Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1901-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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L — 50 — erbeten TW Birdein, die die Mi'gliedschaft der Irge wechseln, uud da zu vermeiden, i nicht als Mit<rlie( 8 Brüder] um das nochmalige Kintrittsgel Logeniitznngen ihres reuen Wohnorte er, sondern als Gäste beiwohnen. lfcn ,Das Logenverzeichniss pro 1901-1902 ist wie folgt zu Indern: München-Loge. Die Correspondenz etc. ist an das Bureau des protökollirenden Sekretärs Rr. Isidor Popper München, Sonnenstrasse 26„ parterre zu richten. Stuttgart-Loge. Diese hält ihre Sitzungen im Restaurant Wertheimer. Lindenstrasse 1 t in Stuttgart ab. Borussia-Loge in Danzig. Die Sitzungen dieser Loge finden . statt: Montag uro 9 Uhr, Hotel St. Petersburg Langemarkt 13 I. Liebe und Treue! Eine Ansprache von Waisenhausdirector Katz-Rybnik. So oft wir uns rüsten, unser Stiftungsfest zu begehen so oft ich nach einem geziemenden Einleitungsworte für die Feier suche, so oft tritt mir unwillkürlich ein Gedanke ent ■ gegen, der es vor Allem verdient, immer von Neuem in die Erinnerung garufen zu werden: .die erziehliche Bedeutung" nnseres Bundes. Und fürwahr, wenn wir die Ziele desselben aufmerksam ei wägen, dann begreifen wir,, dass dieses eine d'em höchsten geweiht ist: der mensch liehen Vervollkommnung, der Menschwerdung Und' deshalb dürfen heute alle die. die zu diesem Werke Itaustein aut Baustein getragen, mit hoher Befriedigung auf ihr Thun schauen. Wollet mir nurt ein Weilchen gönnen und vernehmen, welche Gedanken mich heute beseelen. Was wir mit unsern Augen sehen, mit unsern Ohren hören, mit den Sinnen wahrnehmen,, mit dem Herzen fühlen wohin wir uns wenden, um der Dinge Ursache zu ermessen zu ergründen — allüberall tönt es uns zu: die Liebe des Unsichtbaren erschafft und erhält Alles' Und da es unsere gr^sste Pflicht ist. ihm ähnlich zu werden, so sei die Liebe der Leitstern unseres Lebens. Mit der Liebe, die immer mehr giebt, als sie begehrt, erfülle Deine Pflichten als Gatte und Vater. Deinen Beruf, dein Geschäft nimm mit Liebe wahr, dass es^eine Lust, keine Last sei. Mit Liebe begegne deinem Nächsten in deiner Glaubensgemeinschaft und dem nächsten jeder anderen Confession, dem Nächsten im Bettlergewande, im Arbeiterkittel und im Salonrock. ■. Mit Liehe debe in Vaterstadt und Vaterland, in Liebe stehe, zu Kaiser und Reich. Und — gieb dich liebend deiner Loge hin, erfülle liebend die Aufgaben des Bundes. Aber, mein Bruder! Diese Liebe muss einen Ausgangspunkt haben. Sie darf nicht unregelmässig und nicht wankend sein. Sie muss sich in stetem Gleichmasse ergiessen in das Meer, das gewaltige, eihabene, unendliche. Dieses Meer ist die Treue, genährt oder erhalten durch den unaufhörlich, ewig fliessenden Strom der Liebe. Würdest du dem Weibe deiner Jugend je anders als in Liebe nahen, vielleicht in Schroffheit und Vernachlässigung: 'du hieltest die Treue nicht, die du ihr in unserm Bunde geschworen. Würdest du nicht deinem Geschäfte in steter Liebe, in freudiger Arbeit nachgehen, ihm vielleicht durch Hang zu Spiel und Gelage deine Ueberwachung entziehen, deinen l'ntergebenen Alles überlassen, ohne selbst in alles Einblick zu nahmen, ohne mit deiner ganzen Kraft für die redliche Führung und Erhaltung desselben Sorge zu tragen, du besässest nicht die Treue, die du deinem Weibe und der Loge geschworen und die du deinen Kindern, denen, die deinen Namen tragen, schuldest; denen, die sich an deinem Beispiel, an d-inem Character erheben wolh n und Menschen werden sollen. Würdest du nicht mit allen deinen Nebenmenschen in Frieden und Eintracht leben, ihnen .nicht, so weit du. kannst, liebend deinen Beistand leihen, vielleicht dass du zurückstehst bei der Gefahr deines Nächsten: vielleicht, dass du — ehe du hilfst -i fragst, wess Glaubens. Standes oder Volkes,er sei; vielleicht, dass du gar giebst in Unfreundlichkeit: du verleugnetest die Treue zu deinem.-Glauben, die Treue zu deinem Runde. Würdest du je dich von den Aufgabin der Allgemeinheit, der Förderung des Wohles von Staat und Gemeinde fernhalten, dich je mit Aufrührern einlassen, du besässest nicht die Liebe zur Heimath, zum Valerlande, in dem du das Licht d.r Welt crblick'est, dessen Sprache du sprichst, dessen Nutzen du geniessest. unter dessen Schutz du lebst: du wärest untreu in des Wortes voller Redeutung. Und endlich: würdest du je gegen die Grundsätze deines Rundes bandelt, je an deüi Bestände einer unserer Grundpfeiler rütteln, wolltest du einen deiner Brüder gering- ' schätzen, in Unfrieden mit ihnen leben, anders denken, als du sprichst, anders sprechen als du denkst, und nicht thun, wie du denkst und sprichst, nicht reden zur rechten Zeit, nicht Verschwiegenheit üben, wo.es die Pflicht gebeut: türwahr, du bekundest weder Liebe noch Treue. O, dass dich nie eine Stunde trifft, in der dein Gewissen klagt: du warst kein Gatte und Vater, kern Mensch, kein Bruder! Aus den Logen des VIII. Distrikts. Amicitia - Loge in Posen. In unserer letzten Sitzung erstattete Br. Carl Goldschmidt folgenden Bericht:' Indem ich in Nachfolgendem einen kurzen Bericht über ' unseren Nachhilfe-Unterricht in dem verflossenen Schuljahre 1900/1901 erstatte, kann ich die freudige Mittheilung machen, dass die Erfolge, welche wir in diesem .Jahre erreicht haben, die der früheren Jahre weit übertreffen. Von den lf> Kindern des Nachhilfe-Unterrichts sind 14 t versetzt worden und nur ein Kind nicht infolge eines organischen Fehlers Die 14 versetzten Kinder kommen durch-, weg mit „gut" in die nächst höhere Klasse, ein Resultat, welches wir nicht hoch genug veranschlagen können, da damit in Verbindung stand, dass die Kinder sich tadellos betragen haben und die ihnen angewöhnte Pünktlichkeit, Ordnungsliebe und Sauberkeit abhielt. Von den 15 Kindern verlassen 5, welche das 14 Jahr bereits erreicht haben, die Schule. Ich bin nunmehr bemüht, diese Kinder praktischen Berufen zuzuführen. Ein Mädchen soll die Kunststickerei erlernen, eins kommt in ein Confektions Geschäft, zwei beabsichtige ich als Buchhalterinnen und die letzte in einem jüdischen Haushalte in einer kleinen Stadt unterzubringen. Von den übrigen 10 Kindern werde ich diejenigen, von denen ich annehme, dass sie ohne den Nachhilfe-Unterricht