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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 4 - April
Date
1901-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Aus den Logen des VIII. Distrikts. Pommerania - Loge in Stargard i. Pomm Nachdem wir in das zweite Dezennium unserer Loge eingetreten sind, können wir mit Genugtuung konstatiren, dass die Sitzung« n von den BBr. — mit > nur einzelnen Ausnahmen — fk-issig besucht werden. Unsere Führer, insbesondere der w. Prä sident, bemühten sich, die Logenabende durch interessanle Vorträge und Referate, die in fast jeder Sitzung gehalten wurden, anregend zu gestalten, und beweist die Theilnahme der BBr., dass ihnen dies voll und ganz gelungen ist. Können wir auch nicht mit Rücksicht auf unsere schwachen Kräfte selbstschöpferisch wirken, so betheiligen wir uns doch stets mit ganzer Kraft an allen Werken unseres ^Ordens. Auf dem Gebiete der Wohlthäligkeit leisten wir nach Möglickeit und haben im Laufe der Z-it manches Gute gestiftet und manche Noth gelindert. Unsere Berathungen behandelten — abgesehen von internen Angelegenheiten — die rumänisch-galizische Noth läge, die Frage der Krankenpflegerinnen, Unterstützungs gesuche und alle die Loge irgend interessirende Motive. Der geistigen Pfl-ge unserer BBr. dient unsere Bibliothek, die wir alljährlich durch Neuanschaffung gediegener Werke vergrössern und die von den BBr. und deren An gehörigun auch stark benutzt wirdj Br. Rabbiner Dr. S i 1 b e r sA e i n hielt in offener Loge einen Vortrag über: „Das Christenthum in seiner Entstehung und ersjen Entwickelung*. Um die öffentlichen Vorträge einer grösseren Gesellschaft zugänglich zu machen, haben wir auf den Rath des Br. Dr. S i 1 b e r s t e i n den Verein der Freunde aufgefordert, einen demnächst zu haltenden Vortrag desselben Bruders über: „Esra und Nehemia in ihrer religionsgeschichtlichen I Bedeutung" zu hören, und haben wir zu diesem Zweck einen Saal gemiethet, da unsere Räume ftir eine so grosse Zahl Von Besuchern nicht ausreichend sind. * Wir hörten ferner in dieser Saison „Recitationcn aus der Bibel." von Herrn S a 1 z e r - Wien und einen Vortrag des Herrn Dr. K o h u t „Die namhaftesten jüdischen Humoristen der Gegenwart". Leider haben wir das Hinscheiden unseres Br. C a ntrowitz und zahlreiche Trauerfälle in den Familien der BBr. zu beklagen. Aus diesen Gründen haben wir von der Abhaltung grösserer Festlichkeiten abgesehen und uns darauf beschränkt, das Stiftungsfest durch Festloge und Bruder mahl zu feiern. Wir| bleiben" bemüht, im Sinne unseres Ordens zu wirken Uhd hoffen mit Zuversicht auf erspriesslichen Erfolg unserer Arbeiten. Stuttgart-Loge in Stuttgart. Unsere Stuttgart-Loge hat am 24. Februar d. J. ihr 1. Stiftungsfest gefeiert. Seit der am 7. Dezember 1899 stattgehabten Installation haben diese Blätter üjber die VerhälSuUse und Thätigkeit der Stuttgart-Loge einen Bericht nicht gebracht und es mag wohl am Platze sein, dass wir auch hier Rechenschatt ablegen über das. was wir in dem Verflossenen Zeitabschnitt gethan und erstrebt haben. Wenn wir uns auch nicht glänzender Erfolgen rühmen können, so glauben wir doch, uns dem B-wusstsein hingtben zu dürfen, dass wir bemttht waren, unsere Pflicht in vollem Mass zu thun und dass wir zui Vei folgung der hohen Zi-le .unseres Ordens die rechten Wege eingeschlagen haben. Die Arbeiten "der ersten Zeit galten-naturgemäß der inneren Festigung der Loge, vornehmlichder Berathung und Festsetzung unserer Satzungen. Nach jeweiliger Durchberathung in d-m hierzu eingesetzt;n'besonderen Ausschüsse gelangten die Statuten Stück für Stück ini Plenum zur Abstimmung, ein Weg, der viel eher ermöglicht, in" allen Bestimmungen eine den Wünschen der Mehrzahl - der Brüder und den lokalen Bedürfnissen entsprechende Gestaltung *zu tinde.i. als die Vorlage und Annahme eiues Entwurfs in Bausch uud Bogen. l'nser Ausschuss liir. geistige/ kulturelle uud soziale Interessen Hess es sich angelegen sein; durch Veranstaltung von Vorträgen und Referaten gei-fige Anregung zu bieten. Ks hielten Vorträge in oflenener Loge; Br. Dr. F e 1 d m a n n über .Mosaische Hygiene", B>'.-Dr.. G u 'fi* en hauser über „Heinrich Heine uud das Judenth'unv", Br. Dr. Wolf über „Rechtsverhältnisse der Juden iu Württemberg in historischer Entwicklung', schliesslich Schriftsteller Dr- Koliut- Berlin über „Josef II, Friedrich II und die-Juden". Für die Auswahl der Themata hat Aet Aus-jchttss den - mit. den'Ausführungen .von Br. Dr. Ktrpeles im Januar-Bericht im Wesentlichen übereinstimmenden - Standpunkt eingenommen, von Fachvoi trägen womöglich abzusehen. und solche Fi agen als,Gegenstand von Vorträgen zu wälileu, "welche zürn Judenthum uud den Bestrebungen des-l' O. B. B. iu Beziehung stehen. Für die Vorträge in orleuer Loge gestatten wir ein •weifgehetdes Einführuugsrecht, da wir sie mit zu den wirk- -amsten Pro.pagaudamittelu halten. " ■ > Auch iunerhalb der .Loge Wurden eineReihe anregender Vorträge und Ref rate gehalten. So sprachen: Br -Arthur Essinger über die . Verhält nisse, der Juden iu Galizien, insbesondere in Boiyslaw, Br. Max W ol t über das Thema: , Was siud die nächsten Ziele der Stuttgart Loge '<", Br. Kirchenr<tth Dr. K r o n e r über die Sitzung der Grossloge iu Breslau, Br. Dr. Gunzenhaus er über die Neu-Organisation der isr. Kirchenverfassung in Württemberg und der als Gast hier weilende Br. Expr. J e 1 i u aus Jerusalem über die Lage der Juden in Jerusalem, mit besonderer" Berücksichtigung »des Bil luugs- und Erziehungswe^ens" Besonderen Anklang fand die Vom Ausschuss für die geistigen Interessen ins Leben gerufene. Logenbibliothek. Diese ist, obwohl von der Loge mit einem Gründungsfonds von nur 30 Mk. ausgestattet, zti'olge reicher Zuwendung seitens vieler Brüder an Geld und Büchern schön; auf über- 200 Bände angewachsen. Bei der Anlage der Bibliofliejc war unser Streben iu erster Linie darauf gerichtet, für dieGeschichte undLitteratur des Judenthums ein geeignetes Studienmaterial zu gewinnen. Die von uns angeschafft-eu. Werke von Moses Meudelsohu, Grätz, Michaelis, Lazarus, .Karpeles' Kohut und Anderen bieten für den gedachten Zweck eilte reiche;Fundgrube. Auch «iie Belletristik ist i icat zu kurz gekommen und es ist erfreulich^ diss die Frtmilien unserer Beider durch lebhafte Nachfrage nach den Werken eines Auerba h, Komperl Franzos. Bernstein ihr Interesse au unserer Bibliothekan den Tag legen. )as Gedeihen dieser uusever Schöpfung, ist hauptsächlich dem hingehenden Eifer des Bibliothekars Br. M a x. C o h u zu verdanken , - ''."•' Die Gesammtsumme; der.:-von " der koge bewilligten Unterstützungen beträgt 655 Mk. Inwieweit auswärtige

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