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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 7 - September
Date
1903-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Das Logenorgan wird als überaus geeignet erachtet, aucb ausserhalb der Logenkreise über die Thätigkeit des Ordens aufklärend zu wirken, und dem Orden neue Änbänger zu gewinnen, weshalb dasselbe auch grösseren Kreisen zugängig gemacht werden sollte. Der Standpunkt, dass die Bericht der Grossloge ausschliesslich für die Mitglieder des Ordens bestimmt seien, sollte aufgegeben werden, denn was darin publiciert wird, kann kein Geiheimuiss bilden, wie wii. ja überhaupt im Orden kein Geheimniss haben. Dann aber müsste das Ordensorgan von den Logen mit Berichten über ihre Thätigkeit mehr als bisher bedient werden, um der Aussenwelt ein noih zutreffenderes Bild vom segensreichen Wirken des Ordens zu bieten. Von der Behandlung wissen schaftlicher Themata, oder solcher Fragen, die ausserhalb der Logenaufgaben liegen, sei abzusehen, weil hierfür genügend jüdische Blätter vorhanden sind, die das Belürfuiss mehr als befriedigen, was daraus hervorgeht, dass wohl alle jüdischen Zeitschriften unter mangelndem Abonnement zu leiden haben Weiter wird die Errichtung von Jüuglingsvereineu durch die Logen vorgeschlagen, besonders an mittelgrossen Gemeinden Hierdurch würden; die Logen die jüdischen alleinstehenden jungen Männer, die jetzt ohne Anhalt die Abende zwecklos und nicht immer in guter Gesellschaft verbringen, zu einer Vereinigung organisieren können, in welcher Sitte und Anstaue gelehrt und Fortbildung auf den mannigfachsten Gebieten erzielt wird. Dje'Erfolge, die beispielsweise die Frankfurt "und Henry Jones-Loge auf diesem Gebiete erzielt haben sollten auch andere Logen zu gleichem Thun veranlassen, denn hierdurch wird am besten nach aussen bethätigt, wie dieBe strebungen der Logen hauptsächlich auf Veredelung unseres Volksstammes abzielten. Es fragt sich nur, weshalb sich der artige Bestrebungen allein auf die männliche heranwachsende Jugend erstrecken, sollen, unsere jungen Mädchen bedürfen mindestens in gleichem Maässe der Fürsorge und Fortbildung, und wenn nicht alles täuscht, dürften derartige Bestrebungen der Logen zu Gunsten jüdischer junger Mädchen einen noch grösseren Erfolg haben, als die bisher bestehenden Jünglings vereine aufweisen. Allerdings haben die Erfahrungen gelehrt, dass Berlin der aller ungeeignetste Boden für solche Bestrebungen ist, die Versuche in Berlin haben kein günstiges Resultat gezeitigt, was vielleicht auf die mannigfachen Zerstreuungen zurückzuführen ist, die der übergrosse Ort nach den verschiedensten Richtungen, sowohl guter als böser Art, den jungen Leuten je nach Geschmack und Veranlagung bietet. Die Anschauungen über den Werth der Logenverbände, wie sie vielfach im deutschen Distrikt bestehen, sind recht getheilt. Die Einen versprechen sich sehr viel davon, ohne bisher erzielte Erfolge anführen zu können, andere erblicken in der Errichtung von Logenverbänden den Anfang vom Ende, indem: sie es beklagen, dass hierdurch das Gemeinschaftsbewussteein auf das Empfindlichste gestört und beeinträchtigt werde. Es wird zugegeben werden müssen, dass es Fragen innnerhalb des Ordens geben kann, die für eine gewisse Gruppe benachbarter Logen von grösserem Interesse sind, als für andere Logen, die sich vielleicht andere Gebiete zur besonderen Pflege gewählt haben. Das können und sollen aber nur Ausnahmen sein, die Regel soll und muss es sein, dass es keine Sonderinteressen im Orden geben darf, an den Aufgaben und Bestrebungen des Ordens müssen alle Brüder gemeinsam theilnehnlen, denn nur dann können unseieGesammtkräfte wirksam genützt werden, wenn sie sich nicht Ulf Einzelgebieten zersplittern. Es ist garnklit einzusehen, weshalb die Logen und Brüder des Nordens fund Ostens andere Aufgaben haben sollen als die des Südens »und Westens, und ebenso umgekehrt. .Durch .die Errichtung von Logenverbänden hat sich schon, jetzt fast; bis zur Gewohnheit die Anschs.uung herausgebildet, dass für Wohlthätigkeit*«- Institute imL'Süden und Westen der Norden und Osten nichts übrig habe, und ebenso umgekehrt Früher war das anders und unbedingt besser, man kannte im ganzen Deutschen Reicli nur gemeinsame Ordensanfgahen, uud es drängt sich dem beobachtenden Bruder die Befürchtung auf. dass die^, Logenverbände eine dringende Gefahr für den einigen Bestand und die-einheitliche Organisation bilden. Heute besteht ein Ostdeutscher, Mitteldeutscher, Oberschlesischer, Süd- und Westdeutscher, Nordwestdeutscher Logenverband in unserni Distrikt; ferner ist die Errichtung -eines Schlesischen Verbandes in Aussicht genommen, und jeder dieser Verbände glaubt recht daran zu thun, sich eigene Satzungen zu schatten. Wenn all/s das nicht blosse Spielelei sein soll, dann müssen die Verbäude ihren Satzungen und ihrerThätigkeit auch Leben und Inhalt geben, und dass dann unsea* Distrikt sich in Sonderbestrebungen auflösen könnte, wird zugegeben werden müssen. Als einziger Erfolg der Logenverbände ist bisher zu verzeichnen gewesen, die Zusammenkunft von Brüdern benachbarter Logen, ein solcher wird auch erzielt werden können ohne Verbände und Satzungen für dieselben. Die Kosten, die durch die Verbandstage den einzelnen Logen erwachsen sind, beispielsweise der Rheinland-Loge 1~>00 Mark; stehen gewiss nicht im Einklang mit *deu erzielten Erfolgen, denn bisher ist wohl noch auf keinem Verbandstage die Tagesordnung erschöpfend behandelt worden, man kam wohl kaum über zwei Punkte hinaus:; Für heute sei hier nur noch ein Punkt erörtert, dem wohl kaum allseits zugestimmt,werdendürfte; er betrifft die Frage der Theilung von .Ubergrossen Logen. Es wird namentlich darüber geklagt, dass in den grossen Logen meistens zu viele Redner an> den Debatten theilnehmeu, und dadurch eine gewisse Missstimmung besouders bei denjenigen Brüdern erweckt wird, die des Wortes nicht in so vollkommenem Maasse mächtig sind, um gewandteren Rednern entgegen treten zu können. Es soll in den grossen öfter als in den kleinen Logen über Nebensächliches*-viel zu viel* gesprochen werden, wodurch das Interesse der minder rednerisch Begabten sehr beeinträchtigt wird, und häufig' kommen durch die laugen Debatten wichtigere Dinge gar nicht oder nicht genügend zur Behandlung. Die Brüder, die so klagen, sind der Ansicht, dass jede Loge, die 200 Mitglieder erreicht hat; an die Errichtung einer zweiten Lögö herangehen sollte. Selbstredend darf die Gründung einer zweiten Loge kein Kanipfobject bilden, vielmehr müsste in all<jr Freundschaft die Abgabe bewährter Brüder an die zweite Loge erfolgen. Hier-| von verspricht* man sich eine grössere Ausnutzung der vorlandeneu Kräfte, dann aber auch Weckung von grösseren»« uteresse für unsere gute Sache sowie die Gewinnung einer grösseren Anzahl neuer Mitglieder, denn die Ausbreitung uud Crstarkung einer neuen Loge liegt .-den Brüdern naturgemäss besonders am Herzen. Der Hinweis auf die Erfahrungen

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