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Bericht der Großloge für Deutschland · 1903-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1903
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1903-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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erscheint. Ja, der Prozentsatz derer, die niemals im Gotteshanse erschienen, ist sicherlich in der Grossgemeinde ein viel stärkerer, als auf dem Lande. Und wenn wir uns die übrigen anerfreulichen Erscheinungen innerhalb der deutschen Judenheit betrachten,. die Mischehen z. B., oder die Kindertaufen, so sind solcLe nur selten auf dem Lande, sondern fast nur in der Grossstadt anzutreffen. Im Gegen« satz zu der am 10. April in Frankfurt gefassten Resolution müssen wir daher mit aller Entschiedenheit fordern, „dass die eventuell an die Enquete sich anschliessende Hilfsaction sich auf weitere Gebiete als auf die Landbevölkerung zu erstrecken habe." So ist es u. a das eingewanderte _m Ii zische Element, das in vielen Grossstädten einen starken Bruchtheil der jüdischen Bevölkerung ausmacht, das unsere ernsteste Aufmerksamkeit herausfordert. Ganz unverständlich aber erscheint uns der einstweilen abgelehnte Antrag, dass die Enquete sich nur auf solche Gemeinden erstrecken soll,' in denen kein Rabbiner amtirt. Gentigt das Vorhandensein eines Rabbiners, um dem materiellen und geistigen, oder auch nur dem religiösen Nothstand der Bevölkerung zu steuern? Wir wollen in diesen Blättern nicht den oft gehörten Vorwurf wiederholen, das«, seitens der Rabbiner dje Seelsorge nicht immer in entsprechender Weise geübt werde, wir wollen vielmehr an dieser Stelle lediglich die Thatsache registriren, dass die Stellung der Geistlichen in der Gegenwart bei allen Confessionen nicht mehr eine solche ist, dass etwa der Geistliche den Mittelpunkt aller gemeinnützigen und humanitären Bestrebungen bildet. Soziale Notlistände können nicht von den Geistlichen, welcher Conlession auch immer, gelöst werden; hierzu sind andere Faktoren erforderlich. Es heisst die Aufgaben und veränderten Zeitverhältnisse vollständig verkennen, wenn man annimmt, dass das Vorhandensein eines Rabbiners gentigt, um den Orden von seinen Aufgaben, die er sich der jüdischen Gesammtheit gegenüber gestellt liat, zu entbinden. Will man den Gesichtspunkt des betreffenden Antragstellers als massgebend betrachten, so wäre konsequentermassen auch die Gründung einer Loge in den Gemeinden, in denen ein Rabbiner thätig ist, überflüssig. Wir wollen der von dem deutschen Orden zu veranstaltenden Enquete nicht vorgreifen; das aber glauben wir auf Grund eigener Erfahrungen sagen zu können, dass sie in einzelnen Landestbeilen recht betrübende Ergebnisse zu Tage fördern wird. Eine Enquete veranstaltet zur Zeit auch der Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche; wir behalten uns vor, sobald dieselbe abgeschlossen ist, der würdigen Grossloge Mittel und Wege zu zeigen, wie dem vorhandenen 'geistigen und religiösen Nothstande in vielen Gegenden abgeholfen werden kann. 4 Was lehren die Zahlen der Jahresberichte? Von Präs. Dr L an dsb erg-Stettin. Unter Hinweis auf die unter diesem Titel schon früher (Jahrg.-1900 S 100 ff und 1901 S. 83 ff) in den Monatsberichten erfolgten Veröffentlichungen möchte ich mir zum dritten Male die Aufmerksamkeit der Brüder fnreineGruppirung der Zahlen aus 1901 und 02 erbitten, zumal die Zusammenstellung des Br. Grosssekretärs für das letzte Jahr allen Brüdern mit dem letzten Monatsbericht zugegangen ist. Die Zahl der Logen im 8. Distrikt hat sich in diesen beiden Jahren um je 5, von 4<} auf 56, erhöht; die der Brüder ist in diesem Zeiträume um 432 + 442 -= 874, von 4340 auf 5214, gewachsen. Diese Zunahme entspricht ungefähr der des Vorjahres 1900 mit 443 und des Jahres 1888, in welchem der Orden in Deutschland seit*Begrüodung der! Grossloge am meisten sich vermehrt hat, mit 445 Brüdern; sie hat aber deshalb mehr Gewicht als die in den gesammten früheren Jahren? weil sie sich damals mit 342 (in 1888) und 362 (in 1900)' auf neugegründete Logen bezog, während die schon, bestehenden nur mit 103 resp. 81 an der Vermehrung betheitigt waren. In t90l und 1002 haben dagegen die alten Arbeitsstätten. des U. O B. B. in Deutschland um 220 resp. 154 zugenommen, die neu gegründeten weisen zusammen 212 resp. 298 Mitglieder am Ende desersten Jahres ihres Bestehens auf. * - ~ " •* Es beweisst dies wohl, dass in den letzten 2 Jahreu das Leben auch in den alten Logen; nicht stagnirt «hat,, wenn man hierfür die Anmeldung neuer Mitglieder als Massstab nehmen will. Das Wachsthum der alten Logen in 1901 mit 220 wird übertroffen nur von dem des Sjtiftungsjahres der deutschen Grossloge 1885, in welehem sich die Zahl der Brüder überhaupt um 620, von 'öl t auf 1137 erhöhte, wovon die bereits bestehenden Logen.mit 22fi,.die in dem Jahr gegründeten mit 294 betheiligt waren. Die weitere Entwicklung unseres Distrikts ist folgende: ■ -> 1886: Gesammtzun. 323 Br., in neugegr. Log. 142, in d. alt. 181 1887: ii * . 310 ii »I" . Vi ii 111 >i I« 199 1888: ii 445 ii >« " m 342 ii I 103 1889; ii '241 ii .>! ' /*" - ii m ii »j 12S 1890: M. 159 ii ■ ■ v. II .74 ii 85 1891: 1 118 •i •i - ■' n '\ 48 »i II 70 1892: II 21 »i ii ■ ■ 'H V .:'» u 1» 1? 21 1893: n 14 i i» >i i — >i w 14 1894: * *> '. 34 »i ~:V~ ii . 46 ii l> — 12 1895: ii —2 n ii . ■»» . •.»i' —. p II -2 1896: w; 242 Ii i,i. t •1 152 r' II 90 1897: »»-;i 232 i» •|I.V \ ii 100 M II 72 1898: ■:•'?»'. 282 W IV - '"' ■' ii " 116 »I M 166 1899: »i 341 II Ii ir .- .>» 210 N II 131 1900: ii 443 *t I» . '*» " »i 362 »i II 81 1901: II 432 l> ■>y ■ '?' " ii 212 Ii II 220 1902: l» 442 II ■ »'• . " " i» 298 Ii!• 144 w Es hat somit in 1892—^95 eine Stagnation bezw, ein Rückgang in der Mitgliederzahl stattgefunden, während der Distrikt seit 1896 wieder kräftig sich weiter entwickelt hat. An den Aenderungen im Mitgliederbestand in den letzten beiden Jahren sind besonders betheiligt die Loge in Frankfurt mit + 24 + 23 Brüdern, die Gabriel Riesser-Loge in Thorn mit +19 und in-FoIge der Begründung der Ostpreussischen Loge in Osterode »mit. — 17, die Lessing-Loge in Breslau mit +17 + 5, die Montefiore-Loge in Berlin mit + 16 — 1, die Unitas-Loge in Sti-assburg mit +16 + 4^ die Rheinland-Loge in Cöln mit + 14 + 12, die Henry Jones-

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