Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 6 - August
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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der geschäfU-führende Ausschuss der hocliw. Grossloge können , h nur mit deu grossen allgemeinen Gesichtspunkten und den laufenden Geschälten des Ordens befassen. Die Detailarbeit ist Sache der Logen. Diese Detailarbeit durch häufigeren wechselseitigen Meiuungs- und Erfahrungsaustausch der Logen unter sich zu fordern, ist der Zweck unserer Anregung. Wenn es für die Berechtigung desselben noch eines He weises bedurfte, so ist es das lebhafte Echo, das unsere Anfrage bei fast sämmtlichen w. Schwesternlogeu gefunden hat und die freudige Aufnahme, der unser Rundschreiben begegnet ist. * So schwer es ist, den Logenabenden künstliche Belebungsmittel aufzupfropfen, so sehr müssen gerade aus einer Kreuzung 'der Erfahrungen unl Wünsche der Logen und einer sich hieraus ergebenden Wechselwirkung diejenigen Anregungen twachsen, deren wir bedürfen. 4 Um heute nur zwei ganz verschiedene Punkte au-; den bisherigen Briefen der w. Logen hervorzuheben: Mehrere w. Logen berichten interessant über die segensreiche Thätigkeit ihrer Schwestei Vereinigungen und über die Förderung, die das Logenleben durch dieselben erhält. Es ist sicher, dass über die Frage,' wie weit die Flauen für das Interesse des Logenwesens herangezogen werden können und sollen, noch zu diskutiren bleibt und dass Tis von Wert ist, die Erfahrungen hierüber auszuwechseln. Mehr wirtschaftliche Interessen behandelt ein anderes Schreiben. Es soll der Einfluss einer grossen Handelskammer dafür geltend gemacht werden, dass bei den jetzt schwebenden Vorbereitungen für einen neuen Handelsvei trag mit Russlaud seitens Deutschlands gefordert werde, Reisenden aus Deutschland ohne Unterschied des Glaubens die freie Betätigung zuzusichern. Weit grösser als der hierbei erstrebte wirtschaftliche Nutzen erscheint der Vortheil, welcher sich -aus einem dann offiziell zulässigen direkten Verkehl deutscher Juden mit unseren Glaubensgenossen in Russland für diese ergeben würde. Die Gelegenheit aus eigener Wahrnehmung zu einer Kenntniss der dortigen Verhältnisse zu gelangen, würde die Möglichkeit erleichtern, unseren hart bedrängten Glaubensgenossen in Russland irgendwie dauernde und bleibende Hülfe bringen zu können. Da diese Anregung* sich auf zweifellos politischem Gebiet bewegt, kann, derselben seitens des Ordens keine Folge gegeben werden. Erquickend wirkt ein Schreiben des w. Präsidenten der Rheinland-Loge, der unter anderem Folgendes berichtet: „Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie hier in Köln Elemente aller verschiedenster Art sich an dem Logenleben mit lebhaftem Interesse beteiligen und wie vor allem religiös absolut indifferente Brüder unseren sozialen Bestrebungen zur Hebung des Judenthums und besonders seiner wirtschaftlichen Schwächen eine überraschende Theilnahme zuwenden. Wir haben aus dem eigenen Munde nicht eiues, sondern zahlreicher Brüder hören können, dass sie vom erklärten Abfall und insbesondere von der Taufe ihrer Kinder einzig und allein durch ihre Zugehörigkeit zur Loge abgehalten worden sind." Wir glauben, für heute nicht besser schliessen zu können, als indem wir diese erfreuliche Mittheilung weiter geben. Wir sind sicher, dass von einem weitereu regelmässigen Gedankenaustausch und von einem möglichste häutigen Verkehr der Logen und Logenpräsidenten unserem Orden viel Segea erspriessen kann. Saxonia Lose In Chemnitz. Näturgemäss tritt während der Ferien im Allgemeinen eine Ruhepause^ ein. Der Gang unserer Geschäfte erfordert es aber doch, dass die eiuzelnen Ausschüsse fortarbeiteu— der Ferieircolonieausschuss sogar erst seine Jahresthätigkeit aufnimmt — während die anderen die Vorarbeiten für die Herbstsaison in Angriff nehmen, damit beim Wiederbeginn der Sitzungen die Loge ein feststehendes Programm für ihre Arbeilen im neueu Termin vorfindet. Wir benutzen diese l'ebergaHgszeit zu der -gewohnten Berichterstauung über unsere Tliätigkeit im abgelaufenen Termin. * - * *"'. *"','"'■"'? " - ' * Unsere .33 Sitzungen wären' "durchschnittlich von 2? Brüdern besucht, eine. Ziffer; die wir als seingenügend erachten, wenn wir beiücksichtigen, da— von• unseren 58 Mitgliedern 12 ihren Wohnsitz ausserhalb-haben. An 0 Abenden .erfreuten '.wir" uns des Besuches von 18 Gastbrüderu aus den Logrfri zu "Hannover, Leipzig, Göilitz, Berlin, Dresden, Würzburg und Mainz. Auf belehrendem Gebiete wurden folgende Vorträge geboten: r 1. Am 3. November 1!J02 sprach Br. M. S t e i n h a rd t aus Magdeburg über: ,^Symbole'und Zeichen". ' « , 2. Am. 11. Januar 1.003 Hr. Dr. Kuznitzki aus Berliu über: .,Sittliche und nationale Erziehung der deutschen Juden '. '.; 3. Am 2. Februar 1903 Br.*Dr. Gutz-Hohenstein- .Ernstthal über: „Hygienie im Kindesalter"% 1. Am 8. März l!)03 Br. Dr. Cohn aus Dresden über: „Aberglauben ip Medizin und Volksmedizin". Der unter 2 erwäliute Voitra* des' w. Expräs. Br. Dr. Kuznitzki fand öffentlich (im Bürsensaal) statt und hatte sich eines sehr starken Besuches auch hiesiger Gemeindemitglieder zu erfreuen. Die Vorträge unter 1, 3 uud 4 wurden in der Loge abgehalten. Von den erstatteten Referaien seien erwähnt: r ■ ■ ■ r 1., diejenige des Br. Felix Frank über seine Theilnahme a) an der Grosslogentägung zu Berlin und' b) au der Einweihungsfeier des Logenheinis der Frankfurt-Loge zu Frankfurt a. M. 2. die des Br. Bernhard Kupferberg ül er seine Theilnahme V a) an der 20jährigen Stiftungsfeier der Germania- Loge zu Halle/ sowie * b) über „Pflichten und Aufgaben der Logenbrüder''