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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 4 - April
Date
1901-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Dr. Mar«tzki und ihn selbst betraut und mit dem Recht der Cooptation ausgestattet habe; von diesen sei' dann Br W i s 1 o c h cooptirt worden. Der Orden, der das Hilfswerk angeregt habe, sei selbstverständlich verpflichtet, die Sache noch weiter zu bearbeiten,: wenngleich ein besonderes Hilfs-Comite zu bilden in Aussicht genommen sei. In Wien ■habe die constituirende General - Versammlung der österreichischen Hilisvereine für Galizien stattgefunden. Zu dieser (seien die Mitglieder unseres Comites eingeladen worden, auf deren Wunsch Redner sich nach Wien begeben habe. Auch dort sei vermieden worden, die Angelegenheit als reine Ordenssache zu gestalten. Zum Vorsitzenden des österreichischen Hilfsvereins sei der hervorragende Glaubensgenosse Herr Paul Schiff gewählt worden, und wenn Oesterreich so lange mit der Organisation des Hilfswerkes gezögert habe, so sei das darauf zurückzuführen, dass die Oesterreicher geglaubt haben, dem Hilfswerk für .Rumänien nicht s örend entgegenzuwirken, nun aber, wo für Rumänien leine dauernde Hilfe gesichert erscheint, werde für Galizien mit all?r Energie gearbeitet werden. Seitens der Galizier sei friher vielfach der Wunsch geäussert worden, den Schwerpunkt des Hilfswerkes für Galizien nach Galizien selbst;su verlegen, indessen kam in der Versammlung zum Ausdruck, dass man die Herren in Galizien damit nicht betrauen solle, und so begnügten sich die letzteren, als ihnen <•> Plätze von den 30 Plätzen im Vorstande zugestan ■ '' f I ■ den würden. Redner habe in Wien darauf hingewiesen, dass die Auswanderung nach Amerika unbedingt unterbleiben müsse, wenn Hilfe von Amerika gesichert bleiben soll; di' Hauptaufgabe für das galizischü Hilfswerk sei darin zu erblicken, dass die Leute im Lande selbst bleiben, und für dieselben ungesäumt Arbeitsgelegenheit geschalten werde. Zuerst müsse für Hausindustrie gesorgt werten, damit die Hungernden möglichst schnell Brr>d erwerben können. Für uns sei nun neben der Bildung deutscher Hilfsvereine oder Cojmites für, Galizien die Bildung des geplanten Central- Cqmites Hauptsache, auf dessen Zustandekommen auch der Ordenspräsident Br. Levi, wie schon die'.Constitution.*. Grossloge in Chicago grossen We|rth lege und das jetzt ^ute Aussicht habe, bald ins Leben zu treten. Redner schildert wie er bereits in der Conferenz der Alliance in Paris am 2ti..Juni v. J., zu der er als Vertreter des Ordens delegirt war. erwirkt habe, dass die Alliance auch ihre Mitwirkung für Galizien zusage. Er habe in j Paris darauf hingewiesen, dass ohne Mitwirkung des Ordens an eine Emigration von Rumänen nach Amerika garnicht zu denken sei, und dass ein Zusammenwirken des Ordens, der Alliance und der I. C A. eine dringende Notwendigkeit im Interesse der Judenheit dej- Welt sei. Beide hätten dann eingesehen, dass der Orden, der von ganz Amerika mit der Organisation der Einwanderung betraut wurde, für diese unentbehrlich ist. und die Alliance habe auch durch die Entsendung eines Delegirten nach Amerika anerkannt, dass auch ihr ein Zusammenwirken mit dem Orden nbthwendig erscheint. Bei seinem Aufenthalt in Paris habe Br. Bergel geglaubt, am besten ein solches Zusammenwirken herbeiführjen zu können durch die Anbahnung^* einer Loge daselbst, und habe er deshalb schon damals für die Errichtung einer Loge (in Paris gewirkt und bei den hervorragendsten Glaubensgenossen daselbst für diesen Plan ein williges Ohr gefunden. Vom Exekutiv-Comitü habe Br. Bergel Vollmacht für diesen Zweck erhalten und zugleich den Auftrag, namens des Ordens mit Mr. Narcisse L e v e n't dem" Präsidenten der Alliance und der I. C. A , d°m seme Ankunft bereits avisirt sei, die Art und den l'mfang eines Zusammenwirkens des Ordens mit der Alliance und der I. C. A. zu vereinbaren und festzusetzen. Dass ein solches Zusammenwirken einen grossen Vortheil für den gesammten Orden, wie für das gesammte Judenthum bedeutet, leuchtet wohl ein. Redner schildert, wie schwierig sich die Lage der Juden in Amerika gestalten . müsste, wenn eine noch weitere Einwanderung aus Galizien und Rumänien nach dort stattfinden sollte, und verliest Br. Fi.« r g e 1 eine Anzahlvon ihm' .ins Deutsche übersetzter Briefe, in welchen" das ausführlich behandelt wird, Werde ' -. .*.'*■■ - ' •" es ermöglicht, dass die- Alliance und die I. C. A. mit dem . V 'i '. * . ■•■ . .- V - 1 . \ Orden gemeinsam für Galizien. wirken, /dann schwinde jede Furcht vor der Grösse der Aufgabe, und wäre dann auch vermieden, dass die Kräfte zersplittert werden, l'eber die weiteren von uns zu Gunsten, Galiziens zu ergreifenden Massnahmen brauche die Versammlung ^sich heute nicht zu unterhalten, unsere Sorge 'beistände -vorerst darin, die geeigneten Kräfte fiir die Organisation ,des; H lfswerkes zu ge-. winnen. und wenn das gelungen sek dann werde sicherlich auch das Hilfswerk für Galizien zürn glücklichen Ende geführt werden. — Im Anschlags an« diesen Bericht theilt Bf. Heinemann mit. dass .Rrv S i m n>.-Hannover den Betrag von . Mk. 10 0(JO ausgesetzt habe, um bei der Jugend in Galizien eine Besserung herbeizuführen, etwa durch Errfch- 'Ung eines Instituts wie Ahlem und ferner, dass in Hannover ür die rumänisch-galizischen Juden eine Sammlung inseenirt .' worden sei, aus deren Ergehniss Mk riOOO an die Alliance abgeführt worden sind, während" Mk.- -10'i>- demnächst der \:>, Grossloge für Galizien zugehen1 wefderi. ' Der Sekretär berichtAf: -wie. von verschiedenen Seiten gewünscht werde, dass sowohl 'die, Verhandlungen der Convention ins Deutsche übersetzt., »als.'auch aus der Menorah all diejenigen Artikel in unsetn Monatsberichleo veröffent-; licht werden möchten, die ein .'allgemeines Interesse haben. Hieian knüpft sich eine kurze' Debatte, worauf diesem Bericht gemäss beschlossen wird/ Im-Anschlüss hieran theiit Hr. Joachim mit. dans enrypr-ccliend'-.dem Beschlüsse der letzten Convention seitens unseres Ge"sejzes-Cnmites bei der Grossloge der Antrag gesielU.w'erd'eh; wird, dass allen Exerosspräsidenten die Rechte der Repräsentanten zustehen' sollen. Ueber den Judentag berichtet def Präsident, indem er hervorhebt, dass der geplante/Fudeftfag gefallen sei, was an dessen Stelle gesetzt wordfen^ sei ein Verband möglichst aller bestehender jüdischer Vereine, Korporationen etc. zur ' Wahrung der Rechte der .luden in Deutschland. Er ersucht, , über den .ludentat; selbst nicht' zu debattiren, denn für uns j handele es sich einzig und allein 'darum, ob der Orden in Deutschland, dem im Verbahde..gleichfaUs eine Vertretung durch zwei Personen zugestanden sei. an dieser Organisation theilnehmen darf, was Redner bezweifelt, da der Verband doch fraglos Aufgaben politischer Nitur verfolge, was aus dem Statut, das Redner verliest, hervorgehe. Die Versammlung ist der Ansicht, dass dex Orden als solcher an diesem Verbände nicht theilnehmen dürfe, es sei denn, dass das Statut entsprechend geändert werde, und "wird der Sekretär beauftragt, in diesem Sinne an den Verband zu schreiben.

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