft bekümmert mit wehmüthiger Klage, dass dieses reiche Leben so schnell hat verblühen müssen. Warum fällt die "schöpfende Natur den Baum, der reiche Früchte für die Dauer verhiess. auf der Höhe seines Daseins? Warum schneidet die Paize den Lebensfaden dieses Bruders auf dem Zenith seines Ruhmes 9 Wollte sie ihn vor Niedergang bewahren, ihm die-Minderung seineg Ruhmes ersparen? Das war bei Br. Plotke nicht zu befürchten. Oder neidet sie uns kleinen Sterblichen den Titanen an Geist und Herz? Ein Herz, das erfüllt war von Hoheit der Gesinnung, empfänglich für jeden lichtvollen Gedanken, das Raum hatte für ideales Streben, das mächtig schlug für das Wohlergehen aller unterdrückten Glaubensbrüder, das warm empfand für das Glück aller Menschen! Vergeblich unser Sinnen, wir werden es nicht ergründen. Wie! wenn sein nie rastender Geist seine physischen Kräfte zu früh aufgebraucht hätte, wie quälend würde unser Schmerz sein. Zu kurz sein Erdenwallen, dauernd, unsere Trauer, ewig sein Gedächtniss' Maretzki.*! Eine Antwort aut~"die ..Antrage" ies Hr. Pr. Eugen t_'ahen ..über Jen Krkundigungsausschuss" von Br. Sigmund L o c b ■ Trier. Wenn es ,.vermessen" wäre, dass ein Neuling im Orden eine Frage aufwirft, so wäre es sicher noch vermessener, dass ein nur wenige Monate älterer Neuling ihre Beantwortung unternimmt. Aber ich nehme an; dass weder das eine, r.ocn das andere als Vermessenheit angesehen wird. Und wie ich weiter annehme, dass die nachfolgenden — um es gleich zu sagen — - dem Vorschlage meines lieben Bruders und Collegen Eugen Cahen entgegenstehenden Ausführungen die Herzlichkeit der'. Beziehungen zwischen-ihm und mir nicht im ge-. ringsten stören werden, so setze ich auch voraus, dass sie von ihm. wie von allen lieben Brüdern und Lesern dieser Berichte nur als das aufgefasst werden, was sie sein sollen: als Aeusserung meiner unmassgeblichen Meinung. Nach dieser etwas lang gerathenen captatio benevoleniiae also ad rem! Den gemachten Vorschlag halte ich für umständlich und" unnöihig, um nicht zu sagen übertlüssig. Für umständlich aus dem von Br. Cahen selbst angegebenen Grunde, dass seine Ausführung eine Menge Schreiberei verursachen würde, für unnöthig aber, weil .die jetzt übliche Auskunftseinholung so weit als möglich zuverlässig ist (oder doch sein sollte) und dabei schnell und ohne grosses Schreibwerk erfolgt. Die die Aufnahme in unseren Order nachsuchenden Bewerber werden in den meisten Fällen am Sitz oder im Bezirk der von ihnen angegangenen Loge wohnen, und dann ist eine Auskühlt über sie rasch und . sicher doch am Orte ihres Wohnsitzes zu erlangen. Ist der Kandidat aber erst seit kurzer Zeit an dem betreffenden Platze ansässig, so hat er den oder die Orte seiner früheren Niederlassung im Anmeldeformular in der Rubrik „früherer *) In der Xovembci-Nummer wird die Frankfurt-Loge einen ausführlichen Berieht erstatten, sowohl über die Trauerfeierlichkeiten für Br. Plotke. als auch über desser. W irken und,Streben im Dienste des Ordene und der Menschheit. J Wohnort" namhaft zu machen. In diesem Falle besteht schon jetzt die Praxis. Auskunft bei derjenigen Loge einzuziehen, in deren Ort oder Bezirk der Kandidat früher gewohnt hat. Nun glaubt Br. Cahen. es könne vorkommen, dass der Bewerber den einen oder anderen Ort, an dem er sich „irgend etwas Ehrenrühriges zu Schulden kommen Hess",- in seiner Angabe verschweige. Ich gebe diese / Möglichkeit zu Ich glaube aber, dass alsdann die das Aufnahmegesuch unterstützenden 2 Brüder in Verbindung mit den als Referenzen aufzugebenden 2 Personen und — last not" least - dem Erkundigungsausschusse der Vergesslichkeit des Kandidaten bestimmt nachhelfen können und werden; ja, ich bin sogar der Ansicht, wenn die vorschlagenden 2 BBr. bei der Anmeldung nicht fahrlässig, sondern, wie sie sollen, streng gewissenhaft verfahren (nureinen solchen Mann anzumelden, dessen Vorleben ihnen in allen Stadien — evt. also auch an allen früheren Wohnorten — durch eigene Kenntniss oder durch vertrauenswürdige Information als durchaus einwandsfrei bekannt ist), wenn ferner der Ausschuss nicht nur, seine formale, sondern seine wirkliche Pflicht erfüllt, dass es dann dunklen Ehrenmännern schlechterdings unmöglich ist, sich in unseren Orden einzuschmuggeln. Und darum bin ich, obschon sonst kein Feind von Reformen, in diesem Falle für Beibehaltung des bestehenden, weil einfacheren und schnelleren Verfahrens. Den Vorschlag von Br. Cahen macht freilich der Umstand sympathisch, dass durch ihn die Solidarität unserer Logen zum Ausdruck kommt, die „Eintracht*, die einen Theil unserer Ordensdevise bildet. Es ist ein schöner Gedanke, dass allen deutschen B B.-Logen die Anmeldung eines Kandidaten mitgetheilt werden soll, so dass, wenn jemand einer Loge im äussersten Westen unseres Vaterlandes beizutreten wünscht, aöch die an der fernen Ostmark bestehenden Logen den Namen des Kandidaten erfahren sollen. Aber es ist, wie ich glaube, auch nur ein schöner Gedanke — in Wirklichkeit würde in den weitaus meisten Logen der Bewerber wohl nicht einmal dem Namen nach bekannt sein und eine Anfrage über ihn also ohne Erfolg bleiben. Wenn dennoch aus dem Vorschlage des Br. Cahen ein formeller Antrag werden sollte, so möchte ich zur Vermeidung unnöthiger Schreibereien schon jetzt folgendes Amendement dazu empfehlen: Auf die Namensangabe eines Angemeldeten sollen innerhalb 6 Wochen diejenigen Logen antworten, die über den Kandidaten bestimmte Mittheilungen zu machen in der Lage sind; von allen anderen Logen, die innerhalb der genannten Frist eine Auskunft nicht ertheilt haben, wird angenommen, dass ihre Mitglieder den Bewerber nicht kennen. Aus dem Bureau der Grossloge. Ans den Angelegenheiten, welche die (irossloge in letzter Zi it hcsetiäft igt lijiben. mögen diejenigen Gegenstände hier erwähnt werden, die von allgemeinem Interesse für unsern l>i-!rikt sind. In der 12.'!. An*s<diHs>*dtzung am •'!. Uetober er. gab Hr. TimewliHrter vor Eintritt in die Tagesordnung den Cefuhlen de r Trauer Ausdruck über den Tod des verdienstvollen Kxpriisidejiten Bruder Plotke. der nach längerem Leiden am 28. September verschieden ist. Das Wirken dieses Bruders im Interesse des Ordens'dürfte bei allen unseren Mitglredero bekannt und lebendig sein. Er ist mitten in seinem Segens-

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