Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1901-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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eine Annäherung an die christlichen grossen centralisirten Vereine erfolgen, unsere Bestrebungen dort zur richtigen Kenntniss und Würdigung gelangen. Und sie werden uns nicht abstossen, dafür haben wir Beweise. Das von der Grossloge gebildete Comite zur Bekämpfung des schmachvollen Mädchenhandels hat mit dem deutschen Centraiverein gleicher Tendenz Fühlung genommen. Das wurde sehr beifällig aufgenommen, man ist uns für unsere Bemühungen von jener Seite dankbar, m?n freut sich über unsere Mitarbeit und unser Comite wurde zu der Londoner Conferenz im vorigen Sommer eingeladen. Das ist ein grosser Erfolg für uns Der Wahn, dass wir Israeliten an den Schäden, die dem socialen Körper der Jadenheit anhaften, nicht die bessernde Hand anlegen wollen, zerfloss vor dem hellen Licht unserer eignen Arbeit. Wir setzen uns gegenseitig von den Verhandlungen in Kenntniss und werden gefragt, wenn es sich um Bildung jüdischer Comites in andern Ländern handelt. M. D.! Ich hibe Ihueu eine weite Perfektive gezeichnet, würdig der Bemühungen aller edel denkenden deutschen Frauen jüdischen Glaubens, den Beweis zu liefern, dass Sie bereit sind, an den socialen Aufgaben unserer Gegenwart im Schosse des Volksstammes zu arbeiten. Getrennt gegen die Noth ankämpfen, vereint über dass Elend siegen! So will mir der Weg gezeichnet sein zum Ausgleich der schweren, tief gewurzelten Anfeindung gegen unsern Volksstamm: Willensstark, unentwegt, sich nicht entmuthigen lassen, arbeitend In diesem Sinne wolleu wir ausharren, bis einst der Tag kommen wird auch für uns, ein Tag voll Licht, voll Elre und Würde. Wenn es mir vergönnt gewesen, zum zweiten Male vor Ihnen über diese hohen Gedanken zu sprechen und Ihre Aufmerksamkeit zu fesseln, so werde ich auch jederzeit bereit sein, an den erweiteiten Aufgaben des Franenvereins mitzuwirken. Bis dahin kann der Frauenverein der Berliner Logen mit seiuen Erfolgen zufriedr-n sein, aber solche nur als den Begiun von grösseren Aufgaben betrachten. v . ■ ■ 91. Sitzung des General-Comites der Grossloge für Deutschland VIII. Berlin, den 31. März 1901. Es sind anwesend die Brüder Timendorfer, Wisloch, May/er, Bergel, Haagen, Dr. Maretzki, Placzek , Tuch, Dr. L ö b , Blaschke, Schuck, Benjamin, Joachim, Dr. Gross und Heinemann. Die fehlenden Brüder R o s e n s t i e 1, Heimerdinger, Liebhold, Gotlhilf Simon werden entschuldigt. Der Präsident eröffnet die Sitzung am lO'1/* Uhr und begrüsst zunächst den Br. L ö b als neues Mitglied des General-Comites mit herzlichen Worten. Er ertheilt demselben das Wort zum Bericht über die inzwischen eingegangene Petition aus Düsseldorf. Bruder L ö b constatirt, wie es in erster Reihe dem Expr. Br. F 1 ö r s h e i m zu danken sei, wenn in Düsseldorf eine Loge zu Stande gekommen; welche Bedeutung die Gewinnung dieses Platzes für: unsere gute Sache habe, werde Jedem einleuchten müssen, der die Verhältnisse in Düsseldorf kenne. Wenn auch gegenwärtig nur 25 Petenten vorhanden seien,' so sei das darauf zurückzuführen, dass die Düsseldorfer absichtlich den Kreis eng gezogen haben, ein weiterer Zuwachs vom Orte selbst sei sicher zu erwarten, während andererseits die Propaganda von dort aus nach allen grösseren Nacbbargemeinden werde ' betrieben werden, sodass binnen kurzer Zeit weitere neue Logen im Rheinlande entstehen dürften. Die Loge in Düsseldorf soll den Namen .Düsseldorf - Loge" führen und am 12. Mai er. installirt werden. Nach kurzer Debatte wird der Freibrief für Düsseldorf bewilligt und die Erledigung aller weiteren Fragen dem geschäftsführenden Ausschuss übertragen. ■ Ueber die Petitionen aus Eisenach, Gotha und Erfurt berichtet Br. Wisloch und hebt derselbe hervor, dass es das Verdienst des Br. Hügo Schlesinger von der Frankfurt Loge sei, die Glaubensgenossen an diesen Plätzen für den Orden gewonnen zu haben. Bei der Prop lgandarersammlung in Eisenach habe auch Br. Wisloch und Br. Dr.' Blau mitgewirkt, in Erfurt habe Br. Dr. Kuzn i t z k i dje Propagandarede gehalten, an allen drei Plätzen seien die Petenten in hohem Masse für die Aufgaben des Ordens begeistert. In einzelnen Abstimmungen werden die ' Freibriefe für Eisenach, Erfurt' und Gotha bewilligt, und auch hier soll der geschäftsführende Ausschuss alles Weitere zur Erledigung bringen. Der Präsident behält sich vor, allen denen, die an diesen schönen Erfolgen mitgewirkt haben, persönlich den Dank der Grossloge abzustatten. Auch aus Neisse liegt eine Petition vor mit 21 Unterschriften. Diese Angelegenheit wird indessen von der Tagesordnung abgesetzt und dem Ausschuss zur Erledigung überwiesen, da der vom Expräs. Br. Dr. Schlesinger- Gleiwitz erbetene Bericht noch nicht eingegangen ist. Ueber die anlässlich der Errichtung der 60. Loge in unserm Distrikt herauszugebende Festschrift referirt Br. M a r e t z k i unter Hinweis auf sein im Monatsbericht vom März er. abgedrucktes Referat, dessen Kenntniss er bei den Anwesenden voraussetzt. Nachdem soeben für eine Anzahl Logen Freibriefe bewilligt worden sind, und gewünscht worden ist, dass die Installationen dieser Logen schon im Mai stattfinden sollen, glaubt Redner, dass sich die Festschrift bis zur Installation der 50. Loge in unserm Distrikt kaum werde herstellen lassen; er könne seinen diesbezüglichen Antrag daher nicht aufrecht erhalten, da die zur Mitarbeit an dem Werk in Aussicht genommenen Brüder kaum gewillt sein werden, in diesem kurz bemessenen Zeitraum ihre Artikel zu liefern. Fast von allen Rednern wird dagegen gewünscht, die Festschrift jedenfalls erscheinen zu lassen, selbst wenn ein späterer Termin hierfür festgesetzt - werden müsste. Ueberdies hätten bisher die Mitarbeiter nicht gewusst, dass die Angelegenheit so eilt, vielleicht könnte man einige der genannten Artikel ausfallen lassen, und durch Gewährung von Honoraren die Mitarbeiterschart sichern. Nach weiteren Erörterungen wird beschlossen, die Festschrift in jedem Falle erscheinen zu lassen, wenn möglich anlässlich der Errichtung der 50. Loge; die Redaktion wird Dr. M a r e t z k i allein überlassen und ihm ein evtl. Credit zur Zahlung von Honoraren ausgesetzt. Br. Bergel berichtet über die Angel e g e n h e i t G a 1 i z i e n und weist darauf hin, dass das General-Comite mit der Leitung des Hilfswerkes "in Deutschland in seiner Sitzung vom 21. Oktober v.J. die BBr. Timendorfer,