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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 7 - September
Date
1903-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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I Mit dem hiesigen Verein für jüdische Krankenpflegerinmen sind wir der übereinstimmenden Ansicht, dass wir ver pflichtet sind, nur solche Personen als Krankenschwestern auszubilden, und in (unsere Dienste zu nehmen, die min destens ein bescheidenes Maass von Wissen und Gewandtheit besitzen, damit uns nicht der Vorwurf gemacht werde, als ob wir minderwertigeres Material verwenden, als andere Confessionen, von welchen wohl schon hundert Jahre hindurch die Krankenpflege geübt wird, und wodurch diese uns, die wir auf diesem Gebiet Anfänger sind, vieles voraus haben. Gerade wir .luden sollten unseren Stolz carin linden, das möglichst beste Material für diese unsere \\xi gäbe zu gewinnen, denn wir leben in einer Zeit, in welcher selbst der geringste Verstoss verallgemeiner», uns zum Nachtheil ausgelegt wird. Im allgemeinen eignen sich Mädchen aus dem dienenden Stande als Krankenpfleghnen für uns nicht,;denn dieser Beruf stellt in den überaus meisten Fällen an j die Schwester Anforderungen, die Umsicht, Einsicht, Gewandtheit, Klugheit, vornehme Zu rückhaltung etc. erfordern, diese Eigenschaften aber' bei Mädchen, deren Blick über die Verrichtung häuslicher Arbeiten kaum hinausreicht, nicht als vorhanden vorausgesetzt werden können. Gewiss giebt es auch hier Ausnahmen und wir sind auch bereit, solche in Fällen zuzulassen, wc| be sondere Umstände hierfür sprechen. Wir haben aber lebhaft darüber zu klagen, dass ein grosser Theil der bei uns überhaupt angemeldeten Schülerinnen, 28 an der Zahl, dem dienenden Stande angehörte; diese Mädchen sollten ihren Platz aus der Küche direkt mit dem im Krankensaal vertauschen Wieder andere sind uns zugeführt worden, die weder richtig schreiben noch lesen konnten, natürlich mussten auch diese meis tens abgelehnt werden, weil sie die Aufgaben garnicht hätten er füllen können, die an eine Krankenschwester mit Recht, und wenn auch nur im bescheidenen Maasse zu stellen sind. Hierauf zum Theil ist es zurückzuführen, dass wir bisher nicht in der Lage waren, mehr als 8 Schwestern zur Ausbildung einzu stellen. Würden uns die Logen geeignetes Material zugeführt haben, dann würde auch Br. Dr. F e 1 d m a n n manche seiner Monita nicht haben erheben können. Auch ist es vorgekommen, dass einzelne Logen Mädchen als Krankenpflegerinnen eingestellt haben, die vom hiesigen- Verein entlassen wurden, weil sie für den-1'Beruf sich als nicht geeignet erwiesen. Hierin erblicken wir einen grossen Fehler, der sich besonders dann rächen müsste, wenn den Wünschen des Br. Dr. F e 1 d m a n n Rechnung getragen, sein Vorschlag von der Grossloge zum Beschluss erhoben werden würde, der dahin geht, allen Logen gewähren zu lassen, wie sie es wünschen, und nur Beihilfen seitens der Grossloge zu leisten Eine Versündigung an den Mädchen wäre es, die sich uns anvertrauen, ohne dass deren Versorgung fürs Leben gesichert wäre. Diese Versorgung erscheint aber in den meisten Fällen nicht gesichert, sobald es an einer einheitlichen Organisation bei unserer Krankenpflege fehlen würde. Die Ausführungen des Br. Dr. Feldmann fordein zu einer ganzen Reihe weiterer Erwiderungen heraus, doch wie gesagt, es würde zu weit führen, Br. Dr. Feldmann auf dem ganzen Wege zu folgen. Es genügt wohl, hier die hauptsächlichsten Punkte berührt zu haben, und da nach Ansicht des Br. Dr. Feldmann die Angelegenheit zur Verhandlung im Plenum der Grossloge gelangen wird, so bleibt ja immer noch Gelgenheit, auch des weiteren zu seinen Ausführungen Stellung zu nehmen. Es sei uhs. noch gestattet, das eine hier zu betonen, dass der Ver;in lür jüdische Krankenpflegerinnen sich bereit erklärt hat, i icht nur <>, sondern auch eine grössere Anzahl Schülerinnen alljährlich für uns auszubilden, wenn es sich um für den Beruf geeignete Personen handelt. Wir kämen gewiss ir schnellerem Tempo' unserem Ziele näher, wenn die Logei tnd Brüder, worumwir immer wieder bitten, uns Mädcher und Frauen aus den gebildeteren Ständen in grosserer Anzahl als bisher zuführeij würden. Beträte h tungen während der Ferienzeit. Wolil kpine andere Zeit ist -sp geeignet und bietet so viel Gelegeiheit über-alles .'das Betrachtungen anzustellen, was den Orlen betrifft, als nW mehiwöchentliche Aufenthalt an Bade Sätzen, und der Yei keltr. mit Brüdern an denselben. Aus aller Herren Länder vereinigen sicli dort uusere Mitglieder, und wenn es i tuch mit Rücksicht aiifdieXur zurEi örtei ung schwerwiegender Fragen meistens nicht kommt, so werden dennoch die Licht- und Schattenseiten unseres Logenlebens erörtert. Durch solchen Ideenaustausch kann unsere, §üte Sache nur gefördert werden, unc auch aus den.!'... ständen,, die nur zu oft betont werden, muss gelernt werden, wiees besser werden soll, während da, wo Erfolge "zu verzeichnen sind, diese als Ansporn überall da dienen können, wo die Logenthätigkeit. im Argen liegt. . wo Ich die befinde mich hier au einem vornehmen Badeplatz, Kur nicht gar zu schwer ist,-und eine grosse Anzahl von Brüdern sich befindet. Im täglichen Verkehr mit denselben bilden /tun strebungen skizziere, Ost und A\ grossen Theil Logeuangelegenheit^n den Gegenstand der Unterhaltung, und ich glaube, dass es unseren Beförderlich' sein .dürfte, wenn ich die Eindrücke ie ich in der Unterhaltung mit den Brüdern aus est, Süd und Nord gewonnen habe. Von djn grossen Logen abgesehen, zum Theil aber auch bei diesen, waltet, ich darf sageu, eine ^Logenverdrossenheif vor, die Wohl zumeist .darauf zurückzuführen ist, dass die Brüder 'mit Erwartungen in den Orden eingetreten sind, die sich nicht srffillt haben, und auch garnicht erfüllen konnteu, weil sie un jerechtigt geweseB, aufjtrrthümern basierten. Die einen glaubten, dass ihnen mit dem Eintritt in unsere Reihen sofort und ohne eigenes Zuthun gesellschaftliche und geschäftliche Vortlteile erwachsen würden; mit der Einführung würden sich ihnen alle Herzen erschlresse'n, jeder. Sitzungsabend mti>>te ihnen einen hohen Gebuss bieten,- ohne dass sie selbst etwas zu bieten brauchten: kürz sie fanden nicht das, was sie erwaiteten, wurden lauer ' im;Besuch der Logen, und nur zu oft blieben sie gänzlich weg. Es ist nicht zu bestreiten, dass diese Erscheinungen,. die leider nur zu* oft wahrzunehmen sind, den Krebsschaden bilden, der an dem gesunden ] iern unserer Institution nagt, and sicher würden sie nicht so häufig eintreten, -wenn die Brüder vor ihrem Eintritt in den Orden mit Nachdruck belehrt worden wären, dass, wie stete im Leben und wie überall nur aus der eigenen

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