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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 6 - August
Date
1903-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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6 — { wahrsten Sinne des Wortes sein, uns in Achtung begegnen und unsere Herzen zu gegenseitiger Liebe entfl mimen. Dass der einzelne Bruder um das materielle Wolilergeheu des anaern bemüht sein müsste, versteht sich v<n selbst. In wirtschaftlicher Beziehung müsse in, jeglicher "Weise jeilem Bruder die Gelegenheit willkommen sein, dem andern Vor theile zu Verschanen, insbesondere dann, wenn, keinem Xach theile daraus erwachsen. Wenn es schon unsere Aufgabe ist, Kunst und Wissenschaft zu unterstützen, um wieviel mehr müsste sich die brüderliche Gesinnung demjenigen Bruder zuwenden, der vielleicht aus eigenen Mitteln nicht in der Lage ist. für sein Kini allein zu sorgen. Von Missfallen erregenden Handlungen hat sich selbstverständlich jeder Bruder fern zu halten und deshalb darf ein Prüder niemals Zeuge einer gegen einen anderen Bruder gericl teten verächtlichen Aeusserung sein, ohne den Ankläger energisch zurecht za weisen; der Bruder hat den Bruder zu ve'theidigen, wo und immer sich ihm die Gelegenheit dazu lietet. Unsere Brüderschaft muss eben der Brennpunkt durchaus gefestigter Tugenden sein und haben wir uns iu dieser Beziehuug trotz aller Vorsicht in einem Mitgliede getäuscht, wtiss ein Bruder von einem andern, dass er sich diese zum Ordensleben notwendigen Eigenschaften nicht aueignen will, so ist er seinen übrigen Brüdern die Rücksicht schuldig, seine Wahrnehmungen zur Keuatniss des Präsidenten und der Logä zu bringen. Noch manche Momente Hessen sich beleuchten, indess ersehen Sie schon aus dem Gesagten, dass wir zur Erfüllung einer ganzen Reihe bestimmter Pflichten berufen sind und dass ''wir deshalb bei jeder Aufnahme neuer Mitglieder gewissenhaft und sorgfältig zu prüfen haben, ob auch der Kandidat die Eigenschaft besitze, unsere Herzen zu gewinnen. Unseren Mitgliederbestand wollen wir vermehren, a.ber durch Männer, von welchen wir' die Ueberzeugung gewönne 1 haben, dass sie die Tugenden der Menschenliebe bis zur höchsten Vollkommenheit besitzen und sich der Pflichten be »russt sind, die in Bezug auf die Gestaltung des allgemeinen brüderlichen Verhältnisses notwendig sind. Das zu erforschen ist nicht allein Aufgabe der Recherche-Comites, sondern aller Brüder. Eine praktische Anwendung dürfte, wenn ich von meinem Thema etwas abweichen darf, dadurch gegebe i werden, dass allgemein oder iu nothwendigen Fällen, vom Tage der Anmeldung eines Kandidaten bis zum Ballot, eine längere Fi ist als wie "bisher gestellt werde. Brüder, welche demjenigen Sitzung nicht beigewohnt haben, ia 'Weichet ein Kandidat zur Anmeldung gelangt ist, müssen davon in den darauf folgenden 3 Sitzungen noch durch Hinweis auf den Anschlag au der Tafel Kenntniss erhalten. Ich will meinen Bericht schliessen mit dem Wunsche, dass das Ban l, welches alle Glieder der Loge umschlingt, immer fester gezogen werde, zu einer sich immer mehr und mehr steigernden Harmonie und Freundschaft. Dann werden auch die Pflichten, die der eiuzelne Bruder in Bezug auf die Gestaltung jles allgemeinen brüderlichen Verhältnisses zu erfüllen hat, —\ die erhabenen Ziele unserer Brüderschaft — zur beglückenden Wahrheit werden. Donteflore-Loge In Berlin. Stein belichtet: . Präs. Br. Maximilian Im April d. J. gestattete ich mir in einem Rundschreiben an die w. Präsidenten der Schwesterlogen einen öfteren Me,iuungs;ui-tausch der Präsidenten und der Logen auzuregea. Es sind uns hierauf von nahezu sämmtlichen u. L<<geu herzliche Antwortschreiben zugegangen, iu denen meine Anregung auf das wärmste beglüsst wird. Allgemein wird seitens unserer w. Schwesterlogen anerkannt und hervorgehoben: ..dass ein regelmässiger gegenseitiger Meinungsaustausch dem Logenleben sehr tfrspriesslich. sein Wörde" ..dass es ein Hauptvorzug des Ordens sei, Brüder aus allen Theileu Deutschlands, ja der ganzen Welt miteinander in Verbindung zu bringen" ..und dass es notwendig ist, solche Beziehungen zu knüpfen und rege zu erhalten, die über den nothwendigen * geschäftlichen Verkehr hinausgehen und dadurch auch wieder geeignet sind, auf die Logensitzungeu befruchten 1 einzuwirken.•• f;\ Es war uns während des Sommersemesters nicht möglich, die ebenso interessanten wie inhaltsreichen Briefe der w. Schwestei logen einzeln zu beantworten und da inzwischen die Ferien herangerückt sind, bitten wir die würdigen Präsidenten uns zu gestatten, hierdurch generell für ihre liebenswürdigen und weitvollen Zuschriften zu danken. Wir beabsichtigen im Herbst nach Wiederaufnahme unserer Arbeiten eingehend auf diese Korrespondenz und auf die hierdurch angeregte Frage zurückzukommen, jedoch möchten wir heu'i schon folgende Gesichtspunkte hervorheben. ' An einigen wenigen Stelleu ist mein Schreiben missverständlich dahin gedeutet worden, als handelte es sich hier um eiueu Verkehr der Logen über den Kopf der hochwiirdigeii (irossloge hinweg. Wie irrig eine solche Auffassung war. geht am besten daraus hervor, dass der hochwürdige Grosspräsident selbst iu einer Sitzung unserer Loge, von dieser Korrespondenz nicht allein billigend Kenntniss genommen hat, sondern es wärmstens willkommen hiess, dass die Moutefiöre- Loge die Initiative ergriffen, um derart gedachte Ausein-' andersetzungeu zwischen den Logen und Logenpräsidenten anzubahnen. Ebenso hat der geschäftsführende Ausschu» der hochw. Grossloge sein Erscheinen für jene Sitzung v.'- der Moateljore-Loge angekündigt, in welcher die Behandlung der Korrespondenz beabsichtigt wird; der geschäftsführende AusscIiujs wünscht au der Besprechung dieser Korrespondenz teilzunehmen, die überaus schätzbares Material für da> Logeulebeu enthält. Der hochw. Grosspräsident hob bei seiner Anwesenheit in unserer Loge ausdrücklich hervor, dass der Verkehr der einzelnen Logen untereinander seiner Zeit von der hothw. Grossloge ausdrücklich aus dem Grunde frei gegeben worden sei, um den Logen Gelegenheit zu geben, abseits von den offiziellen Instanzenwegen, ihre Erfahrungen Meinungen und Wünsche auszutauschen. Die Repräsentanten der einzelnen Logen vereinen sich nur iu grossen Zwischen räumen oder aus besonderen Anlässen, um djann einige spezielle Punkte von besonderer Bedeutung' zu behandeln, die grade auf die Tagesordnung gesetzt sind, i Selbst die enger gezogenen segensreichen „Logentage" der einzelne. Z )uen haben gezeigt, dass es kaum möglich ist^ in eng, begienzten Konferenzen das Mateiial, das sich in demselben zusammendrängt, ergiebig auszumünzen. Die hochw. Grossloge und die Logentage, wie auch das General-Komite und

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