Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1903-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Snuchowitz, hat die Anlage und Erweiterung der Hamm hing im Einverständnisse mit der Loge in zweifacher Kiel tuug gefiedert: Der Zweck der Bibliothek soll einmal die möglichst vollständige Vereinigung der gesammten. deutschen und der wichtigsten fremdsprachigen Werke aus der Wissen w haft des-.ludentnms und der jüdischen Bellestristik und zum andern die Bereitstellung-der hei vorragendsten St ändert-Work der allgemeinen wissenschaftlichen populären Litteratur sein' Ein Bild dieser Absichten gewähren besonders die NeuanA Schaltungen der letzten Jahre. Aus der jüdischen Abteilung erwähne ich z. B die deutsche l'ebersetzung der Midraschim von Wünsche, the jewish Emwlopedia. Förster das mosaische Stiafrei hf. Lazzato Moraltheologie, die Quellen und die I.'e gesten zur Geschichte der Juden. Sternberg Geschichte der der Juden" in Polen. Stobbe die deutschen Juden im Mitt alter, tlie TalmudiibersKzung von Goldschmidt. Winkler die Vidker V"i'deraMens. Ziegler die K'>nigsgleichnis>e des Mi •hasch; Zangwil.- he Schriften. Manelshaiisen, Juda u. Von der allgemeinen wissenschaftlichen Abteilung seien nannt: Albreclit. Soziale Wohlfain tsrtege. Bismarck (bedanken Eiinii'-iungen und .Briefe. Chamberlains Grundlage: die be kanuten Werke über deutsche Geschichte, deutsche Kunst deutsche Musik. Geschichte der anorganischen Naturwissen •ehalten, Literatur und Gesellschaft, deutsche Literatur , n s. f. im 1°-. .Tainhundert von Gurlftt, Mayer. Ziegler und Genossen. Das Streben geht hinsichtlich der jüdischen Abteilung auf gröstmugliche Vollzähligkeit, hinsichtlich der anderen Abteilung auf Auswahl solcher Werke bleibenden Werts die für unsere Zeit besonders charakteristisch sind. Die Benutzung der Bibliothek hat seit dem Umzüge in unser neues Heim einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Grösse unserer Mitgliederzahl und die Zusammensetzung unserer Loge macht die Pflege des geselligen Ver kehrs unter den Brüdern und ihren Familien zu einer der wichstigsten, ab*r auch zu einer der schwierigsten Aufgaben der Loge. Wir vereinigen einmal im Winter unsere Brüder mit ihren Familien zu einem grossen Ballfeste, das in diesem Jahr am 25. Januar stattfand und allgemeine Befriedigung erzielte. Allmonatlich halten in unserm grossen Logensaale berufene Redner und Rednerinnen Vorträge vor den Herren und Damen der Loge: die Themata im Berichtsjahre lauteten. Dr. Simchowitz über moderne französische Malerei mit Lichtbildern: Hofrat Dr. Aldenhoven über Olymp u. die bildende Kunst: Musikdirektor Sternberg. Intimes aus der Werkstätte Richard Wagners mit Demonstrationen am Klavier: Fräulein L. Hilddek. Ibsens Frauengestalten: Kirchenrat Dr, Kroner. Jud Süss; Frau Henriette Führt, die jüdische Frau im Erwerbsleben der Gegenwart. Nach den Vorträgen bleiben die Erschienenen stets In ungezwungener Geselligkeit beisammen; es werden bis- .weilen Musikvorträge gehört und regelmässig schliesst sich ein Tänzchen an. das die Brüder und besonders deren Familien meist bis zum frühen Morgen zusammenhält. Zum ersten Male in diesem Jahre haben wir am Chanuka die Kinder der Brüder eingeladen, die zunächst der Festrede der. Br. Dr. Frank lauschten und dann in Spielen und Tänzen sieh vergnügen durften. Eine eigenartige Gelegenheit sowohl die Erwachsenen wie die Kinder gesellig zu vereinen, bietet uns der Karneval: an ihm sind unsere Räume zu frohem Faschingstreiben geöffnet. An den Nachmittagen versammeln sich die Kleinen, die in ihren reizenden Maskenkostümen ein wunderhübsches Bild abgeben, während an den Abenden die .lugend zum Tanz erscheint und . eine grosse Anzahl der Brüder mit ihren Familien die für den Kölner nun einmal unumgängliche Feier des \ Karnevals statt in vielfach mfssbehaglichem Treiben der Restaurants und Fülle in unsern gemütlichen Räumlichkeiten begeht. Die Annäherung der Brüder selbst fördert deu Aufenthalt in unsern Club- und Spielräumen nach den Logensitzungen und an Sonntag Nachmittagen. Entgegen vielen unseren Schwesterlogen verhindern wir die Brüder durchaus nicht, nach den Sitzungen Erholung im Kartenspiel zu suchen, weil die Erfahrung uns gelehrt hat. dass diese Art gemeinsamer Unterhaltung zum gegenseitigen Bekanntwerden besonders viel beitragen kann. Von.Zeit zu Zeit versammeln wir uns ferner zu Brudermahlen 'und insbesondere schliessen wir gern an bedeutsamere Sitzungen, so an Neueinführungen und Beamten-Installationen offizielle Nachsitzungen an, in denen bei humoristischen Reden und Liedern die Geselligkeif ihr Recht erhält. Wir wissen es selbst und haben auch dafür das Zeugnis vieler auswärtiger Brüder und Gäste, dass .diese Xachsi'.zungen geeignet sind, das Band der Loge enger zu ziehen. Cnitas-Loge in Strassburg 1. E. Seit unserm letzten Berichthat die L'uitasloge eine weitere Reihe gemeinnütziger EnternehmuBgen geschahen oder wenigstens mit Aussicht auf Erfolg in Angriff genorameu. Ehe ich jedoch zur Schilderung diesei übergehe, mass ich bedauernd .belichten, dass unsere Propaganda für die Werbung von jüdischen Krankenpflegerinnen bis jetzt von keinem Resultate begünstigt war. Wir lieben im vergangenen Jahre "200 Exemplare der Broschüre von Br. Feldheim in die Cultusgenieinden des Unterel<ass versandt (an Vorsteher. Rabbiner und Lehrer.) bis jetzt aber ■ noch keiue Anmeldung erhalten. . Der von uns begründete Verein für Ferien* colon iees, hei vorgegangen seinerzeit aus der von Geldern ler alljährlichen Clianukaspeude jeweils entsandten Ferienkolonieen armer Schulkinder, blickt auf das zweite Jahr erfolgreichen Wirkens zurück. Er sandte dieses Jahr .'50 Kinder auf 4 Wochen nach Bad Nauheim. Einer dem Kivis der Enitaslöge entspringenden Anregung folgend haben sich eine Reihe hiesiger Vereine (Chevras u. s. w. i zu einem/Oa r i t as ver b an d zusammengetan, an« lein die Loge sich mit einem namhaften Jahresbeitrag beeiligt. Dieser Verband bezweckt in Fällen dringender Not, denen die hiesigen Vereine, als ihrem Arbeitsprogramm und Statuten nicht entsprechend, nichts thun können, helfend beizuspringen. Kür die Imitasloge bedeutet die Giündung ieses Verbandes eine merkliche Erleichterung ihres Armenudgets und die hierdurch frei gewordenen Kittel könueu »rnerhin zur Erreichung ' unserer speziellen Aufgaben verv wandt weiden. In einem solchen bestimmten Ciusalue.vus, insofern als ass hierdurch mehr Mittel verfügbar bleiben, steht die iriindung einer Wanderbibliothek, um die Sich ins- . es 'udere Br. Dr. Grombacher, Direktor der Religionsschule, uud eine Reihe jüngerer, im letzten Jahre eingetretener Brüder verdient gemacht haben. Der Zweck dieser Wanderlibliothek, die mit relativ geringen Mitteln viel Gutes leistet,