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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 3 - März
Date
1901-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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— 30 — Gründung eines Judenstaats, Umwandlung der hebräischen Sprache in eine Umgangssprache und dergleichen mehr, gey pflegt werden und deshalb die Bestrebungen der Ziomstep nicht zu unterstützen seien. Schon der Umstand, dass der1 Antisemitismus sich als Freund und Begünstiger der zionistischen Bestrebungen zeige, sei ein ungünstiges Omen für den Zionismus. Auf fruchtbarem realistischen Boden arbjeite dagegen in segensreicher Weise eine andere Institution: „De/ Deutsch-Israelitische Gemeindebund -, welche durch zw/ei grosse Schenkungen und zwar einer Arbeitsstätte und einer israelitischen Fürsorge-Erziehungsanstalt, die im Laufe dieses Jahres ihre Wirksamkeit beginnen sollen, auch grosse soziale Aufgaben neben den bisherigen, der Centralisirung des Armenwesens, Förderung des Religionsunterrichts besonders in Landgemeinden, zugewiesen erhalten hat. Ebenso seien die Bnei-ßriss-Logen durch Förderung und- Unterstützung von Wohllahrtseinrichtungen ü. a. der von Br. Consul Simon begründeten fvinder-Erziehungsanstalt in Ahlem bei Hannover, sowie vieler anderer Institute, durch die Einrichtung der Purim- und Chanuka-Einbescheerüngen, eine wichtiger Faktor innerhalb des Wohlthatigkeitswesens im Judenthum geworden. Wichtiger noch als alle diese Bestrebungen sei den B. B. Logen die ethische Erziehung, für welche der Orden ' zunächst die Kreise seiner Mitglieder, dann aber auch ganz Israel gewinnen will. Diese Aufgabe könne aber nur dann erreicht werden, wenn ein Jeder von uns mit daran Ihäig" sei und an der Erreichung unserer idealen Zwecke mitarbeite Alsdann werde der Orden ein Segen für uns sein und für ganz Israel. - Reicher Beifall lohnte den Redner am Schlüsse seiner Ausführungen. . Amicitia-Lpge in Posen. Gelegentlich der diesmaligen Feier unseres Stiftungsfestes gab unser Präs. Br. Gold- Schmidt einen Besicht über die inneren Verhältnisse unserer Loge. Folgende Punkte aus demselben mögen auch hier Platz linden: Eine Anzahl neuer Brüder schloss sich unserm Bunde an. die gleich uns das Bestreben haben, Wohlthätigkeit, . Bruderliebe und Eintracht zu üben und den Anforderungen des Bundes gerecht zu werden. Unsere Mitgliederzahl betrug Ende 190» 105 Br. Unsere Vermögensverhältnisse sind > fast unverändert geblieben. Wir besitzen jetzt Mk. 18 553,18. Im vergangenen Jahre tanden 37 Sitzungen statt, die durchschnittlich von 25 Brüdern besucht gewesen sind. Die hauptsächlichsten Gegenstände unserer Berathung bildeten die Ferienkolonien, Arbeitsnachweis, der Nachhilfeunterricht für zurückgebliebene jüdische Mädchen, die Unterstützung unserer rumänischen und galizischen Glaubensgenossen Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen, Nomadenwesen und Mädchenhandel. Sie sehen, meine lieben Brüder, dass das Gebiet ein mannigfaltiges war. .Hierzu kamen noch Verträge innerhalb der Loge, die in Verbindung mit der sich daran anschliessenden Discussion unsere Sitzungen belehrend ausgestalteten. Es sprachen: Br. Rechtsanwalt B a b über Familienrecht und Güterrecht der Ehegatten, Br. Dr. C a 1 v a r y über Hochfluthen und über natürliche Widerstandsfähigkeit, Br. Justizrath Lehr über Gesellschaftsformen, Br- Expr. R.-A. Placzek und Dr. Ehrlich wiederholt über Krankenpflegerinnen. Allen diesen Brüdern sei hiermit nochmals herzlicher t)ank für ihre opferwillige Thätigkeit ausgesprochen.; Ihrer Anregung, in . einer Anzahl von Vorträgen das Thema „Jüdische Geschichte" behandelt zu hören und diese ^Vorträge insbesondere unseren Frauen und Kindern tu Theil werden zu lassen, Vmd wir bereitwilligst nachgekommen. Wir haben die hiesigen Rabbiner Dr. Feilchenfeld und Dr. Bloch veranlasst, uns einen Cyclus von Vorträgen über jüdische Geschichte und poetische Literatur der Juden bis zur Zerstörung des ersten Tempels zu halten. Die Vorträge fanden den lebhaftesten Bei l all und gaben uns Veranlassung, auch in diesem Jahre eine Fortsetzung herbeizuführen. Von unseren Wohlfahrtseinrichtungen haben wir nur Günstiges zu berichten. Der Nachhilfeunterricht für zurückgebliebene junge Mädchen der niederen jüdischen Stände hat segensreich auf die Kinder gewirkt, so dass die Kinder, angehalten zur Pünktlichkeit, Sauberkeit und zur Arbeit, in der Schule gut fortkommen. I nsere Ferienkolonien insbesondere die Stadtkolonie hat kranken und. schwächlichen Kindern die erhoffte Stärkung und Kräftigung gebracht; die Gewichtszunahme war bei einzelnen Kindern eine sehr erhebliche. Dass wir in dieser unserer Thätigkeit durch einen grösseren Beitrag des hiesigen Vereins für Ferienkolonien unterstützt wurden, sei hier nochmals dankend berichtet. Ueber unserer Chanuka-Bescheerung hat der letzte Monatsbericht der Grossloge referiert. Freude und Dankbarkeit leuchtete aus den Augen der Kinder über das wohlgelungene Fest und die empfangenen Gaben. I Es bedarf wohl nicht erst der Erwähnung, dass wir an allen freudigen und schmerzlichen Ereignissen, die unsere Brüder betrafen, regen j»Antheil nahmen und bei dieser Gelegenheit manche Gabe empfingen, die wir den Bestimmungen der Geber entsprechend verwandten. Wir waren hierdurch und durch die freiwilligen Spenden vieler Brüder in der Lage, Wohlthätigkeit in unserem Sinne zu üben, wohlthätige Veranstaltungen zu treffen und wenn wir auch nicht in den statistischen Zusammenstellungen der Grosslöge mit einem grossen Betrage prunken, so wissen wir doch, dass niemals vergeblich an unsere Mithilfe appellirt worden ist und dass die offene Hand keine leere Redensart bei unseren Brüdern blieb. Es hat sich dies insbesondere bei der Sammlung für unsere rumänischen und galizischen Glaubensgenossen . erwiesen, die als abgeschlossen noch nicht angesehen werden kann, da viele Gemeindemitglieder die nochmalige Aufforderung erwarten, um'ihr Scherflein darzubringen. Dank der rastlosen Thätigkeit unseres Br. Expräs. Placzek wird dieses grosse Werk der Mildthätigkeit in unserer Stadt fortgesetzt — ein Aufruf, der demnächst an alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde ergehen wird, soll die Säumigen heranziehen. So kann ich denn mit Genugthuung konstatiren, dass Schaffensfreudigkeit und Hingabe %ich bei unseren Werken i. i

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