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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 4 - April
Date
1901-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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,- 35 1470 Mk. verdient hat, so muss man sich doch sagen, dass den Frauen damit eine grosse Wohlthat erwiesen worden, indem ihnen reiche Gelegenheit zu eiuem anständigen Erwerb gegeben ist. Sie, m D., sollten ^lso Jbestäudig darauf bedacht sein, diesen Erwerb für Fijauen zu erweitern, dass mehr und mehr Pflegerinnen eingestellt werden, damit der Verdienst sich gleichmässig verthei e. —- Die Familien, denen die Woh'that der Wochenpflege erwiesen wurde, gehörten nicht zu den ganz Verarmten; und das ist wichtig hervor zuheben, denn die Aushülfe ist bei den gänzlich Verarmten kaum möglich, sie sind schon zu sehr in Aimuth und Indolenz versunken. Dagegen wirkt die Aufhülfe bei deu kleinen Leuten, wo der Trieb der Selbsterhaltung noch lebendig üt, vorbeugend, rettet ihr Selbstbewußtsein und stärkt die. mora lischen Eigenschaften. Es waren 3 l Handwerker, 17 Händler, 7 Arbeiter, 13 Kaufleute. 8 Beamte. Indessen is> es noth wendig, jedesmal die Bedürfuissfrage zu erwägen; man soll die Wohlthat nicht vergeuden, sondern nur diejenigen bedenken, die es wirklich bedüifen. In der ersten Zeit ist noch nebenbei Geldunle'Stützung gewährt worden, au deren Stelle bald Lebensmittel. Milch, Fleisch gespendet wurden. Das letztere ist für die Familien! günstiger und rationeller. Geld wird häutig, namentlich wenn es leicht zufliesst, itii unnütze Zwecke ausgegeben. Es ist menschlich. Man hat lange Zeit Geld entbehrt, man mu^ste sich sehr einschränken. Nun ist es da, mancher eigene Wunsch und der der Kinder wird erfüllt, das Stückchen Kuchen kostet ja nicht viel. Aber die Wohlthat fordert Oekonomie, sparsames Umgehen mit dem Gelde. Und da liegt wii-derum ein Segen in der Wochenpflege. Eine verständige; Pflege:in, welche die Bewirtschaftung des Haushalts gut kennt, kann den Frauen Anleitung zur Sparsamkeit und richtiger Eintheiluug geben", zur Wit thschaftlichkeit erziehen I Darum sollte eine gute Auswahl unter den Personen, die sich für die Pflege melden, auch nach dieser Richtung getroffen werden. — Somit haben wir nach dem Ergebiiiss unserer) Bemühungen alle Ursache zufrieden zu sein, zumal wir einen bescheidenen Anfang ge macht haben Aber ich würde eine Unterlassungssünde begehen, wollte ich Ihnen meine TjVu'sche, die ich für die Sache habe, vorenthalten. Zunäcjist halte ich es für nütz lieh, wenn die Damen sich auch noch abgeschlossener Pflege zeit nach den Müttern umsehen, gewiss dankbar begrüst werden, durch eigene Anschauung ein Uitheil, ob der Gesundheitszustand und die Häuslichkeit in guter Beschaffenheit geblieben, ob, die Wohlthat gut angebracht war, ob ein guter Geist im Hause waltet. Ein g..te [Rath ist immer willkommen. Nun wissen Sie ja, m. D, die Sie seit vielen Jahren im Dienste der Wohlthätigkeit steheu, dass die der Hülfe Bedü' ftigen nicht blos beijins anklopfen, sondern auch an vielen anderen Stellen jind dass die Bereitwilligkeit, zugeben, unseren Glaubensgenossen besonders eignet, namentlich zur Zeit, wo ein Zuwachs der Familie sich zeigt, öftheu .»ich leichter und ergiebiger die Hände zu milden Gaben, und es ist nicht verwunderlich, wenn die Gaben sich auf eine Kami ie häufen;. ja es hat nach nie nen Erfahrungen, un 1 nicht minder haben Sie es selbst erlebt, sich ergeben, dass die reichlichen Zuwendungen zur Zeit des Kindbetts die Regel bilden. Das ist ab;r ein ungesunder Zustand, er verwöhnt die Menschen, giebt nur zur Verzettelung der Wohlthat Diese Freundlichkeit wird und die Damen gewinnen Anlass. Andererseits wissen" wir, dass hier eine stattliche Anzahl von' Frauenvereinen /ijif diese, und ähnliche Zwecke besteht Ein Verein wei<s vom'andern nichts, er giebt ohne Kenntniss von der Thätigkeit des "andern."Vereins. Es muss demnach angestrebt werden, eine Verbindung zwischen den Vereinen herzustellen, .dass sie sich gegenseitig Mittheilungen von deu Zuwendungen macheu.. Dass muss nothgedrungen zu einer Ford-rung eines festen Verbandes aller Frauenvereine tüliren,. zunächst iu Berlin. * "Und das möchte ich Ihnen, meine Damen, ans Herz, legen. . IjHne grosse Vereinigung leistet ungleich mehr, fünt die Gaben an die richtige Stelle, kann un E nzelfalle mit grösseren Mitteln einspringen. Kleine pe iodische Gaben sind eigentlich- Sache 4er Gemeinde. Die l'iivatwohlthätigkeit soll da' eingreifen, wo die Hülfe der Gemeinden nicht herankommt,..nicht herankommen kann. Da sollte der Fiaueuvereiii der Berliner Logen die änderen 'liesigen Fiaueuvereine zum Ztisammeus.hluss aufrufen. Das wäre ein' verdienstliches Werk.: 'Aber noch mehr! An vielen Orten, wo unsere Logen bestellen, haben sich aus den Logen heraus Fi auenvereiue gebildet," die verschieJeie Wohlfahtts- Einrichtungen zum Gegenstand yhrer. Bestrebungen erwählt, habe:). Diese Frauenve.reine steifen isoliit da, ohne Kenntniss voa einander, ohne Beziehungen zu einander. Und doch sind sie alle auf einander ideal angewiesen-; sind sie doch Kinder derselben Mutter, des Ordens. Eine Zusämmenlassung aller dieser weithvolleii Kräfte muss ungemein erfolgreich sein. Schon die gegeusei'ige Aussprache, muss klären und fördern, nach vielen Richtuugen anregen, die Ei fall, ungen werden ausgetauscht. Ich will mich des weiteren nieht ergehen, aber Sie werden mir zustimmen, dass. der Segen für die Geber und Empfänger nur in der öfganisirteu Wohlthätigkeit liegt. Sie werden daher gut thun; /möglichst bald eine Zusammenkunft von Delegirteii aller Logen-Fräueuveieine, vielleicht im Anschluss an die Grosslbgen -Tagung,. auzubahneu. Wenn Sie dann zusammenkommen,' werden Sie erstaunt sein zu hören, welch eine Summe für Wohlthätigkeitzwecke auf- ■ gebracht ist, welch eine Unsumme*von Arbeit auf diesem Gebiete von jüdischen Frauen geleistet wird, welch eine Fülle von innerem Glück und Befriedigung unsere Frauen und Schwestern in ihren Herzen. angehäuft haben. Ja, so viel, so schön und so gross, dass wir, uns vor aller Welt sehen lassen können. Von ui serer Tiiätigkeit in den Logen und Frauenvereinen dringt aber niclrts in die Oeffentlichkeit, weil wir viel zu zaghaft sind,, weit wir fürchten, es könnteuns i«' <f" - - das von den Andersgläubigen schlecht ausgelegt werden. Aber vielleicht ist das ein grosser Fehler. Die Anderen werden zu dem "Glauben verleitet, dass, wir jeder ideellen Gesinnung bar sind,' dass iwij. am -Aeusseren haften. Was man nicht kennt, ist man Jeicht geneigt, als nicht vorhanden anzusehen. Wenn es Ihnen, m. D.,-gelingt, und ich zweifle nicht, dass es gelingen muss, die Frauenvereine unserer Logen zu einem engen Zusamnenschluss zu bringen, dann dürfte es Ihre nächste Aufgabe sein, "alte.Frauenvereine im deutschen Reiche zu vereinigen nach Art aller grossen über uüser Vaterland verbreiteten Vereine zu * gemeinsamen grossen Zielen. Wenn die jüdischen Frauenvereiue nach dem Muster des vaterländischen Fraueavere!ns zusammengefaßt werden, dann würde unser . Thun und Treiben mehr in die Erscheinung treten, unsere gut patriotische Arbeit würde gekannt und anerkanut werden. Es würde dadurch auch V

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