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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 4 - April
Date
1901-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 30 «ngen ichtlosen Käumen führen wir die Kinderhinaus. Sie atlunen auf unter Menschen, die für sie besorgt sind, die sie nähren und pllegen und ihnen eine'Fülle der Schönheit zeigen, von der sie kaum eine Ahnung gehabt. Sonnenschein und Wijsengrün. Waldesrauschen und (^uellengeriesel, wogende Felder und blühende Blumen sind für sie keine Begiitl'e mehr, sondern werden reiche und unvergessliclie Erinnerungen. Und wenn dann die Zeit vorbei ist, keinen sie geheilt —\ soweit dies durch die Kunst der Aerzte und geeignete Kuren mög- , lieh ist — gekräftigt und gebiäuut in die Stadt zurück, um dann d>ch immer und immer wieder mit strahlenden Augen von all den erlebten Herrlichkeiten zu erzählen und damit einen Schimmer von Lieht und Freude iu den armseligen Uaumeii zu verbreiten. Tie wenigen Wochen bleiben für ihre geistige und körperl die Ent Wickelung von dauerndem, gutem Kintluss Es ist fraglos.'dass wir mit dieser JFüisorge für die Kinder nicht in letzter Stelle mithelfen an der Autbesserung der sozialen Schäden, dass wir tlieünehnien an den grossen Aufgaben, die unsere ernste Zeit an jedeh Einzelnen und jede . Gemeinschaft stellt. Helfen Sie uns bei unserem Wirken, und-wir werden das Bewußtsein haben, erfolgreich au einem schönet und giossen Werke mitzuarbeiten, zum Wohle des heranwachsenden Geschlechts und unseres Vaterlandes. Iii unserem Heim iu Bad Eimen, der Eugen und Amalie Rosensl iel-Stiftung. haben wir wtedrr 90 Kinder untergebracht Seitdem wir im .Fahre 18!h; erhalte) haben, erzielen wir alljäl folge. Der Aulenthalt in In 11h:. luitigen Räumen, im schattigen Garten, und die gute [ Vei ptlVgung bekommt den Kindern vorgüglich. Dem Könip. Salzamt in Schönebeck sind wir zu besonderem Dank verpachtet: wir haften die freie Benutzlung der beiühniteu Soolbädjer im Juni und August, im .luli zu halbem Preise, zahlen keine Kuitaxe, und Unsen Kindel werden zu allen Kinderfesten eingeladeil. So ist die Köuigl. Bade-Direktion in . Bad Kimen bereit, den Kolonien das freundlichste Entgegenkommen zu bethätigen. Herr Badearzt Dr. Flicke führt die ärztliche Aufsicht in Eimen: die diese hochherzige Stiftung llicli darin die, besten Er¬ Kinder sind dadurch iu vorzüg icher Obhut: wir werden Herrn iDr. Fr icke nie genung danken können, dass er trotz seiner grossen Praxis nun schon seit dem Jahre 1S94 aus reiner Menschenliebe eine so grosse Arbeit für uns leistet. Unseren Wunsch, eine vierte Kolonie in Kimen unterzubringen, konnten wir* nicht ausführen, da hierzu unsere Einnahmen nicht ausreichten; war doch der Berliner Verein für Furien-Kolonien gezwungen, uns einen Zuschuss von Mk. »>Ö9.80 zu .gewähren, obgleich dieser selbst nicht die Hälfte seiner Meldungen berücksichtigen konnte und -für das Jahr 1!>00 ein grösseres Detizit aufweist. Sehen unserer Kolonie in Bad Eimen hatten wir noch in kleineren Kolonien 33 Kinder untergebracht. In unserem letzten Bericht hatten wir erwähnt, dass wir die Schaffung einer Kolonie an der Ostsee in Aussicht nehmen, um diese kleineren Kolonien beseitigen zu können. Wir haben nun Hoffnung, der Ausführung dieses Planes näher zu treten, da diq Berliner Logen die Summe von Mk. 80C0 und der Frauenverein dieser Logen die Summe von Mk. 2000 zum Ankauf eines geeigneten, an einem kleinen Platz an der Ostsee belegenen Grundstücks zur Verfügung gestellt haben. Dieser Betrag von Mk. 10000 reicht natürlich nicht aus. allein wir sind der Ueberzeugung, dass edle Menschen uns unterstützen werden, wenn wir erst eine pas.-ende Offerte für den Erwerb erhalten! Weil wir hi Eimen die Erfahrung - " %.. gemacht haben, wie werthvolr der eigene Besitz für die Kolonien ist, legen wir flössen Werth auf die Erlangung des Hauses an der Ostsee; 'nicht, lim dadurch eine Ersparnis zu erreichen, denn ilie Unterhaltung des Hauses erfordeit jährlich eineh grösseren Betrag.-aber die < »ldium^ im Hause, die Einrichtung der Schlafzimmermit eigenen Betten und Wäsche, die bessere Veipflegnng^urd "Sauberkeit u. s. w. sind ein Segen für die. Kimler. ,".;. .• _: ' Wie alljährlich, >o hat ajtch dieses Mal wieder eingrosse Anzahl lneiiM henlVeundlicher Familien in den Provinzen uns Freistellen für arme Küider zur Veifügui gestellt. Wir sprechen djesej Familien auch hierdurch unseru herzlichsten Dank mit der Bitteaii*;'uns auch fernerhin .^las Wohlwollen "bewahren zu wetten. W.ir wissen wohl, welclies 0|>ter durch .die Au'tuähwe.."eines fremden Kindes' in' der Fan ilie gebracht .wird,, .und-, wfc-sHi' aucJe. dass trotz unserei peinlich -sorgfältigen Auswahl zuweilen 'ein Missgrirt" vorkommt, der dm BetheHigteit-Veidl ussr bereitet.." Da aber erfreulicher Weise solc he ..Vorfalle nur vereinzelte Ausnalim-ii bilden, litten wir herzlich; uns auch fernerhin recht vi-1 Fi einteilen gewähren v.u wollen. Iii unentgeltlicher Pflege waren in diesem .fahre Knabrii und. 113 Mädchen, mit denen die Pflegeeltern in. diesem-.fahre fast, -ämmtlich sehr zufrieden waren; die -Kinder wuideu überall liebevoll behandelt und vorzüglich v.eipfl^r};Vielfach 'wurde ihnen durch Ausllüg- und Feste Ji'ocIp lirsondeiv Frenihbereitet. Die Zahl der Freistellen ist kleiner wie. ini letzten .lahre; haupttsächlich dadurch, dass an .vielen Örteh KindelKrankheiten * -■-"••.**-•"*■'»". epidemisch auftraten. So .muSsten wir noch 2 Tage vor der Abreise Bliesen mit 29, und (ineseu. mit •> Freistellen wegen einer Schailachepidemie,.streichen*."J. Die gfosse Zahl der-Frei.» feilen" danken wir aufopfernder Arbeit der Heuen oberkaiifoi 'S a r r a § o h n in Stettin und Lehrer Bore h a r d t" in Sanfter. , ■ _ t.r Diese Herren sind vje^e Tage : auf Reisen gewesen, um den Kreis der l-'ainilieu. welche Freistellen gewähren, zu erweitern, und wenn, wir eine' so grosse Anzahl von Kindern unentgeltlich aut das Land senden.-konnten, so danken wir. dies fast ausschliesslich .der " uneigennützigen Thätigkeit der (benannten. 1 , . . " « , * Zu unserem lebhaften Bedauern kann Herr Lehrer B o r c h a r d t in Samter nicht mehr für uns thätig sein: wenn wir diesem Herrn an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, so thun wir dies nicht nur y i für uns. sondern auch im Manien der hunderte von Kindern, die durch den Erfolg seiner Thätigkeit beglückt wurden. Wir haben den innigen Wunsch, dass wir Herrn B o r c.h a r d t recht bald wieder als Mitarbeiter an unserer Seite sehen mögen. Da wir bisher keinen JSrsatz für Herrn Boichärdt haben, wären wir hoch erfreut, wenn sich einige Personen melden wollten, die' sich um die Erlangung von geeigneten Freistellen bemühen möchten, » '•• . Wir haben ferner verbindlicjist zu danken: dem Berliner Verein für Ferien-Kolonien,; als dessen Zweig-Comite wir arbeiten, den Berliner Ijögen-U, Ö. .B. B. und dem Kinder- Sparverein für ilne ei lieblichen Beiträge; dem Jüdischen Kur-' hospital in Bad ('olberg für ,die bewilligten Freistellen, dem

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