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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-06-01 · Nr. 6 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 6 - Juni
Date
1901-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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eigenen Mitgliedern der Vorwarf, eilioben wonleu, dass der Diden nocli nicht eine einzige Institution gescliatten hat, die mit seinem Namen verknüpft ist und die Gewähr eines dauernden Bestaudes hat. Diese Vorwürfe sind als unbegründet wiederholt widerlegt worden. Auch für den Orden gilt es, was Bert hold Auerbach von den Juden in Bezug auf Bescheidenheit verlangt, und wie es der Orden bisher gehalten hat. Er hat sich begnügt, die Anregung zu einer Reihe der wohltätigsten Einrichtungen gegeben zu haben, er hat auch mit seinen Kräften sich dann an diesen Einrichtungen beteiligt, ohne zu prätendiren, diese EiniichtuDgeu allein auszuführen, oder die leitende Führung bei derselben zu übernehmen. Die vou der Grossloge ausgegangene Kundfrage, au wieviel wohltätigen Institutionen die einzelnen Logen betheiligt sind, hat ergeben, dass dies bei mehr als 100 Institutionen der Fall ist. Von dem Ernste der Arbeiten in den einzelnen Logen zeugt es, dass in dem letzten Berichtsjahr von ihnen neu geschalten, worden sind: i Das Hospiz an der Ostsee seitens der Beiliner Logen. Schwer- und Lehrlingsheim in Marburg seitens der Brüder Cohen und Münk. Das Institut für kur- und pflegebedürftige Kinder seitens der Zion-Loge. Jünglingsverein in Häverstädt seitens der Ber. Lehmann-Loge. " Kindel sparverein in München^Müocuenloge. Israelit. Schwesteinbund— Münchenloge. 2 Stiftungen in Krotoschin—Hohenzollernloge. Volksküche für jüd. Auswanderer in Bremen-Kais. Fried.- Loge. -Jüdischer Kinderhort, in Dauzig—Borussia-Loge. Aber vielleicht ist es trotzdem angebracht, den vereinzelt vorgebrachten Wunsch öffentlich zu übermitteln, zu dem 20 jährigen Stiftungsfest des Ordens auf deutschem Boden eine Institution zu schaffen, die dauernd ist, und als eigenste Schöpfung des 'Ordens betrachtet werden kann. Ich bitte alle Brüder des Ordens der Gro.'sloge nach dieser Richtung möglichst bald Vorschläge zu unterbreiten; freilich nur solche, deren Ausführbarkeit nicht unmöglich sein wird. Mit der Ausbreitung des Ordens geht selbstverständlich Hand in Hand die Ausdehnung der Arbeiten der Grossloge. In lusive der Reisen zu Installationen neuer Legen sind 82 Keiseii von Dajegierten der Logen im letzten Berichtsjahr c gemacht worden, und ich konstatire mit Genugtuung, dass die Berliner Expräsidenten den gegen sie im letzteii Bericht i iliobenen Vorwurf weit gemacht haben. Neben Br. W i s 1 o c h war es wohl Br. Ber gel, der die meisten Besuche gemacht hat, und alfe diejenigen, welche sich für solche Reisen zur Verfügung gestellt haben, verdienen den herzlichsten' Dank der Grossloge. — Namentlich hat die Anregung, die neuen Beamten der einzelnen Logen durch auswärtige Delegierte der Grossloge installieren zu lassen, grossen Beifall gefunden. — Die Monatsberichte haben weiter an UmfaDg gewonnen, und erheblich ist auch die von der Grossloge auszuführende Kor espondenz gestiegen. Es sind seit der letzten Grosslogensit/.ung bei der Grossloge 0424 Briefe eingegangen und 13650 offizielle Briefe abgesandt. Bei diesem Umfange an Briefen ist es doch gewiss nicht verwunderlich, wenn der Inhalt des einen oder andern Briefes den Empfänger nicht befriedigt, ihn vielleicht verstimmt hat. Ich kann nur die Bitte wiederholen, auf die Belastung der Grossloge Rücksicht zu nehmen und überzeugt zu sein, dass der Grossloge am meisten an einem echt biüderlichen und aufrichtig herzlichen Verhältniss gelegen ist, und dass namentlich nie eine beleidigende oder verletzende Absicht vorliegt. Wer von dieser Voraussetzung ausgelit, wird auch sicherlich sich nicht verletzt fühlen. Freilich muss ich aber auch meine Bitte wiederholen, — und ich bitte die Repräsentanten, dieser Bitte btsonderen Nachdruck bei ihren Logen zu geben, dass die Logen den au sie ergangenen Ersuchen prompter nachkommen. Möge keine einzige Loge vergessen, dass das ganze grosse Räf.erwerk einer Maschine still stehen muss, wenn auch nur ein einziger Theil dieser Maschine veisagt. Bei allen unseren Anfrageti sind es immer noch einige, wenn auch nur sehrwenige Logen, die die Aufragen garnichr, oder' eist nach wiederholten Mo: nitas beantworten. Diese Logen machen es der Grossloge unmöglich, ihre Absichten auszuführen, zum Mindesten erschwerende die Arbeit der Glossloge. Meine Erholungsreise hat mich an ihrem Ende nach Wien gefühlt, und es war ein glükhclier Zufall, dass in die wenigen Tage meiner dortigen Anwesenheit eine Sitzung des dortigen Humänitätsveieins fiel. Ich habe ditse Sitzung lesucht, und wurde herzlieh aufgenommen, der heut anwesende Br. Kolin war der allerliebeuswüidigste. Die Verhandlung in der Sitzung war vornehm und anregend, und auch die galizische F'rage wurde in dieser Sitzung behandelt. Hierbei, und auch duiclt meine l'nterredung mit dem Vorsitzenden des Hilfsvereins für Galizieu, Herrn Schiff, habe ich die l'eberzeugung erlangt, da»s es ernste Männer sind, welche sich in Wien zusamineugethau haben, und dass es diesen Männern auch ernst ist mit der Ausführung der übernommenen Aufgaben. Ich habe versprochen, dieser meiner L'eberzeugung hier an dieser Stelle Ausdruck zu geben, und, auch mitzuteilen, dass die Fühier des Hilfsveieins in Oesterreich sich einen Erfolg nicht versprechen, wenn sie nicht allseitig, namentlich vou Seiten der deutschen.Brüder ausreichend unterstützt weiden. Es ist der Hoffnung dort Ausdruck gegeben worden, dass die Grossloge in ihrer heutigen Sitzung den Beschlüssen des Geueral-Comites ihre Zustimmung nicht versagen werde. Vielleicht aber wird es sich empfehlen, — selbstverständlich will ich Huer Entscheidung nicht vorgreifen — statt des vorgeschlagenen Wortes ..Hilfsvereiu" nun zu bescbliesseu, eine „Hilfsaktion'' zu bilden. Den österreichischen BBr. ist es gleich, in welcher Form ihnen die I nterstützuug zu Theil wird, und die Organisation der Hilfsaktion kann vielleicht auch auf andeim Wege, als durch Bildung eines Vereins durchgeführt werden. Es kommt noch hinzu, dass in der allerneusten Zeit auf deutschem Boden sich eiu Ereigniss zugetragen hat, welches voraussichtlich nicht ohne Eintluss auf die von uns geplante Hilfsaktion sein dürfte. Wie sie vielleicht alle wissen, ist der Hilfsvereiu der deutschen Juden in den letzten Tagen gegründet worden, der sich die Aufgaoe gestellt hat, die sittliche, geistige und wirtschaftliche Entwicklung der Glaubensgenossen.im östlichen Europa und in Asien zu fördern. Ich selbst bin zu der Beratung, ob dieser Verein gegründet werden soll, oder nicht,' zugezogen worden, und habe der Gründung zugestimmt, nachdem gerade auf meine Aufrage festgestellt worden ist, dass der Hilfsverein der deutschen Juden sellfstverständlieh nicht daran denkt, irgend einer bereits bestehenden Organisation hinderlich zu sein. Ich habe speziell den ,,Hi!fsveiein für Galizien'1 in Wien genannt, und hervor-

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