Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1901-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ks wird beschlossen, die nädiste Sitzung: der Grosslo^e am 2. .luni er. in Berlin abzuhalten. Bei Berathung über diesen Gegenstand gelangt ein Schreiben des Kxpräsidenten Heimerdinger zur Verlesung, worin derselbe anregt, die Grosslogensitzungen erst im Herbst abhalten zu lassen, weil die Eindrücke, welche die Repräsentanten von der Grosslogensitzung erhalten, besser aut dieXogen übertragen werden können, als jetzt, wo die Grdsslogensitzungen im Mai oder Juni stattfinden, und die Logen, gleich darauf in die Kerien gehen. Diese Anregung soll, im Plenum der Grossloge zur weiteren Behandlung gelangen. Die BBr. Tuch. Bing und Dr. F r a n k galten in der Grosslogensiieung zu Breslau folgenden Antra* gestellt, der dem General-Cornite zur K-rledigung übertragen worden sei; Die Grossloge wolle eine authentische Krklärüng darüber abjeben. ob von der Grossloge eingesetzten Comites das Recht zur Stellung von Anträgen für die Gr"Ssloge zusteht.' auch wenn diesen Comites P.rsonen als Mitglieder angehören, die nicht Kopräsidenten sind. Hierüber berichtet Br, J o'a chim namens des Gesetzes- Comites. dass die gewünschte Erklärung >ich' erübrige, si<_sei im Grosslogengesetz vorhanden, da nach demselben nur Kxpräsidenten Anträge zu stellen berechtigt sind. Die Versammlung ist der gleichen Ansicht. Br. Joachim berichtet ferner namens des Gesetzes- Comites. dass dasselbe dem Antrage des Expräs. Bacher auf Festsetzung einer Geschäftsordnung für die Grosslogensitzungen Folge zu geben willens sei. - Ks schlägt vor. Br. Bacher für die Krledigung dieser Angelegenheit als Mitglied .des Generai-Comit s zu kooptiren. und werde dasselbe alsdann der Grossloge geeignete Vorschlage unterbreiten. Bezüglich der Anregung des Br. Dr. K r o n e r auf anderweite Festsetzung der Diäten für die Repräsentanten zur Grossloge etc. berichtet Br. .1 oachim namens des Gesetzes - Comites. dass dasselbe beschlossen habe, eine Aenderung der bisherigen Diäten nicht vorzuschlagen, da, selbst wenn die Reisetage ausser Betracht bleiben, und nur eine Erhöhung der Diäten für die Sitzungstage auf 20 Mk. ins Auge gefasst werde, sich schon eine Mehrbelastung von ca. Mk. äl *~K3 herausstellt, .deren Deckung sich nur durch eine Erhöhung der Beiträge zur Grossloge herbeiführen lasse. Das sei aber unbedingt zu vermeiden, und da von jedem Repräsentanten auch mit Recht gefordert 'werden dürfe, .dass sie für die Ehre der Repräsentation ein kleines GeJdopfer bringen, so schlage das Gesetzes-C omite vor, es< bei dem bisherigen Diätensatz zu belassen. KS entspinnt sich hierauf eine lange Debatte, in deren Verlauf Br. M a g er beantragt, die Angelegenheit an das Gesetzes- Comite zurückzuverweisen und demselben gleichzeitig den Finar.zabschluss der Grossloge zur Verfügung zu stellen, da letzterer ergiebt. wie namhaft die Finanzen der Grossloge zurückgegangen sind. Der Antrag des Br. Mayer wird abgelehnt. Für den Antrag des Gesetzes-Comik's. es bei dem bisherigen Satz zu belassen, werden nur 6 Stimmen abgegeben: für den Antrag des Br. Gross, die Diäten pro Sitzungstag auf Mk. 20 zu erhöhen, stimmen 6 Brüder dafür und 6 dagegen; den Ausschlag bat der Präsident zu geben, derselbe stimmt für die Erhöhung, und ist somit der Antrag Gross zur Annahme gelangt. Namens des Comites zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen berichtet Br. Mayer. Derselbe hebt hervor, dass die grossen Logen, da sie eigene Vereine besitzen, dadurch von den Kosten für die Ausbildung unserer Schwestern ausscheiden. Es sei nicht zu verlangen, dass diese Kosten von den kleinen Logen allein getragen werden sollen, vielmehr empfehle es sich, die gesammten Kosten für die Ausbildung der Krankenpflegerinnen für unsern Distrikt auf die Grosslogenkasse zu übernehmen, sie werde» dann gleichj massig von allen Mitgliedern des Distrikts getragen: Redner beantragt: + Die Kosten der Ausbildung für jüdische Krankenpflegerinnen werden auf die Grosslogenkasse übernommen. Nach kurzer Debatte wird dieser Antrag mit 9 Stimmen angenommen. Aus Könitz und Umgegend sind der Grossloge verschiedentlic.he Gesuche um Gewährung von Unterstützungen zugegangen. Einzelne Beträge sind bereits geleistet worden, indessen die Häufigkeit der Gesuche Hess erkennen, dass auf diesem Gebiet eine < »rganisation geschaffen werden müsse, wenn die Grosslogenmittel nicht zersplittert, sondern da, wo nothwendig. verwendet werden sollen. Hierselbst besteht bereits ein Verband für, Könitz und erklärte sich derselbe bereit. Br. Timendorfer als Vertreter des Ordens zu kooptiren. womit die Versammlung einverstanden ist, und wird der Ausschuss ermächtigt, alles Weitere zu erledigen. . - Von einer Loge wird beantragt, die Beihilfe der Grosslogc, v/elche dieselbe im vorigen Jahr tür einen alten erwerbsunfähigen Bruder zur Aufrechterhaltung seiner Lebensversicherungspolice geleistet hat. auch für dieses Jahr zu leisten. Diese Angelegenheit wird dem Ausschuss zur Erledigung überwiesen. Nach Behandlung einiger Anregungen, woran sich jedoch keine Beschlüsse knüpfen, wird die Sitzung um 3 Uhr nachmittags geschlossen. D. Wo 1 ff, Sekretär. - Sechszehnter Jahresbericht der F e r i e n - K o 1 6 n i e n f ü r j ü d i s c h e Kinde r Berlin 1900. Wir haben die Freude* über die Et folge unserer Ferien- Kolonien im Jahre 1 «tOO hiermit einen befriedigenden Bericht zu erstatten: hatten wir doch die Möglichkeit, 334 Kindern eioeu vierwöchentlichen Sommeraufenthalt verschaffen zu kiiiinieu. Wenn wir auf unsere 10jährige Thätigkeit zurückblicken, so können wir mit Genngthuung sagen, dass viel erreicht ist; dennoch kann uicht oft genug betont werben, dass noch viel, «ehr viel zu thuii/ übrig bleibt. Noch müssen wir jedes Jahr Hunderte von Kindern zurückweisen, die um Aufnahme bitten. Die soziale Noth der unteren Volksschichten erheischt von Jahr zu Jahr dringender, für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kinder nach Kräften zu sorgen. Wir müssen daher auch" in" diesem Jahre alle Freunde der Wohlthätigkeit bitten, in ihrem Interesse für unser Werk nicht zu ermüden und uns iu noch stärkerem Maasse als bisher zu unterstützen. Blass und schwächlich, schlecht genährt und oft krank, scheu und mürrisch geworden vom Druck der Armutli, aus