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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 4 - April
Date
1901-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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- 42 Anstalten und Vereine wohlthätigeu oder gemeinnützigen Charakters zu bedenken seien, war oft Gegenstand heftiger Debatten. Da es unsere Kräfte übersteigen winde, alle derartigen Institutionen zu unterstützen, hat rieh bei uns der Grundsatz ausgebildet, regelmässig solchen keine Beihilfe zu gewähren, die einen rein lokalen Wirkungskreis haben] Die Installation der neuen Beamten für den Termin lijOO/lftül wurde durch Br. Expr. Lieb bald aus Heidel berg vorgenommen, der bei diesem Aolass in zündender, von Herzen kommender und zu Herzen gehender Ansprache die Loge auf die Bedeutung der isr. Kiankenpfl-gerinnen-Sache hinwies. Der *on ihm ausgesprochene Gedauke hat bei uns Wurzel gefässt und in rascher Eutwkkeluug Blüthnn gezeitigt, welche segensreiche Flüchte versprechen. U iser K'ankenpriegerinuen-Ausschuss, um dessen Arbeiten si h besonders die BBr. Mentor Heinrich Kahn und Dr. med.-F e I d m a n n veidient genncht haben, konnte zu Beginn dieses Jahres einen vullständ gea Plan zur Gewinnung, Ausbildung und Beschäftigung isr KrankenpnVgeriuue 1 vor= Segen. Durch Bewilligung eii.es erheblichen Zusdiu^ses selten« der Loge und durch Zexhuung freiwilliger Beiträge .-eiteiis fast sä nimYl icher Binder wurde ein Fonds ges< hatten, mit dem das Unternehmen in huanzieller Hinsicht vorerst gesichert ist. Nachdem auch bereits durch Abschluß eines Vertrags mit dem Berliner Krankenschwestern-Vertin für eine sichg-mässe Ausbildung der Pflegerinnen vorge o:gt ist, fehlen uns nur noch die Pflegerinnen selbst, und es hl.t sich gezeigt. dass gerade die Beschaffung des gee gneten Meusehenmaterials eine >(Hauptschwierigkei' bildet, worauf wir übrigens von Anfang au gefasst waren Für viele unserer Brüder war bei dem Eintreten für die Sache der isr. Ki ankenprlegei innen die Erwägung ausschlaggebend, iass in fiagliehem Beruf für Tötrhter guter Familien, denen es Mangel an Mitteln -oder eiu sonstiger Umstand schwer macht, eine p ssende Verehelichung zu finden, s:ch eine sehr anständige Versorgung bietet, und es ist nur zu hoffen,dass unsere jüdischen Familien nach und nach sich immemehr mit ilem Gedanken befreunden, Damen aus ihren Dreisen den schweren, aber ehrenvollen Beruf einer Krankenpflegerin ausüben zu sehen. Die Xothlage unserer Glaubensgenossen in Rumän en und Galizien war eine weitere Frage, mit der die Stuttgart-Loge si> Ii ernstli h beschäftigte. Hand in Hand mit dem hiesigen Kircheuvorsteheramt -und den bestehenden i-r. Wohlthätigkei'-veivinen haben wir uns im Liufe'des verflossenen Sommers an den allgemeinen Sammlungen betheiligt und die Versendung des-uns von der Grossloge zur Verfügung gestellten Aufrufs an aije in Württemberg wohnenden Israeliten dürfte dazu beigetragen haben, das edle Hilfswerk in nuserem engereu Vaterland zu fördern. Auf unsere Veranlassung hat das hiesige draite von den eingegangenen, über löOpO Mk. betragenden Geldern der .Grossloge'-zu-- angemessenen Verwendung für die nothleideuden rumänischen Glauberisbrüder die Summe von 300U Mk. zur Verfügung gestellt., Unsen am 23. Dezember abgehalten- Chanukka-Feier wird wohl bei allen Betheiligten in angenehmer Erinneruug leben. Es erschienen hierzu die Brüder in reicher Anzahl mit ihren Damen und Kindern, wobei es jedem Bruder freistand Kinder bedürftiger isr. Eltern mit seiner Familie einzuführen Alle Kinder ohne Ausnahme wurden von därL>ge bewirtet und, um keinen Unterschied zwischen Arm und Reich bemerkbar zu machen und den eingeladeneu bedürftigen Kindern jedes Gefühl der Demüthigung zu ersparen, würden diesen in der Anzahl von gegen 30 die ihnen zugedachten Spenden, welche der Opfei Willigkeit verschiedener Brüder entflossen, erst mehrere Tage nachher ausgefolgt. Allen Kindern galten auch die erhebenden Worte des Br. Dr. Krouer, mit denen er auf die Bedeutung der Feier hinwis. Mincherfei Vorträge aus der Mitte der Kinder uud die vorgenommene Veiloosnug erregten die Freude von Juug und Alt. Eine ie-elige Abendunterhdtung der Erwachsenen bildete den <cliluss der gelungenen Feier, für deren Veranstaltung der der (ieselligke tsausschuss, an der Spitze utser bewährter Kestarrangeur Br. Gottschalk, allseitige warme Anerkennung fand. , Das 1. Stifumgsfest unjeier Loge fand, wie Eingangs ei wähnt, am 24 Febr d. J. statt, durch verschiedene Umstände vcr.-pätet ts wuide in üblicher Weise diu eh eine Fest-Loge und ein Fe t-Bankett mit darauf folgender Tanzinterhaltung ge eiert und nahm einen schönen Verlauf In er Fest-Loge find zunächst die feierliche Einführung von Candida'en statt, wodurch sich die Zahl der Mi glieder unsere:- Loge von 79 bei der Installatiou auf 00 erhöht hat. Hieran sch'.o s sich die Erstattung eines eingehenden Rechen- -thafts-Bericht über die bishe ige Thätigkeit der Loge durch I *i äs. Br. F e 11 h e i m e r an. Die von Br. K r o n e r geiialtene Festrede verbreitete sich über das Thema: „Die bisherigen Leistuugeu uud die künftigen Aufgaben der Stuttgart- Loge*. Der Redner führte, die Stuttgart-Loge mit eiuem Kinde vergleichend, aus. sie sei unte" Schwöen Geburtswehen zur Welt gekommen, aber in dem eiuen Jahre zur Freude der Eitern gediehen und erstarkt, sie habe gezeigt, dass sie -tuf eigenen Füssen stehen könne, und sich in geistigen Arbeiten und nach Massgibe dtr noch geringen Mittel in wohlthätigeu Werken bethätigt, neuerdings auch eiu grosses, seg nversprechendes Werk, die Ausbildung von Krankenchwestern energisch in Angrirt genommen; bei ihrer künftigen Thätigkeit müsse sich die Loge leiten lassen durch den Gelanken, dass wir uns in ihr zusammen gefunden luben, nicht in feindseliger Gesinnung gegen andere, sondern um notheidenden und bedrängten Glaubensbrüderu zu helfen und in ler Pflege der von unseren Vätern seit Jahrhunderten und Jahrtausenden hochgehalten Id-ale unser eigenes Selbst zu bewahren, dass wir uns nicht abschliessen wollen von anderen Volkskreisen. sondern durch die Arbeit in unserer Vereinigung bestrebt sind, das Wohl der Allgemeinheit zu fördern, dass wir von jeder Geheimthuerei fern sind und die wenigen Geheimhai1 ungsvorschriften, die wir haben, nur bezwecken, als Simbol der Zusammengehörigkeit zu dienen und die diskrete Behandlung gewisser Angelegenheiten, insbesondere der Unterstützungen, zu sichrrü, dass die hohen Eintrittsgelder und lie sonstigen den Brüdei' auferlegten finanziellen Verpflichtungen nicht dazu da sind, um Minderbemittelte abzuschrecken und Exklusivität zu fördern, sondern um die zur Erreichung unserer grossen Au'gabeu erforderlichen Mittel zu gew'nnen, schliesslich dass uusere Vereinigung zum Unterschied von den auf pezielle Gebiete beschränkten Wohlthätigkeitevereinen sich zum Ziele gesetzt hat, der Gesimmtheit zu helfen und in der . Verbindung mit den anderen, dem U. 0. B. B. angehörigen Logen des In- und Auslands eine Macht zu werden, um

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