Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1901-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Thräuenl zu trocknen, Jammer zu stillen und Armen wohlzuthun. pie mit treffenden Bildern ausgeschmückten und mit tiefer Erfindung vorgetragenen Ausführungen des Redners fanden bei den Anwesenden reichein Beifall. Br. Expräsideut Dr. Ruf {'-Karlsbad (früher in Stuttgart ansässig) beglückwünschte die Stuttgart-Loge zu j ihren bisherigen Erfolgen und gab dem uns allen aus, dem Hei zen kommenden Wunsche Ausdruck, dass es der Stuttgart-Loge gelingen raögs, bald »in eigenes schönes Heim zu Huden — Br Expräs. Joseph \V i s 1 o c h überbrachte in doppelter Eigenschaft als Vertreter der Gro ssloge und als Delegirter der Frankfurt-Loge Grüsse und Glückwünsche. Im .Namen der Erstereu dankte er der Loge una dem Präsidenten für ihr; während des abgelaufenen Jahres Entwickelte ei>priessliche Thätigkeit. Durch Delegirte Hessen ferner Glückwünsche darbringen: die Karl Friedrich Loge Karlsruhe, die Fjiedricli-Loge Heidelberg und die Eintracht-Loge Coblenz. Bei dieser Gelegenheit mag es uns gestattet seih, die Frage des Besuchs von Stiftungsfesten kuiz zu stiegen. Es scheinen einige Logen die l'ebuüg, zu den Stiftungsfesten nicht al zuweit entfernter Schwester-Log'n Delegirte zu entsenden, mit Rücksicht auf den dadurch entstehenden A' f*an i aufgebei, zu wollen. Wir hielten <s!ür bedauerlich, weun sich dies veiallgemeinem wütde, da gerade btim S iftungsfest dem Besucher Gelegenheit glegebeu ist, in Leben und Treiben, Einrichtungen und Bestrebungen einer Loge einen tiefen Einblick zu bekommen und .für die Thätigkeit der eigenen Loge mannigfache Anregung gewinnen. Nicht zu unterschätzen ist aucli die Anknüpfung und Pflege von persönlichen Beziehungen anläs>lieli der Stiftungsfeste; es wird dadurch das Band, welcheg ohnehin von Löge zu Loge bestehen slöll, wesentlich verstärkt. Wir haben seit dem Bestehen Unserer Loge Delegirte entsandt zu den Stiftungsfesten unserer Schwesterlogen in Heidelberg, Fraukfuit a. M.. Strassburg, München, Karlsruhe und Mannheim, ferner zu den Installationsfeieru der BteNgau-Loge in Fieiburg und der Eintracht - Loge in Koblenz. Die von unseren Brüdern nach ihrer Rückkehr erstatteten Berichte wuideu stets mit Aufmerksamkeit und Interesse angehört, ebenso die Mittheilungen Roleber Brüder, die auf der Reise, als Gäste den ordentlichen Sitzungen von Schwester-Logen angewohnt-hatten Wir hatten auch die Freude, öfters auswärtige Biüder als Gäste in der Loge begrüssen zu dürfen und haben die Wahrnehmung gemacht, dass die Beihisiligung fremder Brüder an den Verhandlungen immer zu einem lebhaften und intei ehal ten Gedankenaustausch Aulass gab. ' Da$s Ansehen der Loge innethalb der hiesigen Gemeinde dem Bek -mit werden unserer Thätigkeit in stetem begiiften und die uns anfänglich theilweise eut^egenist mit Steigen gebrachten Gefühle, des Misstra^iens und der Missgunst schwinden mehr und mehr, so da aus den gu'en Kreisen unserer stimmtheit rechnen können. Hoffen wir, dass unser nächster Bericht günstige Ergebnisse zu vermelden weiss! >s wir auf weiteren Znflos» i»i Bürgerschaft mit Be- Glückauf - Loge in^Essen - Ruhr Berichtej vom Dezember v. Ji haben mitzulheilen: Art 9~ Januar d. J. hatten \|vir die Ehre und die Ge- Seit unserem letzten wir noch Folgendes nugthuung, dtn w. Expräsidenten. Br. Gustav Tuch-Hamburg als Gast in unserer Loge ' begrüssen zu dürfen. In einer freien etwa!/4 Stunden dauernden Ansprache verbreitete sich der geschätzte Redner über einen grossen Theil der wichtigen Fragen; die in der Gegenwart die Logen und die gesammte JudenheiU bewegen. Wir glauben, dass wir diesem Besuche eine Fülle von Anregungen zu ver danken haben werden. - ' , Wenige Tage später, am 13. Januar, fand-in den Räumen-des „Berliner Hofes" eine Schwesterloge statt, die einen herrlichen Verlauf nahm. Den ernsten Theil des Festes, die offene Loge, eröffnete der w. Präsident S.-R. Dr. Hessberg vor. einer zahlreichen Versammlung von Brüdern, Schwestern und .eingeladenen Gästen durch eine kurze Ansprache und ertheilte darauf -dem Br. Rabbiner Dr. Samuel das Wort zu einem Vortrage über „Brüderlichkeit". Sodann erstattete Br. Dr. Bonni n-Wattenscheid ein Referat über „Die Heranziehung jüdischer Krankenpflegerinnen". Zum Schlusse: erbat ijäich eme Dame das Wort, welche im Namen ihrer Mitschwesfern in gebundener Rede (verfasst von einem Mitgliede . des Geselligkeits-Ausschusses) die Versicherung abgab, dass die Schwestern, so viel an ihnen läge, den Hohen Zwecken und Zielen des Ordens allen Vorschub leisten, wollten. Nach einer kurzen Pause begann das Festmahl, gewürzt durch ernste und humoristische Trinksprüche, durch heitere Tischlieder und späterhin durch Solo-Gesangs-Vorträge vortrefflicher Dilettantinnen aus den Reihen unserer Logenangehörigen. Nunmehr trat gegen llUnr auch „Terpsichore" in ihre Rechte und vereinigte die Theilhehmer noch fange in 'fröhlicher und ungezwungener Weise. Unser Geselligkeitsausschuss hat sich durch diese VeransiaKunggros.se Verdienste erworben. In den Sitzungen bis üiim Schlüsse des Logenjahres, welche durchschnittlich von' 67 % unserer Brüder bezucht waren, wurde' noch viel -Anregendes geboten. Wir vernahmen einen Vortrag des Br. Dr. S. Cohen über'„Die Wirksamkeit des Comites zur Bekämpfung des Mädchenhandels", das Referat des Br. Rabb. Dr. S a m u e 1 über rDie Convention in Chicago vom Xabre 1900", den Vortrag des Br. S a m u e 1 s d'o r f über „Die Lage der westeuropäischen Judert am Ende des XIX. Jahrhunderts trotz ihrer Emanzipation" und schliesslich den- Vortrag des Br. Dr. Schopp über ,.Die Kinderheilstätten an der deutschen Seiküste'4. Es naht nun unser erstes Stiftungsfest heran, welches am 14 April im „Berliner Hof" gefeiert werden wird. Für die um 6 Uhr beginnende offene Loge ist ein Festvortrag des Br. Rabb. Dr. Samuel „Goethe als Erzieher"1 festgesetzt. Um 8 Uhr beginnt das Festmahl, nach Schluss desselben ist vom Geselligkeitsausschuss ein „Festspiel" geplant, dem ein Ball folgen soll. Ueber den Verlauf der Feier werden' wir später berichten: Wir hoffen bei Gelegenheit unseres Stiftungsfestes recht viele Gäste und Angehörige der Schwesterlogen von nah tind fern in unserer Mitte begrüssen zu können. . 1«y