Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1901-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Frauen Verein U. O. B. B. für die ausgeführten Recherchen, der Allem*nia-Loge in Stettin, der Amicitia Loge in Posei und den Fablilien in Bromberg für die Mitwirkung bei der Betonierung der Kinder: dem Vorstande nnd einer Anzahl Mitglieder* der Gemeinde in Königsberg i. N., welche auf eigene Kosten -1 Knaben Herru Lehrer Goldschmidt inl Pflege gaben, und unseren Vertrauensärzten den Herren Dr. Friedberg Dr. Metzenberg, Dr. Oppenheim, Dr. Reimatui, Dr. Salinger Dr. Scbeier, Dr. Wollheim. welche ca 70 > Kinder untersucht und unter diesen in einer gemeinsamen Sitzung die Auswali vorgenommen haben. In Voll-f'oloiiicn hatten wir untergebracht 123 Kindel (IS Knalieii und 78 Mädchen) mit e'inem Kostenaufwand« von V . "■*!■ ' Mk. »i*7-">(> r>o oder ct. Kind Mk". 54.s;», wogegen in Frep'ellei 221 Kinder Aufnahme landen (77 Knaben und 113 Mädchen) wo'üi dir Auspaieii ati Reise und sonstigen Kosten Mk. 2'-UG '2~ betrugen. , Da-; Connte für Fe;ien-Colonie'n jüd. Kinder Berlin «Adolph Mayer. Vorsitzender. ' l Reden und Schweigen. Vnn Waisenhausdirektor Katz-Rvbnik. ' ' ' . * . Dass Reden Silber und Schweigen Gold sei . sagt ein su|es Wort u".d Schiller in Mana Stuart: .Das Schweigen ist der Gott der Glücklichen*.. Doch nicht immer besieht das Volkswort zu Recht, und auch des weisen Dichters Regel ha' Ausnahmen. Vielleicht t eine hält König Salome» mit seinem Spruche; „Es gieb .Zeit des Redens und eine-Zeit des Schweigens" rxediocntas. die goldene Mittelstrasse. diej aurea Wir M^nschen-des zwanzigsten Jahrhunderts stehen nicht nur im Zeichen des Verkehr-, sondern auch im Zeichen des Redens. Wer heutzutage nicht Reden kann.' der steht ott genug im Hintergründe, Mag er im Sullen noch >o viel Gutes, ja Edles stiften; mag er wissenschaftlich noch so hervorragend leuchten: wenn er nicht vor das Publikum zu treten, seine Gedanken der Menge nicht zu offenbaren vermag, dann ist er kein ganzer Mann,* dann ist sein Erfolg kein voller. Dem blüthenreichen Redner aber, rder stets nur i pricht, ohne was zu sagen-4, dem jubelt die Menge zu. An seine Fersen heftet sie sich, zu seiner Fahne schwört sie. Set es an der Familientafel, beim Hochzeitsmahle,, im Geselligkeitsvereine, beim officiellen Festessen, in dei Stadtverwaltung, im Reichstage: überall sind es die Rednjer, die das Tagesgespräch bilden: nur sie glänzen wie das Gold. Man kann ja nun über diese Errungenschaft der Gegenwart seine eigene Meinung haben. Indess der Thats ache Rechnung tragend, hat auch unser Bund Bnei Briss, der in seine Grundsätze die „geistige Fortbildung* seiner Glieder eingereiht, nicht geringes Gewicht auf die Pflege des Redens gelegt. ' Wie oft fordert ein zielbewusster Präsident durch ' Apostrophirung einen Bruder, .dessen Ansiebt ihm in diesem oder jenem Falle massgeblich sei," geradezu zum Sprechen heraus! Und ist erst einmal das Schweigen gebrochen, erkennt er, dass Schweigen wohl nur, um mit Heine zu reden, der Liebe keusche Blüthe ist, dass sein Schweigen jedoch dem Ganzen nicht förderlich gewesen wäre, dass er vielmehrtmit seiner ausgesprochenen Meinung eine nutzbringende Anregung gegeben, dann kommt allgemach Leben in den früher Unscheinbaren, die schlummernden Kräfte erwachen, entfalten sich, er wächst förmlich mit seinen höheren Zwecken. Und von dieser Seite der erziehlichen Thäligkeit kann unser Bund schon deshalb eintn besseren Erfolg erwarten als irgend ein anderer Verein, als wir Brüder eine geschlossene Gesellschaft bilden, als wir in unserm eigenen Heim sozusagen ganz unter uns sind, wo selbst der Zaghafte Muth fassen darf, ohne besorgen zu müssen, der öffentlichen Beschämung anheimzufallen. Und will es auch anfänglich nicht recht von den Lippen fhessen; müssen wir die Worte noch suchen; können wir sie noch nicht in „wohldurchda< hier" Rede eriönen lassen: ein treuer Bruder wird die Schwächen des Bruders' niemals biosssteilen. Sollten diese Zeilen bewirken, dass so. Mancher, der sich bislang fürchtete, sich zum Worte zu melden, meiner Aufmunterung Beachtung schenkt, dann hätte auch ich an me.nem 'bescheidenen Thede ein Steinchen getragen zu dem von unserm Bunde so kühn begonnenen Bau rder Ver* vollkommn.ung der Menschen*5. Aus dem Gedächtnissbuche der Grossloge. [ Seit Erstattung unseres letzten Berichts hat unser Distrikt den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 10. Am 23. Marz 1901 Hr. Heinrich Weil. Mitbegründer der Breisgau - Loge in Freiburg t. B. — Q. 9. 1900 — , geboren den 4. September 1856 zu Eichstetten-Baden. 11. Am 2i: März 1O01 ßr. Emil Rosenbaum, Mit- . glied der Frankfurt - Loge in Frankfurt a. M. seit dem 12. April 18S8, geboren am 11. August 1833 zu Hilsbeck. 12. Am 14. April 1901 Br. Expräs. Adolf Totschek, Mitbegründer der Victoria-Loge in Görlitz1. — 8. 4. 88. —, geboren den 14. Februar 1842' zu Lublinitz. 13. Br. Dr. Wilhelm Spitzer, Badearzt in Karlsbad, Mitglied der Lessing-Loge in Breslau seitdem ' 8. Dezember 1894, geboren am 12.\ovemberl865 zu Namslau. 14. Am 4. April 190I Br. Nathan Leiser, Mitbegründer der Gabriel Riesser-Loge inThorn— 16.4.99. — geboren den 23. März 1823 zu Thorn.