Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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6 — nicht in richtigem Lichte dargestellt sind. Was Wunder, dass die Mädchen den gleis»nerichen Verlockungen schurkische) 'Händler Glauben schenken, die Vorspiegelungen von lohnenden) Erwerb Ii wahr ballen* Die bittere Not treibt die Mädchen arglos in die Arme dt* Händler. Sie hotten ihren Kit ein und Geschwistern daheim zu helfen, wenn sie in dir Kremde gehen Freilich wissen wir aucli. dass die dortige Christ liehe arme Bevölkerung sich vielfach in- Nöten berindet, aber die indische Bevölkerung ist hei weitem, schlimmer daran weil die Erwerbsverhältnisse iurcli feindselige Stimmungen Sich tili «ie iweh schwerer gestalten und ungünstiger wirken. Soziale Zustande und ethisches'Verhalten einer Bevölkerung hat ücfa als eine uncompreudre c'e.»t t<»ut lie Händler, sie sollen liäugen innig «usammen. Dieser Satz um-"'s:ir?ir Wahrheit erwiesen. Tont pai dmuei. 1 >a» l'rzifht sich nicht aut danin keineswegs entschuldigt werden. I Sie sind und bleiben auch in insern Augen Verbrecher. iVls Glaubensgenossen linden «ie hei den dortigen' .luden leichter Eingang, man traut ihnen nichts Arges zu. man schöpft niciit leicht Verdacht Daher kommt es. dass diese Händler a^s den Reihen der Ost eii!"päi«;lien .luden in Scharen ihre schleppen I »a war uns dA Weg v Opfer ins Ausland _re/.eichuet. den wn wandeln müssen, um eine Gesundung der sozialen Verhältnisse h'erbeizntühieu; Arbeil und Bildung Gestatten sie mit aUs Atzt einen Vagleich aus der Pathologie ^heranzuziehen Sie wissen, das.» ind i'ie Erfordernis die kratiKmaih-ndeii Bakterien in einem schwachen, heruntergekommenen1 Kupel am leichtesten Wurzel fassen und ihre verheerende Wirkung ausüben. Sti "Vergiften auch diese bösdö Sumpfpflanzen einen sozial und kjiHuTell geschwächten wölkskörper. Ha hat | unsere Arbeit/ eingesetzt. Wir wollen den Nährbr.,1,-» saniren. Es isl un.» gelungen, tür Krauen und Mädchen Heimarbeit nit gesichertem Absatz zu beaehatjen; an 2000 haben baren.« Arbeit gefunden. K< ist nur ein ganz kleine) 'Anfang. -aber ei i»; vielversprechend, uad es wird mit allei Energie lüi weitet.- Arbeit gc> igt weiden Nicht minder .Wenden wir unsere. Aufmerksamkeit} der Bildung, Belehrung und Aufklärung der rüdischen, Bevölkerung zu. zunichst iu t.aüzien. weil dort die Vereinst hätigkeit^ eine npge linderte fe*t. Mhonen und wnuscheu, dass unsere Missionsarbeit auch in den andeieH osteuropäischen Ländern auf dem Boi(en freier Verein*) hit ig hei t erleichtert werden möchte- Wir wollen Sendbot innen na<h iTalizien schicken. Kür diuse Idee haben wir die indischen Krauenvereine, inteiessut und erwäimt Diese Sendbotinnen müsseh besonders tüchtig für den Kampf gegen dos * geistige und materielle Kleid ausgeiüstet werden, sie haben doit erzieherische und pflegen."*he Aufgaben, zu erfüllen, eine sittliche Beeinflussung auszuüben Wir versprechen uns davon grossen Erfolg, wir holen, mit den Mitteln der Arbeit und. Bildung die Quellen der 'Prostitution zu verstopfen und das MenschenpMaterial so zu heben, dass dir Anwerbung von Mädchen tür die-Händler zur l'nmöglichkeit werden »<iil^ Zweifelsohne wird der Kougres.- Beschlüsse lassen, um auf gesetzgeberischem, und administrativem Wege dem verbrecberischen Treiben der Handle) wirksam entgegenzutreten, und von den' Regierungen können wir-mit Bestimmtheit etwa)teil. da.«s sir in diesem Sinne vorgehen. Zweifebohne wiid die ThJMigkeit der Händler eingedämmt werlen, sie werden unsicher iii ihrem Vorgehen werden. Abeles wäre ein verhängnissvoller Irrtum, zu glauben, dass die Händler mit der Zeit verschwinden werden. Sie werden sich von ihrem ersten Schrecken bald erholen. Verschlagen, wie sie sind, werden »ie .Mittel und Wege linden, den Handel untei anderen Können weiterzuführen. Dazu wird sie schon leider die Nachfrage treiben. Darum wird der Kongress über kurz oder laug dazu übergehen müssen, seine Aufmerksamkeit dem sozialen Boden, auf dem der Mädchenhandel blüht, zuzu- * , ) . ] wenden. Wenn die notwendigen Gesetze in allen Ländern erlassen, die Verwaltungsmassregehi in allen Staaten gleichmassig getroffen sind, wird der internationale Verband zur Bekämpfung "des Mädchenhandels über kurz oder lang die Gesundung der sozialen Lage der Volksschichten, aus deiieu die Mädchen exportirt werden, iu die Hand nehmen müssen. Das wäre eine halbe Arbeit, wenn wir bei den angekündigten Massnahmen nui auf die Händler unser Augenmerk richten walten .Diese ., unselige Materie wird und inuss uns weitei treiben bis wir ganze Arbeit gemacht haben. Die Piostilutionslrage, wie vielgestaltet sie auch ist. wird früher oder später Gegenstand der "Behandlung von Seiten des Kongresses werden müssen. I nsuganzes modernes Leben ist durchsetzt von soziologischer Wissenschaft und werkt Ii t igen Bestrebungen tür soziale Wohlfahrt und soziale -H.v giene Freilich bin ich mir bewuast. dass der Weg ein mühevoller ist. Aber davor dürfen wir nicht zurückschrecken, das dait uns nicht abhalten. Licht und Luft in die. dumpfen Wohnungen, .jener unglückseligen israelitischen Bevölkerung zu bringen, damit sie gestärkt werde in dem Kample gegen die sozialen Schäden. Möge e.» mir gelingen, diese meine tief innerste l'eberzeugung auf die«r hochangesehene Versammlung zu übertragen, mochte das Deutsche Nationalkomitee der Dolmetscher unserer Leber; zeugungeB bei dem Kongress »ein. zu I dem sich die edelsten Frauen. und die besten Männer mit warmfit blenden Herzen vereinigt haben, um die drückende Schmach vou den uDgliick- * liehen Opfern zu nehmen. .Wir sind überzeugt, dass, so gedrückt auch die osteuropäischen .luden sind. >ie doch Eeäkfionsktalt genug besitzen, um »ich zu erheben,, wenn ihnen die hüliieiche Hand gereicht* wird. Was iu unseren Kräften »Mit. werden wir Alles ahndeten mit Hujte der gesamten Judenheit, die für di se Arbeit aufgerufen Ist. Aber wir allein können es nicht. Dazu bedarf es der Mitarbeit aller Menschen, jeglicher Nation und jeglichen' Glaubens. Hier darf sich nicht ein Staat vor dem anderen eine Glauliensgemeiuscaatt voi der anderen abschliessen. Die ' »pfer des Mädchenhandels sind alle tiotte» Kinder, alle, nach dem Kbenbilde Rottes geschaffen. Nur dem einmütigen Willen aller Staaten und der eintiächtigeu Arbeit aller Faktoren weikthätiger Menschenliebe kann und wird es gelingen, i folgreichen Wandel zu schaffen. - ' " , f ■ ■ . f Zu seinem Antrage äussert sich Br. Plotke unter dem -_'0. Dezember 1002: , Nachdem sich durch die stattgehabten Ermittelungen herausgestellt hat. dass die Enquete sehr erhebliche Kosten verarsachjen würde, und dass die korrekte Ausführung der