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Bericht der Großloge für Deutschland · 1901-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1901
Issue
Nr. 3 - März
Date
1901-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 2« — Aus dem Gedächtnissbuche der Grossloge. Seit Erstattung unseres letzten Berichts hat unser Distrikt den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: Aus den Logen des VIII. Distrikts. Concordla-Loge in Kattowltz O.-Schl. Unter günstigen Auspizien hat in unserer Loge die Winterkampagne begonnen. Nachdem wir vor Kurzem erst durch einen interessanten Vortrag des Herrn Dr. Heskel über die westafrikanischen Kolonien erfreu* wurden, wobei wir Gelegenheit hatten, .eine grössere Zahl den besten Gesellschaftsklassen angehörige Gäste -bei uns zu sehen, lenkte unser diesjähriges Chanukafest die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Einem jeden Menschenfreunde musste das Herz aufgehen, als er die Freude und die Fröhlichkeit sah," welche wir in der grossen Zahl der Kinder erweckten, die sich zur Feier des Chanukafestes am 17. Dezember im Saale des Kaiserhofs um uns versammelt hatten. Schon einige Tage früher waren 18 arme jüdische Kinder mit reichlichen Gaben bedacht worden. Dabei hatte man den Modus gewählt, an die Eltern resp. Vormünder der zu Beschenkenden Bons abzugeben, welche einen bestimmten Geldwerth repräsentirten und in verschiedenen Geschäften angenommen wurden. Um den armen Kindern das Gefühl der Beschämung zu ersparen und um auch unserem eigenen kleinen Nachwuchs einen vergnügten Abend zu bereiten, waren die Brüder ersucht worden, auch ihre Kinder am 17. er. nach, dem Kaiserhof zu bringen. Es war noch nicht 7 Uhr Abends, da sah man schon 82 Kinder im Saale, umgeben von ihren Eltern und Angehörigen, spwie von einer grösseren Zahl von Gästen. Erwartungsvoll richteten die Kleinen ihre Augen auf die Bühne, als um V/2 Uhr hinter dem Vorhange die Klänge eines Orchesters die Weisen des Moaus zur jeschuossi ertönen Hessen Der Vorhang hob sich und man erblickte im Vordergrund« die brennenden Chanukalichte, um welche sich eine. Anzahl Sänger — gross und klein — gruppirten, von denen das Weihelied in deutscher Uebersetzung (Schirm und Schutz u. >. w.). unter Musikbegleitung vorgetragen wurde. Hierauf hieltVicepräsidentBr. Dr. Preis an die Kinder eine Ansprache, in welcher er auf die Bedeutung des Festes hinwies und auf die Nutzanwendung, welche sie aus demselben ziehen sollten. An reich besetzten Tafeln wurden sodann die Kinder bewirthet. Ein Damenkomite, welches aus Frauen, Wittwen und Töchtern der Brüder bestand,- hatte in liebenswürdiger Weise die Leitung dieser Bewirthung übernommen. Gewürzt wurde das Mahl durch * niedliche Vorträge einiger Kleinen, welche reichen Beifall ernteten. Nach einer Kinderpolonaise und sich anschliessender, sehr geschmackvoll inscenirter Verloosung von Geschenken hatte das Fest der Kleinen sein Ende erreicht und nun konnten sich die Grossen gütlich thun. An gemeinschaftlicher Tafel vereinigten sich in grosser Anzahl die Brüder mit ihren Angehörigen und den geladenen' Gästen. In zündender Rede brachte. Br. Präsident Guttmann den Kaisertoast aus, worauf Vizepräsident Br. Dr. P r e i s s die Gäste begrüsste und sie zugleich auf die grosse Bedeutung hinwies, welche unsere Logen bei dem Hilfswerke für unsere Glaubensgenossen in Rumänien und Galizien gewonnen haben und die geeignet sei, uns mit berechtigtem Stolz und mit hoher Freude zu erfüllen. Der Trinkspruch des Br. Expräsidenlen Friedlaender, des Vorsitzertden des Comites für die Chanukafeier, galt den Frauen im Allgemeinen und denjenigen des Comites im Besonderen: Eine Reihe musikalischer (vocaler und instrumentaler) Vorträge trüg-zur Würzen des Mahles wesentlich bei. . ' Nach beendeter Tafel trat der Tanz in seine Rechte und als in später Stunde das Fest seih Ende nahm, konnte man mit Genugthuung feststellen, dass es in jeder Beziehung gelungen war. , - Am 5. Februar er. hielt Br. Victor Rund den angekündigten Vortrag aber:' -V „Die wichtigsten Tagesfragen des Judenthums beim Beginn des 20. Jahrhunderts." Derselbe führte dabei etwa folgendes aus: Ausgehend von den für das Judenthum bedeutendsten Ereignissen im vorigen Jahrhundert, der vollständigen Emancipation der Juden unter Friedrich Wilhelm III., resp. nach der 48er Revolution ^durch König Friedrich Wilhelm IV., schilderte der Vortragende in übersichtlicher Weise die bedeutendsten Tagesfragen, welche das Judenthum zu Beginn des . 20. Jährhunderts bewegen. Er hält die Einberufung eines Judentages, in welchem durch die Vertreter von Gemeinden, voo Vereinen und Corporationen über wichtige Interessefragen des Judenthums berathen werden soll, als die bedeutendste Frage, welche ihrer Lösung entgegen geht. Bei dem Juden tage soll jedoch vor allen Dingen vermieden werden, dass einzelne Vereine, z. B. die Ziomstenvereine. den Judentag zur Propaganda für ihre Bestrebungen, benutzen. Darauf gab der Vortragende ein Bild von den Bestrebungen der Zionistenvereine. Seine Auffassung'geht dahin, dass in den Zionistenvereinen Phantasmagorien, wie 5. Am 27. Februar 1901 Br. Albert Goldschmidt in Worms, Mitglied der Rhenus-Loge in Mainz seit dem 3. Dezember 1889, geboren am 27. Dezember 1839 zu Worms. <>. Am 16., Februar 1Q01 in St. Remo Br. Louis Lichtenstein aus Culensee, Mitbegründer der Gabriel Riesser-Loge — 10.12. 99. —, geboren den 23. September 1862 zu Orteisburg. ■ 7. Am 14 März 1901 zu Meran Br. Joseph Riess, Mitbegründer der Silesia-Loge in Liegnitz — 19- 3 99 —, geboren den 12. Januar 1855 zu Rawitsch. ,,' 8. Am 24. März 1901 Br. Awson Sichel, Mitbegründer der Franken-Loge in Würzburg - 27. 3 98. —, geboren den 14. Juli 1850 zu Gemünden. 9. Am 17. März 1901 zu Neroy Br. Siegmund Stern, Mitbegründer der Berend Lehmann - Loge in Halbersiadt — 12. 6. 87. —, geboren den 30. Dezember 1850 zu Geseke.

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