Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Hand, gleichgültig, wie sie auch zu den positiven Satzungen derselben stellen, preisgeben um äusseren Lohn. Der Zeitenlauf hat uns Juden nicht nur räumlich, sondern auch innerlich auseinandergeti ieben. Uud grade hier setzt unser Orden in einer seiner vornehmsten Aufgaben an, uns zu sammeln, / unsere gesprengten Beziehungen neu zu knüpfen, uns wiederfinden zu lassen. Das Judentum in seineu verschiedensten Schattierungen, von der stanen Orthodoxie bis zur freisinnigsten Reform, findet in unserem Orden seine Eiuheit wieder. Auch hier in Nürnberg, in der heut zu gründenden Loge befindet sich zu unserer au nichtigen Geuugthuung diese Mischung, in der richtigen Erkenntnis, dass wir nicht daran denken sollen an das, was uns trennt, sondern an das, was uns eint. Bewahieu sie diese Eintracht und Toleranz für alle Zeiten! Nehmen sie sich ein Beispiel an Maimonides. der die Duldsamkeit für abweichende Glaubensansichten als eine Haupttugend der Mensrhen erachtet, ja, der selbst im Bereiche des religiösen Lebens sogar für aufiichtige Proselyten eine liebende Teilnahme als unabweisbare Pflicht jedes Israeliten erachtet, was er daraus folgert, dass die allgemeine Nächstenliebe im mosaischen Gesetze nicht umsonst beim Fremdling noch besonders hervorgehoben ist; Um wie viel mehr ist da Toleranz gegen die eigenen Glaubensgenossen geboten! Freilich auch unser Maimouides hat die Intoleranz der Juden zu erleiden gehabt. Seine Grabinschrift „hier liegt ein Mensch ^ind doch kein Mensch — Warst du ein Mensch, so haben Himmelswesen deine Mutter beschattet" — wurde später verwischt und dafür die Worte gesetzt: „Hier liegt "Mose Maimoni, der gebannte Ketzer." Die Intoleranz unter den Juden selbst, frie wird nicht eher verschwinden,. bis nicht die Tendenzen unseres Ordens allge: meine Verbreitung finden. Diese Tendenzen verbieten Hass und Leidenschaft, nicht nur in den Fragen des Lebens, sondern auch in den Fragen des Glaubens. Um diese Toleranz in unserem Orden zu erhalten und nicht zu gefährden, sind alle Fragen über Religion, die eiue Parteistelluug beanspruchen oder bedingen, ein für alle Mal von unseren Arbeiten ausgeschlossen, sind alle Bestrebungen verboten, die darauf hinzielen, einer bestimmten religiösen Richtung innerhalb des Judentums das Uebergewicht zu verschaffen. — Ueben wir deshalb die Humanität, die wir in unseren Orden lehren, darin, dass wir den uns Abgeneigten die Sinnesänderung leicht machen, beweisen wir ihnen durch die That, dass wir besser sind als ihre Meinung von uns, indem wir getreu unserem Ordensgesetz in Familie, Beruf, Heimath und Reich unsere volle Schuldigkeit thuu, als gute Bürger, gute Menschen und gute Juden. Das m. H. sind unsere Ziele und Aufgaben und zur Erreichung dieser Ziele bitten wir um Ihre Mitarbeit. Wollen Sie Ihrem Entschlüsse, sich uns anzuschliessen und mit uns zu arbeiten, treu bleiben, dann erheben Sie sich von Ihren Plätzen zum Zeichen Ihres Einverständnisses und antwoiten Sie mit „Ja " Ich danke Ihnen für dieses „Ja" und ich holte, dieses ,,Ja" ist nicht blos vom Munde, sondern Vom Herzen ge- •'.»•■ , kommen. Im Herzen bleibe' Ihnen stets der heilige Zweck des Bundes, mit dem ich Sie.bekannt' gemacht habe. M. H.' Sie haben für den Namen Ihrer Loge den Namen Maimonides gewählt. ,.Von Mose : dem. Propheten hjs Mose Maimoni trat Keiner auf-der.-diesem gleicht.*';Eiu Mann der überall nach Licht und•'Klarheit rang, weshalb er der jüdische Aristoteles genannt wurde. Ein Mann, der von tiefster geläuterster Religiosität und von .gewissenhafter Sittlichkeit war, der nie ein hartes Wort lür seine Gegner hatte, dem Bescheidenheit und Demut eigen war. Die Wahl dieses Namens, sie legt Thneu hohe Verpflichtungen auf; lassen Sie die Mahnstimmen, *die aus dem lieben dieses edlen und gros-en Menschen uns eutgegeirtönen; uidit .vergeben« verhallen. Freilich is,t es 'sieht jedem beschieden, bis zum höchsten Grade Von Leistungsfähigkeit sich empor?n schwingen, aber, uud da* ist'die Mabmüig, die das Andenken au einengrossen Toten'-hinterläßt: Jedem ist es doch gegeben mit seinem Teil der religiösen G-esammthek,„der erangehört, Ehre zu macheu,-jedem ist-es gegeben ein werthvolle.» Mitglied der menschlichen Gesellschalt z'ü* werden. Mit diesem Mahnruf' 'aus .denjenigen Höhen, in denen Maimonides thront, heisse ich Sie in." unserem Hunde BeniJicfc willkommen. - - - ' ■ 96. Sitzung des General-Comites \ . Berlin den l'>: •' Februar l'jCta. Aul der Tagesordnung für die Sitzung v. 15. 3, «'S. befanden sich einige Gegenstände: von, weittragender Bedeutung, die iu der allereingeheudsteii Weise Erledigung fanden. .. , . ■ ■' . .'_.-•>J Gegen das IVeisaussclireibeH zwecks Erlangung eines neuen Rituals war von einer Loge Eihspiueh erhoben worden.» die es als* einen Missgrift erachtet; derartige Arbeiten zu honoriren; sie glaubt vielmehr-,* dass es eine Ehrenpflicht unserer Mitglieder sein mttsste; an der'Schaffung eines neuen ^Rituals ohne Entschädigung üiiizuaibelten; die pekuniäte Seite hätte hierbei ausgeschlossen, werden sollen. Die Versammlung gelangt nicht zu einem abändernden Beschluss, da alle Gesichtspunkte im .GeiwralrC"mUe schon früher erörtert worden sind. . ' •/'•'• '"'. ■.. — . . ' , ■'•',' Allseits wird es beklagt, dass; besonders die neuerriebteten Logen ohne die notliwendige Förderung b'.eiben, die ihnen zutheil werden müsste, ,wemi ii« sich in die Arbeiten um! das Wesen unseres Ord'eus .hineinfinden sollen. Es wird bescldossen, dass immer wieder diebenachbarten Logen um Entsendung geeigneter Bfipler ersucht werden solltn, wenu- gleich der Präsident erklärt, dass .seitens der Grossloge alle« Mögliche nach dieser .Richtungvergeblich geschehen sei; bis auf den Besuch der Maimonides-Loge, deren, erste Sitzungen erfreiilichei weise von erfahrenen Brüdern geleitet werden konnten, hätten alle Ersuchen und Mahnungen nicht den gewitschten Erfolg gehabt. ' '!' '; ' ■ " '".'■' "■ü--" ' V* Der Anregung des Br. Consül -Simon;- Hannover aut Ceutralisation der bestehenden yereine zur- Förderung der Gartenkultar unter unseren Glaubensgenossen wird keine